David Datzer (BMW) steigt in Horice in die IRRC

Von Helmut Ohner
An diesen Anblick könnte sich David Datzer (Mitte) gewöhnen

An diesen Anblick könnte sich David Datzer (Mitte) gewöhnen

Weil die meisten Straßenrennen abgesagt wurden, wandte sich David Datzer mit Erfolg dem Superstock-Cup zu, doch am kommenden Wochenende geht der Bayer in Horice wieder seiner alten Liebe nach.

Lange Zeit standen die Räder im Road Racing coronabedingt still. Nahezu alle Rennen auf der Isle of Man, in Nordirland und in Mitteleuropa verschwanden aus den Terminkalendern. Wollte man als Fahrer weiterhin aktiv bleiben, musste man sich ein anderes Betätigungsfeld suchen. David Datzer wurde fündig. Er fährt diese Saison den IDM Pro Superstock Cup, der im Rahmen der Internationalen Deutschen Meisterschaft ausgetragen wird.

Es dauerte, bis sich der Bayer mit den für ihn ungewohnten Bedingungen angefreundet hatte. Beim Saisonauftakt in Oschersleben belegte er die Ränge 6 und 5. Am zweiten Rennwochenende in Most hatte sich der BMW-Fahrer Vilsbiburg bereits soweit adaptiert, dass er nach dem zweiten Lauf als Dritter neben dem Belgier Come Geenen und seinem deutschen Landsmann Moritz Jenkner erstmals auf das Podium klettern durfte.

Dass die Top-3-Platzierung kein Zufall war, stellte Datzer auf dem Nürburgring, wo er sich in Lauf 1 nur Philipp Gengelbach und Geenen geschlagen geben musste. Spätestens mit dem Event in Schleiz ist klar, dass sich der Vater einer Tochter zum Rundstreckenfahrer gewandelt hatte, auch wenn die Strecke in Schleiz dem Road Racing ziemlich nahekommt. Kein Wunder, dass es für den ersten Sieg und einen weiteren dritten Platz gab.

Vor dem finalen Rennwochenende auf dem Hockenheimring Ende September liegt Datzer an der zweiten Stelle. Der Gesamtsieg ist mit einem Rückstand von 54 Zählern zwar nicht mehr möglich, auf den Drittplatzierten Jenkner bringt er einen 21-Punkte-Vorsprung mit. Der Vierte Daniel Kirchhoff liegt weitere sechs Punkte zurück. Trotz der unerwarteten Erfolge kommt ein Wechsel von der Tourist Trophy zur IDM nicht in Frage.

Am kommenden Wochenende (13. bis 15. August) kann sich der Fahrer vom MTP-Racing Team bei der zweiten Veranstaltung der International Road Racing Championship (IRRC) wieder seinem ursprünglichen Metier zuwenden. Im tschechischen Horice wird Datzer auf den Schweizer Lukas Maurer treffen, der beide Läufe beim Saisonauftakt im belgischen Chimay vor dem Deutschen Didier Grams für sich entscheiden konnte.

Nachdem er auf Chimay verzichtet hatte, weil er dem Pro Superstock Cup auf dem Schleizer Dreieck den Vorzug gab, liegt der Gesamtsieg in weiter Ferne. «Horice ist für mich ein sehr magischer Ort, bei dem ich 2015 bei den 300Kurven mein Road-Racing-Debüt gemacht habe. Ich werde versuchen, während der restlichen Events die verpassten Punkte aufzuholen und vielleicht das eine oder andere Rennen zu gewinnen», gibt sich Datzer angriffslustig.

Neben Maurer, Grams und Datzer werden mit den Deutschen Patrick Hoff, Andreas Böse, Andreas Jochum, Marcel Elsner und Johannes Schwimmbeck sowie dem Schweizer Olivier Lupberger und dem Österreicher Andreas Gangl noch weitere deutschsprachige Fahrer bei der IRRC Superbike an der Startlinie stehen.

Stand IRRC Superbike (nach 2 von 8 Rennen)
1. Lukas Maurer (CH), Kawasaki, 50 Punkte. 2. Didier Grams (D), BMW, 40. 3. Marek Cervený (CZ), BMW und Joey Den Besten (NL), Suzuki, beide 29. 5. Laurent Hoffmann (B), BMW, 22. 6. Virgil-Amber Bloemhard (NL), Kawasaki, 18. Ferner: 9. Johannes Schwimmbeck (D), BMW, 13. 12. Marcel Elsner (D), Yamaha. 13. Patrick Hoff (D), Suzuki, 6.

Stand IRRC Supersport (nach 2 von 8 Rennen)
1. Pierre-Yves Bian (F), Kawasaki, 50 Punkte. 2. Ilja Caljouw (NL), Yamaha, 40. 3. Christian Schmitz (D), Yamaha, 29. 4. Cyril Lecocq (F), Honda, 24. 5. Jerome Bagard (F), Yamaha, 20. 6. Yann Galli (F), Yamaha, 18.

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