Arnaud Friedrich (BMW): Pläne 2019 ja – Vertrag nein

Von Esther Babel
IDM Superbike

Der Sachse war eines der jungen Superbike-Talente in der IDM 2017. In diesem Jahr der Umstieg zur Alpe Adria und der Langstrecken-WM. In der IDM 2019 gibt es wenn, einen Gaststart. BSB oder STK-1000 Cup sind Optionen.

Im letzten Jahr war der Teenager vom Sachsenring der jüngste Pilot in der IDM Superbike und absolvierte als Teamkollege vom späteren Meister Markus Reiterberger seine Lehre. In diesem Jahr blieb Friedrich zwar BMW treu, wechselte aber in das Team LRP Poland. Langstrecken-Weltmeisterschaft, polnische Meisterschaft, Alpe Adria Meisterschaft, der Nachwuchsfahrer ist viel rumgekommen.

SPEEDWEEK.com erzählt er nun, wie es gelaufen ist, und was er in der Zukunft so plant. Eine komplette IDM-Saison steht dabei nicht auf seinem Zettel. Der Sachse hat andere Pläne.

SPEEDWEEK.com: Wie ist es dir nach dem Umstieg von der IDM 2017 in die Alpe-Adria-Meisterschaft und die Langstrecken-WM 2018 ergangen?

Arnaud Friedrich: «Die Saison 2017 war ein sehr schönes Jahr. Ich durfte in der IDM im BMW-Werksteam fahren. Meine Leistungen waren jetzt nicht so grandios, aber ich habe da sehr viel gelernt. Zum Beispiel in einem großen Team zu arbeiten, das hat mich auf jeden Fall weitergebracht. Mit dem Team LRP Poland ging es dann dieses Jahr weiter. Das ist auch eine gute Truppe, die sehr professionell arbeitet. Wir standen ja auch in Kontakt mit Werner Daemen vom IDM-BMW-Team und hatten dasselbe Material und alles drum und dran.»

Für den ersten Langstrecken-Einsatz in Le Mans warst du einen Tag zu jung und durftest nicht starten. Aufgefallen ist das den Verantwortlichen erst, als du schon vor Ort warst. Hast du diesen Tiefschlag inzwischen überwunden?

«Wir hatten sehr viel geplant, und das war zum Teil richtig teuer. Als wir dann dahin gekommen sind und die gesagt haben, ich kann nicht fahren, war das ein Schlag ins Gesicht. Das war echt nicht schön. Ich hatte mich auf dieses Event sechs, sieben Wochen knallhart vorbereitet. Sportlich gesehen. Aber – Tiefschlag überwunden. Wenn ich manchmal den Mann sehe, der das damals so entschieden hat und dann will er einem einfach die Hand geben, als wäre nichts gewesen. Seine Entscheidung werde ich nie vergessen. Es ging um einen Tag, das ist lächerlich. Es gab übrigens auch schon Fahrer, die unter 18 da gefahren sind. Einen glaube ich.»

Welche der Serien hat dich denn am meisten beeindruckt und warum?

Wir sind wirklich sehr viel rumgekommen. Das hat man auch gemerkt. Die letzten Rennen waren richtig anstrengend. Es ist ja nicht nur, dass man zum Rennplatz kommt. Die Jungs müssen ja auch das Motorrad vorbereiten. Mich hat das an die Grenzen gebracht. Die Langstrecken-WM war sehr hart.

Aber die Endurance hat mich schon am meisten beeindruckt. Ganz klar, das ist WM, das ganze Niveau, die Zuschauerzahlen, der ganze Rennablauf. Es sind sehr viele bekannte Fahrer dort am Start. Das war schon eine tolle Sache, das mal eine Saison mitzuerleben und mitzufahren. Das war auch die schwierigste Meisterschaft, in der ich mitgefahren bin. Vor allem beim Bol d’Or, dem 24-Stunden-Rennen. Ich hatte es mir ehrlich gesagt einfacher vorgestellt. Nachts ist es echt am schlimmsten. Wenn du gerade mal für 20 Minuten eingenickt bist und dann kommt schon wieder einer rein und man soll startklar sein. Das ist echt nicht einfach, so ein 24er zu bestreiten und auch durchzufahren. Uns ist leider nach 21 Stunden der Motor kaputt gegangen. Das war schon traurig, denn das Team hat echt hart gearbeitet. Aber das ist eben Racing.»

Wo konntest du dieses Jahr deine beste Performance zeigen?

Klar habe ich wie immer mein Bestes gegeben und habe viel dazu gelernt. An meinem Fahrstil habe ich noch so einiges überarbeitet. In der Alpe Adria bin ich dann Vizemeister geworden. Hätte besser laufen können. Ich hatte das Problem, dass ich in der Regel auf Strecken gekommen bin, auf denen ich vorher noch nie war. Wir haben leider kein einziges Mal getestet. Daher war alles neu für mich und eben auch ziemlich anspruchsvoll.

Warum gab es nicht auch mal einen Start in der IDM Superbike?

Ich habe das ganze Jahr versucht, irgendwie einen IDM-Start hinzukriegen. Aber es war dann eben mit den Überschneidungen sehr schwierig. Oder das IDM-Rennen wäre genau eine Woche vor einem Alpe-Adria-Rennen oder der Langstrecken-WM gewesen und das wäre mit der Vorbereitung sehr schwierig geworden.

In welchem Bereich hast du dich als Fahrer am meisten weiterentwickelt?

Natürlich erst mal die Sprache. Ich musste das gesamte Jahr auf Englisch kommunizieren. Fahrerisch denke ich auch, dass ich dazugelernt habe. Ich weiß zwar nicht genau, in welchem Bereich, da ich keinen Vergleich hatte. Daher wäre ich schon gerne mal IDM gefahren. Um einfach auch mal einen Vergleich zum letzten Jahr zu haben. Aber wir werden es sicherlich nächstes Jahr irgendwie hinbekommen.

Hast du mit dem Team LRP Poland einen Vertrag für 2019? Oder welche Pläne verfolgst du? Werden wir dich in der IDM wiedersehen?

Es ist noch alles offen. Ein Angebot von LRP Poland habe ich bereits vorliegen, dass wir den Superstock-1000-EM-Cup fahren können. Mal schauen, wie sich das jetzt mit der Organisation und allem drum und dran so entwickelt.

IDM ist irgendwie schwierig. Es ist für mich wie ein Zuhause. Aber sie ist und bleibt sehr teuer. Am Ende der IDM kann man sich genauso wenig was kaufen, wie von einem Titel in der Alpe Adria. Das ist nun mal so. Der für mich einzig sinnvolle Schritt wäre, mal in Richtung Britische Superbikemeisterschaft zu schauen. Da versuche ich gerade mal, zu BMW-Teams Kontakte aufzubauen. BMW bleibe ich treu, da es sehr spannend ist mit dem neuen Motorrad, das ich auf der EICMA schon selber gesehen habe.

Klar bin ich für alles offen. Aber es ist eben einfach schwierig. Jetzt schaue ich mal, wie es mit den Terminen wird und mit möglichen Überschneidungen, so kann man dann mal einen IDM-Gaststart planen.

Mit Sicherheit fahre ich wieder die Langstrecken-WM. Das ist ein Highlight. Mit bester Vermarktung und TV-Übertragung. Für die Sponsoren ist das eine tolle Sache und denen kann man ein ansprechendes Angebot zu machen.

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