Max Mosley: Sieg über Google nach angeblicher Orgie

Von Mathias Brunner
Formel 1
Der frühere FIA-Chef Max Mosley

Der frühere FIA-Chef Max Mosley

Der Engländer Max Mosley (73) hat einen Gerichtsfall gegen die Betreiber der weltgrössten Internet-Suchmaschine Google gewonnen. Die dürfen jetzt gewisse Bilder nicht mehr zeigen.

Bis heute wehrt sich Max Mosley für den Schutz seiner Privatsphäre. Der frühere Präsident des Automobilverbands FIA (1993 bis 2009) war 2008 weltweit in die Schlagzeilen geraten, nachdem die heute eingestellte «News of the World» berichtet hatte, Mosley hätte eine Sado-Maso-Orgie organisiert mit thematischer Anlehnung ans Dritte Reich. Die «News of the World» hatte die Party sogar heimlich gefilmt!

Mosley klagte und erhielt in England Recht: Die Richter in England befanden damals, es gebe keinen Beweis für ein Nazi-Thema bei dieser Party, überdies habe jedermann ein Recht auf Privatsphäre. So lange kein Beweis für eine kriminelle Handlung vorliege, könne in seiner Freizeit jeder tun und lassen, was er wolle. Das Skandalblatt musste 90.000 Dollar Schadenersatz zahlen.

Einen ähnlichen Fall gewann Mosley vor einem französischen Gericht 2011, erneut musste die «News Corp», Besitzer der Zeitung, bezahlen, dieses Mal waren es 48.000 Dollar. Im gleichen Jahr erklärte Mosley (in den 60er Jahren Rennfahrer und später Gründer des Rennstalls March) er habe Google in Frankreich und Deutschland vergeklagt – wegen Verbreitung der erwähnten Bilder. Mosley verlangt, dass keine Bilder mehr von der angeblichen Orgie verbreitet, also von den Servern herunter genommen werden. Die Anwälte von Google antworteten, das sei technisch nicht möglich und verletzte ihr Prinzip von Meinungsfreiheit im Netz.

Nun hat ein Gericht in Frankreich gemäss eines Berichts der BBC geurteilt: Das sei technisch sehr wohl möglich, die Fotos dürfen nicht mehr gezeigt werden.

Google bedauert den Richterspruch als «beunruhigend, was die freie Meinungsäusserung im Internet» betreffe.

Mosley ist zufrieden: «Es muss möglich sein, dass die Verbreitung von Bildern gestoppt wird, die nie hätten gezeigt werden dürfen.»

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