ORF zeigt Formel 1 bis 2019 – alle TV-Termine Bahrain

Von Mathias Brunner
Formel 1
Das Formel-1-Expertenduo des ORF: Ernst Hausleitner und Alexander Wurz

Das Formel-1-Expertenduo des ORF: Ernst Hausleitner und Alexander Wurz

​Aufatmen bei den österreichischen Formel-1-Fans: Der ORF wird mindestens drei weitere Jahre lang Grand-Prix-Sport im Fernsehen zeigen.

Monatelang ist darum gerungen worden, nun ist das Abkommen endlich unter Dach und Fach: «Formula One Management» (FOM), Tochterfirma der Formel-1-Gruppe, hat bestätigt, dass der ORF mindestens bis Ende 2019 weiterhin Grands Prix im freien österreichischen Fernsehen zeigen wird.

Die «Formula One Group» ist diejenige Unternehmensgruppe, die für die Werbung und kommerzielle Verwertung der Formel-1-Weltmeisterschaft verantwortlich ist. Ihr unterstellt ist «Formula One Management», die wie die F1 Group vom Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone geleitet wird. Mehrheitseigner der Formel-1-Gruppe ist die Investment-Firma CVC Capital Partners.

Über die Vertragsbedingungen haben die FOM und der ORF Stillschweigen vereinbart. ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz sagt gegenüber der Nachrichtenagentur APA lediglich: «Ich freue mich, dass wir dieses nach wie vor beliebte Genre weiter in der gewohnten Qualität bei uns im Programm haben. Der Preis für die Rechte bewegt sich im Rahmen unserer vertretbaren Vorstellungen, und es gab seitens der Formel 1 auch Verständnis für die veränderten Rahmenbedingungen.»

Der Vertragsunterzeichnung ging ein monatelanges Tauziehen voraus – nicht nur in Sachen Preis mit Bernie Ecclestone, auch Haus-intern. Die Rede ist davon, dass der Formel-1-Promoter bei 10 Millionen Euro pro Jahr eingeschlagen habe.

Obschon keine europäische TV-Station schon so lange Formel-1-Rennen zeigt wie der ORF, stand eine Vertragsverlängerung auf der Kippe. Im vergangenen Spätsommer waren die Formel-1-Freunde in Österreich baff: Die Programmzeitschrift «TV-Media» hatte vermeldet, der ORF ab 2017 auf die Rechte zur Übertragung von Grands Prix verzichten würde!

Dabei hat der ORF absolute Pionierarbeit geleistet, zu Zeiten, als es noch kein RTL und Sky gab, als Jochen Rindt 1970 zum Massenphänomen und Niki Lauda 1975 zum zweiten Formel-1-Champion aus dem Alpenland wurde. Heinz Prüller hat mit seinen leidenschaftlichen Reportagen den Grundstein für eine tiefe Liebe Österreichs zur Formel 1 gelegt und auch viele Fans aus Deutschland sowie der Schweiz in seinen Bann gezogen – und das alles sollte nun zu Ende gehen?

Nach Informationen von SPEEDWEEK.com verhielt sich die Sachlage so: Innerhalb des ORF gibt es zwei Fraktionen – die einen sind grundsätzlich dafür, die Formel 1 weiterhin zu zeigen. Dabei stellt sich aber die Frage, ob jährliche Kosten in Höhe von bislang 13 bis 15 Millionen Euro (je nach Informationsquelle) mit Ecclestone nicht verhandelbar sein müssten (siehe RTL und Sky weiter unten).

Die andere Fraktion findet auch nach dem neuen Vertrag, dieses Geld hätte der ORF gescheiter in Eigenproduktionen investieret, doch dafür hätte die Formel 1 halt über die Klinge springen müssen.

Fakt ist: Die Einschaltquoten sind nicht mehr so hoch wie beim Höhenflug von Red Bull Racing und Sebastian Vettel bei vier WM-Titeln von 2010 bis 2013. Der Rückgang der Zuschauerzahlen ist jedoch weniger gross als beispielsweise in Deutschland bei RTL.

Schon im Juni 2015 sagte ORF-Finanzdirektor Richard Grasl im Rahmen eines Gastkommentars in der «TV-Media»: «Natürlich gehört die Formel 1 seit Jahrzehnten als ganz starke Marke zum ORF-Image, die man nicht leichtfertig aufgibt. Natürlich ist die Rückkehr nach Spielberg ein ganz starkes Argument, natürlich sind die führenden Funktionen Niki Laudas, Toto Wolffs und die bis vor kurzem dominierende Rolle des österreichischen Red Bull-Teams auf der Haben-Seite zu verbuchen. Aber genauso beschäftigen wir uns mit dem Rückgang des Seherinteresses wegen komplizierter Modi, einer Fadesse erzeugenden Dominanz einiger Teams und mit der Frage, wie ein öffentlich-rechtliches TV zu ökologischen Fragen steht.»

«Vor allem aber ist es bei knappen Mitteln eine Prioritätenfrage: Können jene Millionen, die uns die Formel 1 kostet, nicht für anderes besser eingesetzt werden – für österreichische Filme, Serien, Dokus oder grosse Live-Events, die im TV immer wichtiger werden? Die Entscheidung, die wir demnächst zu treffen haben, wird wohl spannender als so manches der letzten Rennen.»

Formel-1-Fans fanden: Hat sich Grasl damals auch über fade Rennen aufgeregt, als Red Bull Racing mit Sebastian Vettel und Mark Webber zu fünfzig GP-Siegen eilten?

Und: Der ORF hat sich für die Saison 2015/2016 nach drei Jahren wieder die Rechte an der europäischen Fussball-Königsklasse gesichert. Das soll pro Saison vier Millionen Euro kosten. Wird nach einer faden Kickerei auch darüber diskutiert, künftig wieder auf Fussball zu verzichten? Zumal die Einschaltquoten für die Champions League teilweise niedriger sind als bei der Formel 1?

Während sich Grasl mindestens als Formel-1-kritisch positioniert hat, gilt ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz als neutral bis Formel-1-wohlgesonnen. In der ganzen Diskussion um die Fomel 1 ging es also auch um interne Machtverhältnisse beim ORF.

Durchaus möglich, dass mit der Schockmeldung von TV-Media gezielt Stimmung gemacht werden soll – 2016 wird ein neuer Generaldirektor gewählt. Wollte sich Grasl mit einer klaren Linie für die Wahl empfehlen?

So haben RTL und Sky verlängert

Im August 2015 war offiziell geworden: RTL und Sky zeigen auch in den kommenden beiden Jahren 2016 und 2017 Formel-1-Rennen. Das neue Abkommen von RTL umfasst die exklusiven Fernsehrechte in freier Ausstrahlung an sämtlichen Elementen eines GP-Wochenendes (also drei freie Trainings, Qualifying, Rennen inklusive Siegerehrung) – die Rechte können aber auch weitergegeben werden, wie es in den vergangenen Jahren mit SPORT1 oder n-tv geschehen ist.

Frank Hoffmann, Programm-Geschäftsführer von RTL: «Seit fast einem Vierteljahrhundert ist die Formel 1 fester und wichtiger Bestandteil unseres Programmangebots. Wir haben mit der Formel 1 eine Erfolgsgeschichte geschrieben, die einzigartig ist und die wir daher selbstverständlich fortsetzen möchten. Wir sind der Überzeugung, dass die Königsklasse auch in den nächsten Jahren ein populäres TV-Sportangebot bleibt.»

Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone: «Ich freue mich, dass wir unseren langjährigen Vertrag mit RTL verlängern könnten. 2016 jährt sich die kontinuierliche Berichterstattung von RTL zum 25. Mal. RTL hat immer eine exzellente Präsentation der Formel 1 in Deutschland garantiert, nicht nur hinsichtlich der Streuung der Berichterstattung, sondern auch beim journalistischen Niveau.»

Lange hatten der deutsche TV-Sender RTL und Bernie Ecclestone um die Rahmenbedingungen jenes Vertrages gerungen, der künftig die deutschen TV-Übertragungsrechte der Grands Prix regelt. Vor allem hinsichtlich des Preises waren sich die beiden Parteien nicht einig. Der Preis liege nun mit 25 Millionen Euro jährlich deutlich tiefer als zu Glanzzeiten, in denen RTL dank Rekord-Sieger Michael Schumacher noch 50 Millionen Euro jährlich hingeblättert haben soll.

Kurz nach der Verkündung von RTL zog Sky nach: Neben den Live-Übertragungsrechten via Satellit und Kabel umfasst der Vertrag die Internet-, IPTV- und Mobile-Rechte für Deutschland, Österreich und die Schweiz.

Burkhard Weber, Sportchef von Sky, sagt: «Sky ist seit 1996 Partner der Formel 1 und wird dies auch künftig bleiben. Die Formel 1 ist für unsere Kunden ein wichtiger Bestandteil unseres umfassenden Sportangebots. Wir sind überzeugt davon, dass sie auch in Zukunft erfolgreich sein wird. Somit können Sky-Kunden die Königsklasse des Motorsports auch in den kommenden Jahren an jedem Rennwochenende mit besonderen Analysen und aus mehreren Perspektiven live verfolgen.»

Bahrain-GP im Fernsehen

Samstag, 2. April 2016
11.50 Uhr: Sky Sport1 – 1. Freies Training Wiederholung
13.55 Uhr: Sky Sport1 – 3. Freies Training live
15.15 Uhr: Sky Sport1 – 3. Freies Training Wiederholung
16.00 Uhr: RTL – 3. Freies Training Highlights
16.45 Uhr: RTL – Qualifying live
16.45 Uhr: ORF1 – Formel 1 News
16.50 Uhr: Sky Sport1 – Qualifying live
16.55 Uhr: SRF2 – Qualifying live
16.55 Uhr: ORF1 – Qualifying live
19.00 Uhr: Sky Sport1 – Qualifying Wiederholung

Sonntag, 3. April 2016
03.30 Uhr: Sky Sport1 – 1. Freies Training Wiederholung
05.00 Uhr: Sky Sport1 – 2. Freies Training Wiederholung
06.30 Uhr: Sky Sport1 – 3. Freies Training Wiederholung
07.45 Uhr: Sky Sport1 – Qualifying Wiederholung
10.30 Uhr: Sky Sport1 – 3. Freies Training Wiederholung
11.45 Uhr: Sky Sport1 – Qualifying Wiederholung
14.10 Uhr: ORF1 – Formel 1 News
14.30 Uhr: Sky Sport1 – Qualifying Wiederholung
16.00 Uhr: Sky Sport1 – Rennen Vorberichte
16.45 Uhr: SRF Info – Rennen live
16.55 Uhr: Sky Sport1 – Rennen live
16.00 Uhr: RTL – Rennen Countdown
16.45 Uhr: ORF1 – Rennen live
17.00 Uhr: RTL – Rennen live
18.45 Uhr: RTL – Siegerehrung und Highlights
18.55 Uhr: ORF1 – Siegerehrung und Highlights
19.00 Uhr: Sky Sport1 – Siegerehrung Analysen und Interviews
19.15 Uhr: Sky Sport1 – Rennen Wiederholung

Mehr über...

Siehe auch

Kommentare

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.

SPEEDWEEK.com im neuen Look: Änderungen wurden nötig

Ivo Schützbach
Seit heute erscheint SPEEDWEEK.com in allen Ländern und auf allen Geräten in einem einheitlichen Design. Unser Ziel war, die Seite moderner zu gestalten und besonders für mobile Endgeräte attraktiver zu machen.
» weiterlesen
 

TV-Programm

  • Di. 20.10., 18:10, Motorvision TV
    FIM Enduro World Championship
  • Di. 20.10., 18:30, Eurosport 2
    Motocross: FIM-Weltmeisterschaft
  • Di. 20.10., 18:35, Motorvision TV
    FIM Trial World Championship
  • Di. 20.10., 19:00, Motorvision TV
    Bike World
  • Di. 20.10., 19:01, Eurosport 2
    Motocross: FIM-Weltmeisterschaft
  • Di. 20.10., 19:05, Motorvision TV
    Bike World
  • Di. 20.10., 19:15, ServusTV Österreich
    Servus Sport aktuell
  • Di. 20.10., 19:30, Sport1
    SPORT1 News Live
  • Di. 20.10., 20:00, Motorvision TV
    GT World Challenge
  • Di. 20.10., 20:45, Motorvision TV
    Formula E Street Racers
» zum TV-Programm
7DE