Mercedes: Lewis Hamilton & Nico Rosberg, wer irrt?

Von Mathias Brunner
Formel 1
Nach der Stallorder in Ungarn herrscht bei Mercedes dicke Luft

Nach der Stallorder in Ungarn herrscht bei Mercedes dicke Luft

Die Stimmung beim angehenden Formel-1-Weltmeister Mercedes ist nach dem Ungarn-GP nicht besser geworden. Denn beide Silberpfeilschützen fühlen sich benachteiligt.

Niki Lauda und Toto Wolff sitzen auf einem Pulverfass, und die Lunte brennt sich immer näher zum Explosionspunkt. Nach dem Ungarn-GP, den Nico Rosberg von Pole hätte gewinnen müssen, den Lewis Hamilton beinahe aus der Boxengasse gewonnen hätte, herrscht dicke Luft.

Natürlich machen der Aufsichtsratschef des Formel-1-Teams Lauda und der Teamchef Wolff gute Miene zum komplexen Spiel, «aber die zwei Österreicher haben eine irrsinnig schwierige Aufgabe zu bewältigen», wie Formel-1-Champion Damon Hill völlig korrekt festhält.

Rosberg war im Anschluss an den Hungaroring-GP verstimmt, weil er findet, man hätte Hamilton vor ihm nachhaltiger zur Seite bitte sollen. Schliesslich sei er, Rosberg, auf einer anderen Strategie unterwegs und schneller gewesen.

Hamilton war im Anschluss an den Hungaroring-GP verstimmt, weil er einen solchen Boxenbefehl «schockierend» findet. Er sagt sich: Ich kämpfe gegen diesen Kerl um die WM, warum sollte ich freiwillig Platz machen?

Rückblickend meint Lauda, der mehrfache Funkspruch an Hamilton (Rosberg bitte vorbeilassen) sei wohl etwas übereilt gewesen. Denn Nico sei in der Folge nicht nahe genug an den Engländer herangekommen.

«In einem normalen Rennen liegen wir auf den ersten beiden Plätzen», so Rennlegende Lauda, «aber das hier war kein normales Rennen. Mit der nassen Bahn zu Beginn und den beiden Safety-Car-Phasen änderten sich die Bedingungen ständig. Unter diesem Druck haben wir den Funkspruch an Lewis wohl verfrüht abgesetzt. Aus Hamiltons Sicht kann ich es nachvollziehen, dass er nicht freiwillig zur Seite fahren will.»

Die Reaktionen in den sozialen Netzwerken bestätigen: Es gibt international mehr Verständnis für Hamiltons Starrsinn als für Rosbergs Wunsch, freie Bahn zu erhalten. Und die Situation hat vielleicht auch endlich die alte Mär begraben, wonach Mercedes im WM-Kampf Rosberg bevorzuge.

Lauda kann durchaus verstehen, dass nun beide Fahrer verärgert sind: «Rennfahrer sehen eine Situation immer aus der eigenen Perspektive, die für sie am besten ist. Unterm Strich haben wir ein tolles Autorennen gesehen, und letztlich ist dies das Wichtigste.»

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