Jesko Raffin: Nein zur MotoE, ein Virus schwächt ihn

Von Günther Wiesinger
Jesko Raffin: 2020 fuhr er eine NTS-Moto2 im RW Racing Team

Jesko Raffin: 2020 fuhr er eine NTS-Moto2 im RW Racing Team

Der Schweizer Jesko Raffin freut sich über das Interesse von Intact-Teamchef Jürgen Lingg für die MotoE 2023. Aber er will nur mit Verbrenner-Bikes fahren; dazu macht ihm die Viruserkrankung von 2020 zu schaffen.

Der zweifache Moto2-Europameister Jesko Raffin hat seine Rennsportkarriere nach der Saison 2020 als Moto2-Fahrer im niederländischen NTS RW Racing Team nach einer langwierigen Viruserkrankung unterbrochen oder quasi beendet. Er organisiert jetzt mit Jonas Folger Fahrerlehrgänge und Racing For-Fun-Events.

Doch der 26-jährige Zürcher könnte sich eine Fortsetzung seiner Rennfahrerkarriere durchaus vorstellen und freut sich, dass ihn Dynavolt-Intact-Teamchef Jürgen Lingg für einen der beiden MotoE-Weltcup-Teamplätze für 2023 in Betracht zieht.

Raffin hat für das Dynavolt-Team 2019 die Elektro-Rennserie bestritten, die 2023 an Reiz gewinnt, weil erstmals Ducati die Einheits-Motorräder liefern wird. «Ja, Rennen fahren wäre cool», erklärte Raffin im Gespräch mit SPEEDWEEK.com. «Da hätte ich echt Bock drauf, aber nicht in der MotoE. Ich habe das einmal gemacht und weiß, dass das nicht mein Ding ist. Vom Spaßfaktor und so weiter bin ich auf einem richtigen Rennbike mit einem Verbrennungsmotor glücklicher. Klar, in den drei Jahren ist in der MotoE schon Entwicklungarbeit passiert. Aber ich habe es einmal gemacht; es war spannend, es war eine gute Zeit. Trotzdem denke ich, dass ich es nicht noch einmal machen werde.»

Raffin hatte für 2022 auch Anfragen aus der Langstrecken-WM. «Ich hätte am liebsten zugesagt, weil ich es spannend finde, das einmal erlebt zu haben und ein Teil dieser Rennserie zu sein», räumte der Schweizer ein.

Doch Raffin hat die Viruserkranung von 2020 noch nicht restlos überwunden. «Aber ich bin gesundheitlich noch nicht an dem Punkt, an dem ich eine Stunde lang im Renntempo mit einem Motorrad fahren und nach einer Stunde wieder einen Turn absolvieren kann. Und dann natürlich pushen. Es geht mir nach fast zwei Jahren nach dem Zwischenfall körperlich gut. Ich kann es ganz normales Leben führen. Es geht mir super. Ich kann eigentlich alles machen, was ich will. Aber wenn es darum geht, auf dem Rennmotorrad Leistung abzuliefern, und auf dem Bike hat man eine sehr starke Belastung, dann lässt mein Körper nach. Denn ich habe jetzt nicht die Fitness, die ich einmal hatte. Dadurch dauert die Regeneration länger. Das merke ich, wenn ich mit Jonas auf einer Rennstrecke bin und eine 1000er fahre, die ja auch ein bisschen Power hat, dann machen die Arme relativ schnell zu.»

Raffin weiter: «Ich kann eine Stunde lang die volle Leistung geben, aber danach müsste ich mich so lange davon erholen, dass das Rennwochenende schon wieder vorbei wäre. Das ist immer noch das Hauptproblem. Mein Zustand ist zwar deutlich besser als 2020, aber ich spüre die Nachwirkungen immer noch. Wenn ich jetzt drei Tage auf der Rennstrecke bin, bin ich am dritten Tag definitiv nicht mehr frisch. Aber bei den heutigen Events fahre ich nie so am Limit und mit so einer Belastung wie an einem richtigen Rennwochenende.»

MotoE-Weltcup-Stand (nach 6 von 12 Rennen):

 

1. Aegerter 123. 2. Granado 95. 3. Ferrari 93. 4. Casadei 74. 5. Pons. 66. 6. Canepa 57. 7. Okubo 52. 8. Garzo 45. 9. Alcoba 41. 10. Zannoni 36.

MotoE-Weltcup-Kalender 2022

30. April: Jerez/Spanien
01. Mai: Jerez/Spanien
14. Mai: Le Mans/Frankreich
15. Mai: Le Mans/Frankreich
28. Mai: Mugello/Italien
29. Mai: Mugello/Italien
25. Juni: Assen/Niederlande
26. Juni: Assen/Niederlande
20. August: Red Bull Ring/Österreich
21. August: Red Bull Ring/Österreich
03. September: Misano/Italien
04. September: Misano/Italien

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