Anthony Hamilton: «Lewis kann zehn Jahre dominieren»

Von Mathias Brunner
Formel 1
Lewis Hamilton mit seinen Eltern Linda und Anthony nach dem WM-Titelgewinn 2014 in Abu Dhabi

Lewis Hamilton mit seinen Eltern Linda und Anthony nach dem WM-Titelgewinn 2014 in Abu Dhabi

​Lewis Hamilton strebt 2016 seinen dritten WM-Titel in Folge an und seinen vierten insgesamt. Sein Vater Anthony glaubt, dass sein Sohn noch viel länger dominieren kann.

Formel-1-Champion Lewis Hamilton ist WM-Favorit 2016, und der inzwischen 31-Jährige will erreichen, was vor ihm nur drei Fahrer geschafft haben: drei Titel in Folge (Juan-Manuel Fangio, Michael Schumacher, Sebastian Vettel). Schafft Hamilton den vierten Titel, haben nur zwei Piloten noch mehr erreicht – Michael Schumacher mit sieben WM-Kronen sowie Juan Manuel Fangio mit fünf.

Anthony Hamilton, Papa und langjähriger Manager seines Sohns, glaubt, dass Lewis Hamilton auf Jahre hinaus den Sport prägen kann. «Er wird immer besser, er wird immer stärker», sagt Hamilton senior in der Nachrichtensendung Sky Sports News HQ. «Ich glaube, er hat sieben bis zehn weitere Jahre im Grand-Prix-Sport, er ist noch jung. Das sind schlechte Neuigkeiten für seine Gegner.»

Lewis selber hat davon gesprochen, dass er vielleicht noch sieben oder acht gute Jahre vor sich hat. Dann, so kann sich der Mercedes-Star vorstellen, wird er vielleicht etwas ganz anders machen, sich vielleicht mehr der Musik widmen.

Anthony Hamilton sieht für Lewis nur eine Grenze: «Es wird alles davon abhängen, wie lange er das innere Feuer spürt. Er ist ein extrem wettbewerbsorientierter Mensch, er liebt das Gefühl des Siegers. Daher glaube ich, wird er noch auf Jahre hinaus fahren. Gleichzeitig weiss ich – eine Saison ohne Gegenwehr, das bedeutet ihm nicht so viel. Er würde es am liebsten sehen, dass seine Gegner auf Augenhöhe mit ihm antreten und er sich den Titel redlich erkämpfen muss.»

Nigel Mansell: «Hamilton kann Schumi-Rekord knacken»

Nigel Mansell, Formel-1-Champion von 1992, findet den Gedanken nicht abwegig, dass sein Landsmann Lewis Hamilton den Rekord von Michael Schumacher gefährden kann: Sieben WM-Titel.

Nach dem dritten WM-Titel von Lewis Hamilton stellte sich auch Nigel Mansell die Frage: Wo kann das enden? Mansell, 1992 mit Williams selber Weltmeister geworden: «Nach oben ist viel Raum, denn Michael Schumacher hat die Latte für die anderen Fahrer sehr hoch gelegt. Aber ich bin davon überzeugt: Lewis Hamilton wird nur von einem Faktor beschränkt – nämlich von sich selber. Wenn er sich weiter so motivieren kann, dann gibt es für Hamilton fast keine Grenzen.»

Wir haben kurz nachgerechnet, was in Sachen Rekorde in Reichweite von Hamilton liegt.

Grand-Prix-Starts: Lewis Hamilton hat seit 2007 167 Formel-1-Rennen bestritten. Rekordhalter ist Rubens Barrichello, der von 1993 bis 2011 (je nach Zählweise der Fans variiert das) 322 Renneinsätze vorweisen kann. Wenn wir von gut 20 Grands Prix im Jahr ausgehen, dann müsste Lewis noch rund acht Jahre lang fahren, um in die Nähe des Brasilianers zu gelangen. Das ist machbar.

Pole-Positions: Michael Schumacher führt die ewige Bestenliste mit 68 Pole-Positions an. Der grosse Ayrton Senna kommt auf 65. Lewis Hamilton ist hier aber schon Drittbester mit 49 Bestzeiten im Abschlusstraining (hinter ihm Sebastian Vettel mit 46). Wenn der Brite 2016 so erfolgreich ist wie im vergangenen Jahr (elf Poles), dann kann er Senna und Schumacher 2017 oder 2018 überflügeln. Einen anderen Rekord hat Hamilton 2015 egalisiert: Sieben Poles in Folge in der gleichen Saison, das schaffte vor ihm nur Alain Prost 1993.

Schnellste Rennrunden: Hier dürfte Hamilton chancenlos sein. Die Tabelle wird von Michael Schumacher angeführt, der auf 77 beste Rennrunden kommt. Dahinter folgen Kimi Räikkönen (42), Alain Prost (41), Nigel Mansell (30) und dann, jeweils mit 28, Jim Clark und Lewis Hamilton. Bester Brite kann Hamilton alleweil werden, aber Schumi einholen, das wird schwierig, wenn nicht unmöglich.

Siege: Michael Schumachers 91 GP-Triumphe sind für die meisten Experten ein Rekord für die Ewigkeit. In der Siegerliste folgt dann Alain Prost mit 51 vor Lewis Hamilton mit 43 und Sebastian Vettel mit 42. Hamilton wird Prost überholen, vielleicht schon im kommenden Jahr. 2014 hat Lewis elf Mal gewonnen, 2015 zehn Mal. Übrigens ist Hamilton in Sachen Siege bereits ein Rekordhalter: Zusammen mit Jacques Villeneuve hält er die Bestmarke von Siegen in der ersten GP-Saison (der Kanadier erreichte 1996 vier Erfolge, Lewis Hamilton tat es ihm 2007 gleich).

Podestplatzierungen: Auch hier dürfte Michael Schumacher schwerlich einzuholen sein. Der siebenfache Champion stand bei jedem zweiten seiner Grands Prix auf dem Podest, insgesamt 155 Mal. Dahinter folgen Alain Prost mit 106 Podestplatzierungen und Fernando Alonso mit 97. Lewis Hamilton ist gegenwärtig Vierter mit 87. Aussicht: Alonso und Prost sind zu packen, Schumi wird ein hartes Stück Arbeit. Denn nicht jedes der kommenden Jahr wird so einträglich sein für Hamilton wie 2014 (16 Podeste) und 2015 (sogar 17). Mit 17 Podesten pro Jahr hält Lewis hier den Rekord zusammen mit Michael Schumacher und Sebastian Vettel. Allerdings: Schumi schaffte das 2002 in jedem WM-Lauf der Saison (damals gab es nur 17 Rennen), Vettel und Hamilton brauchten dazu je 19 Grands Prix.

Die wichtigsten Termine

Präsentationen/Roll-out
15. Februar: Roll-out Mercedes (Silverstone, unbestätigt)
17. Februar: Red Bull Racing (in London, Team-Farben)
21. Februar: Präsentation McLaren-Honda (Ort unklar)
21. Februar: Roll-out Ferrari (Circuit de Barcelona-Catalunya)
21. Februar: Roll-out HaasF1 (Circuit de Barcelona-Catalunya)
22. Februar: Präsentation HaasF1 (Circuit de Barcelona-Catalunya)
22. Februar: Präsentation Williams (Circuit de Barcelona-Catalunya)
22. Februar: Präsentation Manor (Circuit de Barcelona-Catalunya)
1. März: Neuer Sauber (Circuit de Barcelona-Catalunya)

Formel-1-Wintertests
22.–25. Februar: Spanien (Barcelona)
1.–4. März: Spanien (Barcelona)

Formel-1-WM
20. März: Australien (Melbourne)
3. April: Bahrain (Sakhir)
17. April: China (Shanghai)
1. Mai: Russland (Sotschi)
15. Mai: Spanien (Barcelona)
29. Mai: Monaco (Monte Carlo)
12. Juni: Kanada (Montreal)
19. Juni: Aserbaidschan (Baku) *
3. Juli: Österreich (Spielberg)
10. Juli: Grossbritannien (Silverstone)
24. Juli: Ungarn (Budapest)
31. Juli: Deutschland (Hockenheim)
28. August: Belgien (Spa-Francorchamps)
4. September: Italien (Monza)
18. September: Singapur
2. Oktober: Malaysia (Sepang)
9. Oktober: Suzuka (Japan)
23. Oktober: USA (Austin) **
30. Oktober: Mexiko (Mexiko-Stadt)
13. November: Brasilien (Sao Paulo)
27. November: Abu Dhabi (Insel Yas)
* Strecke noch nicht homologiert
** Finanzierung noch nicht gesichert

Siehe auch

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