Lauda: «Die grossen Teams haben sich verrannt»

Von Guido Quirmbach
Formel 1
Lauda glaubt, dass die grossen Teams zurückkommen.

Lauda glaubt, dass die grossen Teams zurückkommen.

Der dreifache Formel 1-Weltmeister glaubt nicht, dass man aus der Saison 2009 viele Rückschlüsse auf das kommende Jahr ziehen kann.

[*Person Niki Lauda*] ist nicht der Meinung, dass 2010 die gleichen Teams unbedingt dominieren werden, die in der abgelaufenen Saison das Zepter fest in der Hand hatten.

Vielmehr glaubt er, dass die vor der abgelaufenen Saison als Favoriten genannten Teams viel zur Stärke von Brawn und Red Bull beigetragen haben. «Die sogenannten grossen Teams haben sich in diesem Jahr mit KERS verrannt. Erst ab Ungarn waren die Vorteile des Systems erkennbar, aber da war es zu spät» sagte der dreifache Ex-Weltmeister in einer Motorsport-Talk-Runde auf «Servus TV». Die Aussenseiter hingegen haben ihre Chance genutzt: «Währendessen hat Brawn ein Rennauto ohne KERS gebaut, das von Beginn an schnell war und eine perfekte Standfestigkeit hatte»

Für das kommende Jahr sieht Lauda allerdings deshalb keine Vorteile für Brawn und Red Bull: «Das Handicap KERS ist weg, stattdessen müssen nun alle die gleiche Aufgabe lösen, nämlich ein doppelt so grosses Tankvolumen im Auto unterzubringen.» Nachteile für Brawn oder Red Bull erkennt der Formel 1-Experte von RTL aber auch nicht: «Die Basis dort stimmt, und es ist immer besser auf einer guten als auf einer schlechten Basis aufzubauen.»

Das Tankstoppverbot zog sich immer wieder durch die 90minütige Sendung, wenn auch niemand die Abschaffung des Tankens bedauerte. Red Bull-Teamchef Christian Horner: «Bislang hatten wir maximal 100kg Sprit an Bord, zukünftig werden es 170-180kg sein. Das bringt nicht nur für die Konstrukteure eine Herausforderung, sondern auch bei der Strategie. Wir werden enorm schnelle Boxenstopps haben, nur rund drei Sekunden lang. Die Fahrer müssen mit dem Sprit und den Reifen haushalten. Ich denke, die Rennen könnten sogar noch spannender werden als bisher» Der Journalist Gerhard Kuntschik (Salzburger Nachrichten) fürchtet gar, dass «zum Rennende hin mancher Pilot nicht mehr so schnell fahren kann, wie er eigentlich könnte» Sprich, er muss Benzin sparen, um überhaupt die Flagge zu sehen.

[*Person Mark Webber*] macht sich keine Sorgen: «Ich habe schon so viel Änderungen in der Formel 1 mitgemacht, Rillenreifen, Slicks, Traktionskontrolle, Abschaffung der Traktionskontrolle, ich werde mich auch an das grosse Gewicht beim Start zukünftig gewöhnen.» Erfahrung, die Toro Rosso-Pilot [*Person 290 Sébastien Buemi*] fehlt. «Die Erfahrung von Mark habe ich natürlich nicht, ich kann es mir aber vorstellen, denn in Q2 mit leerem Tank und in Q3 mit der Spritmenge fürs Rennen war der Unterschied enorm. Wir haben für den Februar ein umfangreiches Testprogramm geplant, wo wir mit vollem Tank fahren wollen.»
Sprich, vor Februar ist mit dem 2010er Toro Rosso nicht zu rechnen.

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