Formel 1: Nur ein Strohfeuer von Lewis Hamilton?

Pierre Gasy: Wie Alpine langsam aus der Krise findet

Von Adam Cooper
Pierre Gasly

Pierre Gasly

​Schock für La Grande Nation zu Beginn der Formel-1-Saison 2024: Der Alpine-Rennwagen der GP-Sieger Pierre Gasly und Esteban Ocon war das schlechteste F1-Auto. Nun arbeitet sich Alpine aus der Krise.

Es hat sechs GP-Wochenenden 2024 gedauert, bis Alpine den ersten WM-Punkt dieser Saison an Land gezogen haben – Esteban Ocon ist in Miami Zehnter geworden. Damit liegen die Franzosen auf dem achten Zwischenrang im Konstrukteurs-Pokal, denn Williams und Sauber sind noch schlechter und punktelose Neunte und Zehnte.

Alpine hatte zu Beginn der Saison in Bahrain und Saudi-Arabien das mit Abstand langsamste Auto: zu viel Gewicht, zu wenig Einfallsreichtum in Sachen Aerodynamik.

Mit den jüngsten Verbesserungen des Modells A524 können die Grand-Prix-Sieger Pierre Gasly (triumphierte 2020 in Monza) und Esteban Ocon (gewann 2021 auf dem Hungaroring) mehr Tempo machen, wie der 28-jährige Gasly in Miami bestätigt hat.

Der WM-Siebte von 2019: «Wir haben zunächst daran gearbeitet, den Wagen abzuspecken. Gewicht ist Rundenzeit, und zehn Kilo zu viel bedeutet als Faustregel drei Zehntelsekunden pro Runde. Also kann sich jeder ausrechnen, welches Manko wir hatten.»

«Ein zu schweres Auto wirkt sich noch anders aus», so der Racer aus der früheren GP-Stadt Rouen. «Mehr Gewicht ist auch Gift in Sachen Reifenverbrauch. Also wirst du doppelt bestraft.»

Inzwischen soll der blaue Rennwagen am Gewichtslimit sein, und die jüngsten Aero-Verbesserungen haben das Auto beflügelt.

Gasly weiter: «In Sachen Fahrzeugbalance hat sich nicht viel getan, aber der neue Boden erzeugt mehr Abtrieb, und weniger Gewicht erleichtert Esteban und mir das Reifen-Management.»

«Wir sprechen hier von kleinen Schritten, aber die Leistungsdichte im Feld ist so enorm, dass jeder kleine Schritt eine große Wirkung haben kann. Mit der jüngsten Ausbaustufe holen Esteban und ich endlich mehr aus dem Wagen – sei dies beim Angreifen oder in der Verteidigung.»

«Wir hatten in Miami ein paar wirklich schöne Zweikämpfe, ich konnte zwischendurch sogar mal Fernando Alonso überholen, womit ich jetzt vor dem Rennen nicht unbedingt gerechnet hätte. Wir mischen wieder anständig mit.»

«Der Punkt von Esteban unterstreicht, dass uns Fortschritte gelingen. Das ist ganz wichtig für die ganze Mannschaft. So muss es weitergehen.»

«Was mich angeht, so spüre ich den Wagen noch nicht in der Art, dass ich mich als Fahrer ideal einbringen kann. Es wird besser, aber da muss noch mehr kommen. Unser Ziel besteht darin, wieder an jedem GP-Wochenende in die Top-Ten fahren zu können.»

Miami-GP, Miami International Autodrome

01. Lando Norris (GB), McLaren, 1:30:49,876 h
02. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing, +7,612 sec
03. Charles Leclerc (MC), Ferrari, +9,920
04. Sergio Pérez (MEX), Red Bull Racing, +14,650
05. Carlos Sainz (E), Ferrari, +16,407*
06. Lewis Hamilton (GB), Mercedes, +16,585
07. Yuki Tsunoda (J), Racing Bulls, +26,185
08. George Russell (GB), Mercedes, +34,789
09. Fernando Alonso (E), Aston Martin, +37,107
10. Esteban Ocon (F), Alpine, +39,746
11. Nico Hülkenberg (D), Haas, +40,789
12. Pierre Gasly (F), Alpine, +44,958
13. Oscar Piastri (AUS), McLaren, +49,756
14. Guanyu Zhou (RCH), Sauber, +49,979
15. Daniel Ricciardo (AUS), Racing Bulls, +50,956
16. Valtteri Bottas (FIN), Sauber, +52,356
17. Lance Stroll (CDN), Aston Martin, +55,173
18. Kevin Magnussen (DK), Haas, +1:04,683 min
19. Alex Albon (T), Williams, +1:16,091
Out
Logan Sargeant (USA), Williams, Crash
*5-sec-Zeitstrafe wegen Kollision mit Piastri

WM-Stand (nach 6 von 24 Grands Prix und 2 von 6 Sprints)

Fahrer
01. Verstappen 136 Punkte
02. Pérez 103
03. Leclerc 98
04. Norris 83
05. Sainz 83
06. Piastri 41
07. Russell 37
08. Alonso 33
09. Hamilton 27
10. Tsunoda 14
11. Stroll 9
12. Oliver Bearman (GB) 6
13. Hülkenberg 6
14. Ricciardo 5
15. Ocon 1
16. Magnussen 1
17. Albon 0
18. Zhou 0
19. Gasly 0
20. Bottas 0
21. Sargeant 0

Konstrukteurspokal
01. Red Bull Racing 239 Punkte
02. Ferrari 187
03. McLaren 124
04. Mercedes 64
05. Aston Martin 42
06. Racing Bulls 19
07. Haas 7
08. Alpine 1
09. Williams 0
10. Sauber 0

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