Frauen-WM: Hoffnung nach schlimmem Unfall

Fahrer-Reaktionen auf Streichung des ÖM-Status

Von Helmut Ohner
Das erwartete Duell zwischen Gesslbauer (li.) und Mayer blieb aus

Das erwartete Duell zwischen Gesslbauer (li.) und Mayer blieb aus

Unverständnis herrschte in Rijeka über die kurzfristige Entscheidung der Austrian Motorsport Federation AMF vor, den Rennen in Rijeka den Meisterschaftsstaus zu verweigern. Hier einige Reaktionen der Fahrer.

Das gesamte Wochenende war die Aberkennung des Meisterschaftsstatus der IOEM-Rennen in Rijeka das bestimmende Thema im Fahrerlager. Vor allem der Zeitpunkt dieser Maßnahme sorgte unter den Fahrern, die sich auf spannende Rennen gefreut hatten, für so manche Zornesfalte in den Gesichtern und den einen oder anderen deutlichen Spruch Richtung der Verantwortlichen bei der Austrian Motorsport Federation AMF.

Egal, wer nun Schuld an der Misere hat, feststeht, dass die Piloten, die viel Geld und Zeit investiert haben, um sich den Traum vom österreichischen Meistertitel zu erfüllen, die Leidtragenden sind. Sie müssen jetzt ihren Sponsoren und Gönnern gegenüber erklären, warum es nicht die zugesagten Veranstaltungen und die damit einhergehende Berichterstattung in den Medien als Gegenwert für ihre Zuwendungen gibt.

«Motorsport ist bekanntermaßen nicht billig und man ist deswegen über jeden Geldgeber froh, der hilft, das Budget zu stemmen. Als Fahrer finde ich es extrem schlecht, dass uns mit der Absage die Bühne genommen wurde, uns den Sponsoren zu präsentieren. Wie soll man sie bei der Stange halten oder neue finden?», fragt sich Geri Gesslbauer, der sich auch wundert, als Fahrersprecher nicht in die Entscheidung eingebunden worden zu sein.

«Von der AMF bin ich sehr enttäuscht. Sie haben es organisatorisch nicht einmal hinbekommen, uns Fahrer zu informieren. Die E-Mail mit der Absage habe ich und andere Fahrer gar nicht bekommen. Erst in Kroatien habe ich von anderen Teilnehmern erfahren, dass es keine Meisterschaftspunkte geben wird», bringt es Gerald Gruber auf den Punkt. «Mich ärgert, dass wir der Föderation egal sind. Ich werde mir keine Lizenz mehr holen.»

«Ich weiß nicht was ich sagen soll! Dass ein Verband, der selbst nicht fähig ist, eine Meisterschaft auf die Beine zu stellen, den deutschen Veranstalter Eder Racing, der alles versucht, um eine Staatsmeisterschaft zu veranstalten, so im Regen stehen lässt, ist für mich nicht zu erklären. Traurig für einen Verband sich so zu präsentieren. Schämt euch!», fehlt Jakob Furtner jegliches Verständnis für die Vorgangsweise der AMF.

«Geld von Fahrern und auch vom Veranstalter zu kassieren, macht niemandem was aus, eine Anreise und Unterstützung ist dann wohl aber zu viel Aufwand für die Herren. Ich bin gerne für die AMF als Lizenznehmer an den Start gegangen, mit Sicherheit werde ich keinen Meter mehr für diesen Verein fahren. Eder Racing gibt sich trotz erschwerter Bedingungen wahnsinnig viel Mühe und begeistert zumindest mich und sicher auch andere Teilnehmer mit seinen Events.»

«Einfach nur lächerlich, was die Austrian Motorsport Federation die Jahre hinweg liefert», fühlt sich der zweifache Supersport-Meister Thomas Berghammer in seiner Meinung bestätigt, aus der Meisterschaft ausgestiegen zu sein. «Ich habe schon seit zwei Jahren keine Lizenz gelöst und würde auch anderen raten, keine mehr zu holen. Mal schauen, ob sie dann in die Gänge kommen, wenn sie kein Geld mehr von uns bekommen.»

«Fahren wir einfach eine IOEM - Interne Österreichische Meisterschaft. Für uns Fahrer macht die Wertigkeit der Meisterschaft ohnedies die Konkurrenz, mit der man sich messen kann und sich zu schnelleren Rundenzeiten pusht, aus», lautet der Vorschlag von Raimund Söllinger, der sich aber bewusst ist, dass der offizielle Stellenwert so einer Meisterschaft in der Öffentlichkeit und für die Sponsoren weniger Bedeutung hätte.

Gefahren wurde auf der früheren Grand-Prix-Strecke nahe Rijeka trotzdem. In Abwesenheit von Julian Mayer, der zwar auf seiner Ducati Panigale für die schnellsten Trainingszeiten sorgte, danach aber auf die Rennen verzichtete, gewann Geri Gesslbauer auf seiner Honda CBR1000RR-R beide Superbike-Läufe. Die Siege in der Klasse Superstock 600 gingen an Dominik Blersch (Yamaha) und Rafael Neuner (Kawasaki).

Ergebnisse
Superstock 600, Samstag
1. Dominik Blersch, Yamaha, 8 Runden in 12:24,047 min. 2. Rafael Neuner, 0,035 sec. zur. 3. Kevin Ranner, +0,154 sec. 4. Jakob Furtner, alle Kawasaki. 5. Lenny Ulbel. 6. Laon Lambing. 7. Raimund Söllinger. 8. Danilo Digiorgo. 9. Niccolò Trevisan. 10. Richard Finazzer. 11. Amir Osmanovic. 12. Gerald Gruber, alle Yamaha. Schnellste Runde: Furtner in 1:31,753 min.
Superstock 600, Sonntag
1. Neuner, 10 Runden in 15:28,033 min. 2. Ranner, 1,744 sec. zur. 3. Furtner, +1,921 sec. 4. Lambing. 5. Trevisan. 6. Söllinger. 7. Finazzer. 8. Digiorgio. 9. Osmanovic. 10. Gruber. Schnellste Runde: Furtner in 1:31,926 min.
Superbike, Samstag
1. Geri Gesslbauer, Honda, 10 Runden in 15:01,060 min. 2. Hannes Schafzahl, Yamaha, 1,548 sec. zur. 3. Marko Bolko, Kawasaki, +1,596. 4. Harry Huber, Ducati. 5. Andreas Gangl, Suzuki. 6. Mathias Jammernegg. 7. Andreas Jochum. 8. Michael Grassmair. 9. Pascal Vallant. 10. Julian Trummer, alle Yamaha. Schnellste Runde: Balko in 1:29,012 min.
Superbike, Sonntag
1. Gesslbauer, 10 Runden in 14:57,613 min. 2. Adrian Gyutai, Yamaha, 3,279 sec. zur. 3. Huber, +12,956 sec. 4. Grassmair. 5. Jammernegg. 6. Vallant. Schnellste Runde: Gesslbauer in 1:28,731 min.

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