Ein bekannter Name in der ADAC GT4: Hill, Phil Hill

Von Thorsten Horn
Der deutsche Phil Hill

Der deutsche Phil Hill

Nein, nein – gemeint ist nicht der Formel-1-Weltmeister von 1961, sondern der in diesem Jahr neu in die ADAC GT4 Germany eingestiegene Phil Hill aus Mühlheim an der Ruhr.

Wenn man beim Studieren der Startlisten über den Namen Phil Hill stolpert, kommt man unweigerlich ins Grübeln und wittert eine zumindest kleine Story. So geschehen beim Saisonauftakt 2021 des ADAC GT Masters in der Motorsport Arena Oschersleben.

In den Start- und Ergebnislisten der ADAC GT4 Germany ist erstmals ein gewisser Phil Hill gestanden, der natürlich an den US-amerikanischen Formel-1-Weltmeister des Jahres 1961 auf Ferrari erinnerte. Dieser Name konnte ja kein Zufall sein, was Patrick Hill, der Vater des 19-Jährigen aus Mülheim an der Ruhr, bestätigte. «Der Name Hill stammt aus England bzw. Irland und ist so etwas wie bei uns Müller, Meier, Schulze. Von da aus wurde der Name nach Amerika und auch nach Deutschland verstreut. Ich selbst bin schon immer ziemlich Race-affin und selbst hobbymäßig Youngtimer-Trophy gefahren. Dass wir unseren Sohn Phil genannt haben, war eher eine spontane Entscheidung. Wir hatten fünf Vornamen auf der Liste. Als er dann geboren war, meinten wir, dass Phil gut passen würde», erklärte der Papa. «Dass er dann später auch mal Rennen fahren würde, war natürlich nicht so geplant.»

Das sieht sein Filius anders. «Mein Vater sagt zwar, dass es keine Absicht war, aber das kauft ihm keiner so richtig ab», meinte der junge deutsche Phil Hill.

Daran, dass es doch so kam, wie es kommen musste, erinnert sich der arbeitsbedingt durch seinen Vater in Hamburg geborene Rheinländer: «Als ich drei Jahre alt war, habe ich bei uns zu Hause meines Vaters Pokale gesehen. Die haben so schön geglänzt und mir so gut gefallen, dass ich solche auch einmal haben wollte. Später habe ich meine Eltern genervt: ich will Kart fahren, ich will Kart fahren, ich will Kart fahren. Mit sieben war ich dann groß genug, dass ich endlich Kart fahren konnte. Zunächst hobbymäßig mit dem Leihkart, bis ein Trainer auf mich zukam und meinte, ich hätte Potenzial. Danach habe ich jede Woche richtig trainiert. Nachdem wir von Hamburg nach Mülheim umgezogen waren, bin ich zu den Rennkarts gekommen.»

2014 wurde er Dritter im ADAC Kart Masters und gewann 2017 den ROK Cup Germany. Von da aus ging es 2018 in die Formel Renault NEC, die er als Vizemeister abschloss. «Eigentlich wäre die Formel 3 Regional European Championship der nächste Schritt gewesen, aber eine halbe Million Euro konnten wir nicht aufbringen», begründet Vater Patrick den Wechsel in den GT-Sport.

Im ersten Corona-Jahr 2020 trat Phil Hill in der Nürburgring Langstrecken Serie auf der Nordschleife an, in der er auf drei Klassen-Podestplätze verweisen kann.

In diesem Jahr geht er für das bayrische Team Allied-Racing zusammen mit dem Euskirchener Moritz Wiskirchen mit einem Porsche 718 Cayman GT4 CS MR an den Start und gibt an, den Gewinn der Junior-Trophy zum Ziel zu haben. «Perspektivisch möchte ich GT3-Werksfahrer werden, im ADAC GT Masters oder gern auch international», so noch einmal Phil Hill.

Und was sagt er zu seinem großen Namen selbst? «Der Name ist schon cool. Einerseits ist es ein sehr kurzer Name, er reimt sich, was viele Leute lustig finden. Natürlich kennen den Namen Phil Hill viele von 1961. Von daher habe ich noch nie eine negative Resonanz auf meinen Namen bekommen. Ich habe aber meine eigenen Ansprüche an mich selbst. Da ist es egal, wie ich heiße oder heißen würde. Als ich als kleiner Junge mit dem Kartfahren angefangen habe, wollte natürlich auch ich in die Formel 1, aber das ist für uns kaum zu realisieren.»

Beim Auftakt zur ADAC GT4 Germany in Oschersleben belegten Moritz Wiskirchen und Phil Hill die Plätze 10 und 9.

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