Belgische Kämpfernatur

Von Thomas Kuttruf
IDM Superbike
Didier van Keymeulen: Es wird ernst.

Didier van Keymeulen: Es wird ernst.

Für Didier Van Keymeulen beginnt am kommenden Wochenende auf dem EuroSpeedway Lausitz die Saison in der IDM Superbike.

Belgien ist eigentlich Motocross-Country. Strassenfahrer haben es schwerer, weil es kaum Rennstrecken gibt. Didier Van Keymeulen hat sich deshalb beharrlich bei Renneinsätzen auf ausländischen Pisten noch oben gekämpft. Nach ersten Erfolgen in einer Moto-Aktiv-ähnlichen Szene stieg er gleich in die Superstock-EM auf. Jedes Jahr verbesserter er sein Fahrkönnen auf verschiedenen 1000er Serien-Fabrikaten, bis er 2005 den 1000er-FIM-Cupwettbewerb gewann – vor dem späteren 600er Weltmeister Kenan Sofuoglu. Van Keymeulen hat zahlreiche Rennen in Deutschland bestritten. Auch in der Endurance-WM sammelte er Erfolge. 2008 drehte er für ein holländisches Team in der 600 Supersport-WM am Quirl. Der 25-jährige Belgier aus Larne-Kalken hat sich als steinharter Gasgeber, der abseits der Piste eher mit Bescheidenheit auffällt, einen Namen gemacht.

2009 fährt Didier Van Keymeulen für KTM die neue 1190 RC8 R in der Superbike-IDM. Wie der inzwischen sehr erfahrene Vollgas-Profi mit dem Zweizylinder-Superbike zu recht kommt, wird sicher spannend und sehenswert zugleich.
 

Bisher hast Du immer Vierzlinder-Motorräder gesteuert. Ist die Umstellung auf den Twin der 1190 RC8R gross?
«Eigentlich hatte ich damit überhaupt kein Problem. Bis zum IDM-Auftaktrennen am Lausitzring werden wir insgesamt 14 Testtage absolviert haben. Ich habe mich vom ersten Moment an auf der KTM wohl gefühlt und gute Rundenzeiten erzielt. Das hängt sicher damit zusammen, dass dieses Bike generell sehr einfach und problemlos zu fahren ist.»

Was sind die Stärken der neuen RC8 R? Wo müsst Ihr noch besser werden?
«Die KTM ist einfach zu fahren, vollkommen unkapriziös. Sie lenkt leicht ein, das Handling ist okay, auch in Wechselkurven. Die Motor-Power ist in Ordnung – alles fühlt sich gut an. Auch auf der Stoppuhr sehen wir recht gut aus. Wo wir besser werden müssen, kann ich derzeit nicht sagen. Das wird sich erst im direkten Vergleich mit der Konkurrenz feststellen lassen.»

Was versprichst Du dir von der Saison?
«Für KTM ist die IDM Superbike unbekanntes Terrain. Alles ist neu. Das Motorrad, das Team, wir müssen erst einmal Erfahrungen sammeln, einen Lernprozess durchlaufen. Gleich von Rennsiegen auszugehen wäre nicht realistisch. Wir streben natürlich möglichst gute Resultate an, aber wie weit uns das nach vorne trägt, werden wir sehen. Mein persönliches Ziel ist, möglichst unter die Top-Five zu fahren, je öfter desto besser.»

Die IDM umfasst 8 Rennen à zwei Läufe, die Strecken sind in Deutschland, Holland, Österreich. Sind Strecken für dich dabei, die Du neu lernen musst? Und wer zählt zu den Titelfavoriten?
«Ich bin auf allen Strecken, auf denen die IDM gastiert, schon gefahren. Das wird nützlich sein, wenn es gilt, eine passende Abstimmung zu finden. Wir müssen ja jedes Mal bei Null beginnen, weil es keine Erfahrungswerte gibt, auf die wir zurückgreifen können. Titelfavoriten sind Martin Bauer und Jörg Teuchert. Beides sind sehr starke Fahrer mit viel Erfahrung, die das Zeug dazu haben, um die Meisterschaft zu kämpfen. Die zu schlagen, wird schwierig.»

Aus der Supersport-WM in die IDM: Ist das Schritt rückwärts, oder ist es etwas Besonderes, für ein werksunterstütztes Importeurs-Team zu fahren?
«Vielleicht ist es in der Tat ein bisschen ungewöhnlich. Aber die IDM ist eine international besetzte Serie mit hohem Ansehen und ich habe mich mit Freude für KTM entschieden, weil die Company unglaublichen Enthusiasmus für Racing an den Tag legt. Die RC8 R ist ein viel versprechendes Motorrad, Potential für Erfolg ist vorhanden. Es wird darauf ankommen, was wir daraus machen. Man weiss nie, wie sich die Dinge entwickeln. Wenn KTM das Superbike-Projekt eines Tages auf dem nächsten Level weiter vorantreibt, kann ich mich vielleicht dafür empfehlen.“

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