Markus Venus: «Hat auf Anhieb gut funktioniert»

Von Rudi Hagen
A-Finale Eenrum: Markus Venus/Markus Eibl (11) schon in Kurve 1 auf dem Weg zum Titel

A-Finale Eenrum: Markus Venus/Markus Eibl (11) schon in Kurve 1 auf dem Weg zum Titel

Knapp zehn Minuten Zeit hatten Markus Venus und Markus Eibl in Eenrum Zeit, um sich beim Training auf dem Motorrad miteinander abzustimmen. Am Ende waren sie neue Seitenwagen-Europameister auf der Grasbahn.

Aller guten Dinge sind drei, zum Beispiel dreimal Markus. Markus Venus, Markus Heiß und Markus Eibl. Schon seit Jahren versuchen die beiden Niederbayern Venus und Heiß die Krone im Gespannsport, den Europameistertitel auf der Grasbahn, zu ergattern. Deutsche Meister wurden die beiden zwischen 2013 und 2019 schon ganze sechsmal.

Aber der EM-Titel fehlte noch. Das Team vom RSC Pfarrkirchen hatte die letzten Jahre immer das gemischte niederländische Duo William Matthijssen/Sandra Mollema vor der Nase. Nach Matthijssens Rückzug aus dem aktiven Sport schien der Weg frei für Markus und Markus. Aber dann machte Corona einen Strich durch die schönen Pläne.

Im niederländischen Eenrum sollte es jetzt soweit sein für die beiden Freunde. Und schon wieder durchkreuzte Corona ihre Pläne. Markus Heiß wurde in der Woche vor dem EM-Finale positiv auf das Virus getestet.

Da sprang der dritte Markus ein, Markus Eibl, Vorstand beim RSC Pfarrkirchen und selbst vierfacher Europameister als Beifahrer vom Tommy Kunert. Und es klappte auf Anhieb zwischen Fahrer und Beifahrer. «Mit dem Eibl Markus hat das auf Anhieb perfekt funktioniert», sagte Markus jetzt im Gespräch mit SPEEDWEEK.com, «wir haben schon auf der Fahrt nach Holland viel miteinander gesprochen, wie wir das Ganze angehen wollen.»

Auf der Grasbahn im Sportpark Eenrum hatten die beiden nur knapp zehn Minuten Zeit zur Eingewöhnung, zweimal freies Training und einmal Startbandtraining. Venus: «Das hat mit ihm auf Anhieb so gut geklappt wie mit dem Markus.»

Das zeigte sich auch, als es um die Wurst oder besser gesagt um den Europameisterschaftstitel ging. Nur in ihrem zweiten Vorlauf kamen sie als Zweite hinter Sven Holstein und Beifahrerin Natasha Bartlett ins Ziel. Aber hier schien es so, als ob Venus nicht letztes Risiko fahren wollte.

Bei der Wahl der Startpositionen für das A-Finale zeigte die Cleverness eines Markus Venus. «Von rot und blau kam man zwar besser weg, aber danach fehlte einem dort der Radius», analysierte der 40-Jährige die Gegebenheiten, «daher hatte ich weiß gewählt, ich durfte nur den Start nicht verpassen.»

Venus/Eibl starteten perfekt und machten eingangs von Kurve eins den neuen niederländischen Meistern Wilfred Detz/Wendy Arling und auch Holstein/Bartlett die Tür vor der Nase zu. Die Briten Mitch Godden/Paul Smith und Manuel und Melanie Meier vom MSC Berghaupten hatten von den beiden Außenpositionen etwas schlechtere Karten.

Venus/Eibl siegten mit klarem Vorsprung vor Godden/Smith, die sich über die Außenbahn an allen außer den neuen Europameistern vorbeigepresst hatten. Detz/Arling wurden Dritte vor Meier/Meier, Holstein/Bartlett und den Franzosen Guilaume und Baptiste Comblon.

Die Freude war am Ende groß im Team Venus. «Natürlich freut man sich über den EM-Titel», so Venus, «aber der Dank gebührt nicht nur dem Markus, dass er für den Markus eingesprungen ist, sondern er geht an das ganze Team, welches hervorragend gearbeitet hat und an den Anton Nischler, der uns einen hervorragenden Motor zur Verfügung gestellt hat.»

Die Bahnverhältnisse in Eenrum sieht Markus Venus im Nachhinein so: «Die Bahn war in Ordnung, in der inneren Kurve vielleicht etwas wellig, Vielleicht hätte man in der Mittagspause wässern sollen, aber hinterher ist man ja immer schlauer.»

Am kommenden Sonntag ist jedoch schon alles wieder Schnee von gestern. In Berghaupten steht die Deutsche Meisterschaft auf dem Plan oder korrekt formuliert, die DMSB Meisterschaft Seitenwagen. Venus: «Da fährt der Markus Heiß wieder bei mir im Boot , er ist negativ getestet und arbeitet auch schon wieder.»

Übrigens Arbeit: Gleich nach dem EM-Finale in Eenrum ging es für das Team Venus wieder auf die Rückreise gen Heimat. Um sechs Uhr kam man in Pfarrkirchen an, Markus Eibl war um sieben bei der Arbeit und Markus Heiß eröffnete sein montägliches Homeoffice um 7:30 Uhr. Respekt.

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