Max Verstappen exklusiv: Le Mans-Einsatz mit Papa Jos

Von Agnes Carlier
Formel 1
Max Verstappen mit seinem Vater, Ex-GP-Pilot Jos Verstappen

Max Verstappen mit seinem Vater, Ex-GP-Pilot Jos Verstappen

Formel-1-Talent und Red Bull Racing-Überflieger Max Verstappen im Interview: Der Teenager und Barcelona-Sieger verrät, wie er mit den hohen Erwartungen an seine Person umgeht und was er noch alles erreichen will.
Max Verstappen, viele Leute im Fahrerlager sehen dich als künftigen Formel-1-Champion an. Wie gehst du mit diesen hohen Erwartungen an dich um? Fühlst du dich unter Druck gesetzt?

Es ist grundsätzlich etwas sehr Positives. Man weiss am Anfang nie, wie es laufen wird. Aber ich hatte das Glück, früh schon bei einem grossen Team zu landen. Ich hoffe, dass ich hier auch weitermachen kann. Es ist sehr schön zu wissen, dass die Leute an mich glauben. Aber ich bleibe cool und lasse mir keinen Druck machen.

Hat sich dein Blick auf den GP-Sport verändert, seit du deinen ersten Sieg im Spanien-GP erringen konntest? Was entspricht deinen Vorstellungen und was hat dich überrascht?

Mein Hauptziel in der Formel 1 ist es, den Sieg von Barcelona zu wiederholen. Das ist auch das beste Ziel, das man sich im Erfolgsfall setzen kann: Es noch einmal zu schaffen.

Du hast als 18-Jähriger bereits 31 Grands Prix bestritten. Fühlst du dich mit Blick auf die Statistik alt?

31 GP-Starts sind wirklich nicht schlecht... Aber nein, ich fühle mich nicht alt. Ich will noch weitere Rekorde brechen und fühle mich noch sehr jung. Ich muss mich auch noch gedulden, aber zum Glück liegt noch eine lange GP-Karriere vor mir, in der ich noch viel mehr erreichen will.

Welches Ziel würdest du denn am liebsten als nächstes erreichen? Deine erste Pole-Position? Oder doch lieber einen zweiten GP-Sieg?

Um den Titel zu holen, muss man Rennen gewinnen. Es geht also nicht ohne Rennsiege und deshalb würde ich mich für den zweiten GP-Sieg entscheiden. Auf die Pole zu fahren, ist grossartig. Aber letztlich gibt es dafür keine Punkte und selbst wenn man nicht vom ersten Startplatz losfährt, hat man mit einem guten Rennen die Chance auf den Rennsieg. Ich kann mich noch an ein Rennen von 2009 im Rahmen der Benelux-Meisterschaft erinnern. Ich hatte im Lauf davor ein Problem mit dem Motor und musste vom Ende des Feldes starten. Obwohl das Rennen sehr kurz war und maximal 16 Runden umfasste, konnte ich es gewinnen.

Die Formel 1 hat sich in den letzten Jahren als Sport und Unterhaltungsangebot stetig verändert. Wie sollte sich der Sport deiner Ansicht ach in den nächsten zehn Jahren entwickeln? Wie sieht die ideale Formel 1 für dich aus?

Ich bin ziemlich zufrieden mit der Formel 1, wie sie heute ist, und erachte deshalb keine grossen Änderungen für nötig. Ich kann mir beispielsweise nicht vorstellen, dass die Formel 1 mal ganz ohne Sprit fährt. Ich mag den Geruch von Benzin. Ich denke nicht, dass sich viel verändern wird und die Formel 1 im Grossen und Ganzen unverändert bleibt.

Wie sieht es mit deiner eigenen Zukunft aus? Siehst du dich für immer bei Red Bull Racing?

Ich wollte in jeder Meisterschaft, in der ich mitfuhr, einfach nur im schnellsten Auto sitzen. Ich befasse mich nicht gross mit der Geschichte der Formel 1, die ist mir ziemlich egal. Geschichte ist Geschichte. Ich will Rennen gewinnen und das kannst du nur machen, wenn du im schnellsten Auto sitzt. Ich will im besten Cockpit des Feldes sitzen.

Dann bist du allzeit bereit für einen Team-Wechsel?

Nein, für mich gibt es keinen Grund, irgendwo sonst zu sein. Ich bin zufrieden mit meiner Mannschaft. Die Jungs mögen mich und haben viel Vertrauen bewiesen, indem sie mir den Formel-1-Aufstieg ermöglicht haben. In dieser Hinsicht muss man auch loyal bleiben. Ich geniesse es, für Red Bull Racing zu fahren, denn wir haben ein grossartiges Auto. Das Team hat in der Vergangenheit auch gezeigt, dass es gut mit umfassenden Regeländerungen umgehen kann und mehrfach den WM-Titel errungen. Ich freue mich sehr, noch einige Jahre hier zu verbringen.

Wie sieht es mit einem Start in einer anderen Meisterschaft aus – etwa im legendären 24-Stunden-Rennen von Le Mans? Würde dich das reizen? Und mit wem würdest du das Rennen gerne bestreiten?

Ich würde bei diesem Rennen gerne irgendwann einmal mit meinem Vater Jos zusammen antreten. Aber noch nicht jetzt, erst etwas später in meiner Karriere. Aber das reizt mich definitiv.

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