USF1 am kritischen Punkt

Kolumne von Peter Hesseler
Peter Windsor wirkt noch recht entspannt

Peter Windsor wirkt noch recht entspannt

Die Amis kommen, aber nicht mit vorzeigbaren technischen Ergebnissen, sondern mit Entschuldigungen ins neue Jahr. Man darf sich sorgen.

Von der Idee eines rein amerikanischen Formel 1-Teams war ich, als sie im vorigen Januar aufkam, spontan begeistert. USF1 – fand ich ziemlich cool?

Nein, ich habe nicht geglaubt, dass Amerikaner oder US-Teams oder US-Techniker oder US-Fahrer oder alle sie gemeinsam leicht pausbäckig mit Big Macs genährt und offenem Lachen der Formel 1 der Fürchten lehren würden – eines fernen Tages.

Aber ich habe an die Idee geglaubt, die Marketing-Idee vor allem, habe an die Macht dieses Logos und Gedankens und an dieses einzigartige Instrument geglaubt. Auch daran, dass ein paar Firmen darauf fliegen könnten, wie AT&T.

Wenn der Telekommunikationsgigant bei Williams wirbt, warum dann nicht bei einem US-Team. Youtube war und ist im Gespräch. Und im Dow Jones sind noch ein paar Dollars zu holen, wenn man es richtig anpackt.

Packt es USF1 richtig an?

Bis jetzt ist von den ursprünglichen Versprechungen wenig umgesetzt worden. Die Fabrik in Charlotte ist ein Patchwork-Gebilde. Der Stützpunkt im spanischen Aragon grossartig – aber was passiert dort?

Heisseste Fahreraktie ist der Argentinier Jose Maria Lopez, der nie ein F1-Rennen gefahren ist. Jeder gestandene Profi winkt bei dem Namen US F1 ab, bislang. Vom Auto ist nichts zu sehen. Es sei schwierig zu sagen, wann es fertig wird, meint Teamdirektor Peter Windsor.

Dabei müsste es eigentlich ganz einfach zu sagen sein, denn beim Testbeginn Anfang Februar, so empfiehlt es sich, sollte man einen Wagen zum Einsatz bringen. Mehr ist ja auch nicht erlaubt.

Aber Windsor, der Teamdirektor, sagt noch mehr merkwürdige Dinge. Jetzt flucht er auf die Weihnachtsferien in Europa, die würden den Wagenbau bremsen. Dabei haben wir von ihm bis zum Erbrechen gehört, dass der Standort USA (Charlotte) viel besser für den Fahrzeugbau und Betrieb eines F1-Teams sei als einer in Europa.

Wir sind also in dem Stadium der ersten Entschuldigungen angekommen. Das ist, wenn man mit mehreren NASCAR-Designern ein Grand-Prix-Auto und –Projekt auf die Beine stellen will, vielleicht die zwangläufige Folge.

Ich gestehe: Von meiner Begeisterung für US F1 ist nicht mehr viel übrig. Bernie Ecclestone hat zwei Teams den K.o. vorhergesagt. US F1 ist ein heisser Kandidat.

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