Wiegands Aufholjagd in Tschechien

Von Toni Hoffmann
IRC
Sepp Wiegand bei der Rallye Barum.

Sepp Wiegand bei der Rallye Barum.

Englisches Wetter und ein Baum, der nicht zur Seite springen will, Sepp Wiegand mit Glück im Unglück bei der Rallye Barum. Acht Skoda Fabia in Zlin vorne.

«Plötzlich war ich nur noch Passagier», schildert Sepp Wiegand sein Aha-Erlebnis kurz vor Ende von Wertungsprüfung sieben. Beim Anbremsen einer Rechtskurve brach der Fabia des 21-jährigen auf frisch geteerter Piste urplötzlich aus, drehte sich und prallte rückwärts gegen einen Baum. Glück im Unglück: Außer einem Schreck, zerknittertem Heck und etwas mehr als einer Minute Zeitverlust passiert nichts weiter. Das Team von Skoda Auto Deutschland fällt zwar kurzzeitig bis auf den 15. Platz zurück, kann aber – auch dank der Blitzreparatur der JUKA-Mechaniker – die von englischem Wetter geprägte Rallye Barum fortsetzen.

«Riesenkompliment an unsere Mechaniker - ich wusste nicht, ob das Auto so schnell zu reparieren ist, aber nach 30 Minuten sah es so gut wie neu aus», lobt Sepp Wiegand die Arbeit der JUKA-Mannschaft. Rallyesport ist Teamsport – erst recht, wenn es mal nicht so läuft. «Ich hatte heute gleich mehrere so genannte ‚Big-Moments’», zeigt sich der Skoda-Junior am Ende des heutigen Tages erleichtert. Die Rallye Barum gilt offenbar zu Recht als eine der anspruchsvollsten im diesjährigen IRC-Kalender. Die von Tempo und Streckenverlauf her abwechslungsreichen Prüfungen verlangen auch durch das ständig wechselnde Wetter – inklusive dichtem Nebel am Abend - wirklich alles von den Piloten.

Dank Heimvorteil können sich auf den Prüfungen rings um die mährische Industriestadt Zlin insbesondere die tschechischen Piloten stark in Szene setzen: Fünf der am Abend bestplatzierten Zehn stammen aus dem Heimatland von Skoda, dazu kommen noch Karl Kruuda aus Estland und Robert Barrable aus Irland.

An der Spitze liefern sich die Skoda Werkspiloten Juho Hänninen und Jan Kopecký mit dem IRC-Gesamtführenden Andreas Mikkelsen einen elektrisierenden Dreikampf, oft liegen nur Sekundenbruchteile zwischen ihnen. Bester nicht S2000-Pilot ist der Österreicher Andreas Aigner auf einem Subaru Impreza STi R4 auf Rang zehn. Nur zwei Plätze und rund eine Minute später folgen trotz des Zwischenfalls in Prüfung sieben Sepp Wiegand/Timo Gottschalk. Morgen sollten sie durchaus noch die Chance haben, in die Top Ten zu fahren – an der Motivation für die verbleibenden sechs Wertungsprüfungen fehlt es den Skoda Auto Deutschland-Piloten ganz sicher nicht.

Und so geht es am Sonntag weiter: Sechs Wertungsprüfungen über 112,4 Kilometer liegen vor den Piloten, das erste Auto wird gegen 14.15 Uhr über die Zielrampe fahren.

Stand nach neun von 15 Wertungsprüfungen
1. Hänninen/Markkula (FIN), Skoda Fabia, S2000 1:22:57,1 h
2. Kopecký/Dresler (CZ), Skoda Fabia S2000, + 11,4 sec
3. Mikkelsen/Floene (N), Skoda Fabia S2000, + 29,4
4. Kostka/Houšt (CZ), Skoda Fabia S2000, + 48,1
5. Kresta/Gross (CZ), Skoda Fabia S2000, + 56,7
6. Barrable/Loudon (IRL), Skoda Fabia S2000, + 3:01,9 min
7. Kruuda/Järveoja (EE), Skoda Fabia S2000, + 3:05,1
8. Tarabus/Trunkát (CZ), Skoda Fabia S2000, + 3:26,2
9. Aigner/Minor (A), Subaru Impreza Sti R4, + 3:32,7
10. Solowow/Baran (PL), Peugeot 207 S2000, + 4:07,2
11. Wiegand/Gottschalk (D), Skoda Fabia S2000, + 4:33,7

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