Neue Version des Aprilia-Hits: Aufgewertete RS660

Von Bernhard M. Höhne
Aprilias RS660 ist nach wie vor ein Bestseller. Um das Interesse aufrecht zu erhalten, wird das Angebot um eine Version unterhalb der Factory-Variante ergänzt, ausgestattet mit einer Öhlins-Gabel.

Die RS660 ist für Aprilia ein Bestseller. Gleichzeitig ist sie mit ihrem 659ccm-Reihentwin, der aus der hinteren Zylinderbank der Aprilia RSV4 abgeleitet wurde, auch ein Imagetreiber, der den Sportsgeist der Italiener ins Mittelklassesegment transportiert hat.

Noch viel wichtiger aber ist, dass sie ein ganzes Segment neu belebt hat, nämlich das der Mittelklassesportler: Wahrscheinlich würde es heute weder Yamahas R7 noch R9 geben, KTMs 990 RC R hätte eine schlechtere Chance auf Verwirklichung gehabt und es ist obendrein wahrscheinlich, dass Ducatis aktuelle Panigale V2 anders konzipiert worden wäre, wenn die RS660 diesem Segment kein neues Leben eingepustet hätte. Sie hat demonstriert, dass auch moderne Sportbikes mit handhabbarer Leistung und vertretbarer Alltagstauglichkeit begehrenswert auf die Kundschaft wirken.

Da ist nur folgerichtig, dass die Venezianer die Modellfamilie auf dieser Basis in weitere Segmente ausweiten: Nach dieser Logik folgte ein Jahr nach der vollverkleideten Schwester die unverkleidete Tuono 660, danach hat die Reise-Enduro Tuareg 660 die Modellfamilie erweitert. Am besten am Markt zieht aber nach wie vor die RS660 selbst, und so versuchen die Noaleser ihr wichtigstes Modell konstant begehrenswert zu halten.

Im vergangenen Jahr folgte eine Überarbeitung für das Basis-Modell und die traditionell «Factory» genannte Spitzenvariante. Diese schlägt jedoch in den meisten Märkten mit satten 2200 bis 2500 € Aufpreis zur Basis-Version zu Buche - lässt also noch Raum, der sich mit einer zusätzlichen Version besetzen lässt.

Und eben das scheint der Schritt zu sein, den Aprilia zur Saison 2026 gehen könnte. Dies jedenfalls legen Fotos nahe, die in der Nähe von Aprilias Entwicklungsbasis entstanden sind.

Sie zeigen eine RS660 auf Erprobungsfahrt im Tandem mit einer regulären Basis-RS660 aktueller Bauart. Erst im direkten Vergleich erkennt man die Unterschiede: So wurde zwar die Verkleidung bei der neuen Variante offenbar 1:1 von den bisherigen Ausstattungsversionen übernommen. Sie zeigt auch die vergleichsweise klein gehaltenen Winglets, die bei den derzeit erhältlichen RS660 seit letztem Jahr verbaut werden.

Am Motor sind äußerlich keine Änderungen sichtbar. Das heißt, dass auch die Leistung bei den bekannten 105 PS liegen dürfte. Offensichtlich ist am Prototypen zunächst nur die mattschwarze Lackierung, wie sie für Vorserienmotorräder der Italiener typisch ist.

Am Fahrwerk jedoch kommt eine Mischung der beiden aktuellen Versionen zum Einsatz. Bei der Vorderradgabel handelt es sich um die 43mm NIX 30-USD-Gabel von Öhlins, welche die Factory-Variante auszeichnet. Am Heck jedoch wird anstelle des Öhlins STX46 der Factory das Kayaba-Federbein der Basis-660er verbaut - dieses ist dennoch voll einstellbar.

Bereift ist der Prototyp mit Pirelli Diablo Rosso IV – die Erstbereifung der RS660er. Verzögert wird weiterhin mit Brembo-Monoblocs. Kein Standardteil ist der Karbon-Kotflügel vorn - diesen gibt es bislang nur im Zubehörkatalog der Italiener. Ob dieser zum Serienumfang zählen wird, lässt sich jedoch nicht seriös beantworten. Ganz sicher als Standard zu erwarten sind hingegen Kurven-ABS mit mehreren Einstellmöglichkeiten, Wheelie- und Launch-Control und diverse weitere elektronische Helferlein.

Als Bezeichnung könnten die Italiener das Kürzel «RF» wiederbeleben - eine Ausstattungsvariante der letzten RSV4-Generation, die parallel zu den Versionen RR und Factory verkauft wurde. Preislich dürfte sie sich auf halbem Weg zwischen Basis- und aktueller Factory-Version einreihen und entsprechend, je nach Markt, zwischen 1100 und 1500 € Zuschlag auf den Basispreis (11.799 € in Deutschland, 13.390 € in Österreich, Fr. 10.995.- in der Schweiz) nötig machen. Die Präsentation dürfte im November auf der EICMA in Mailand erfolgen.

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