Roberto Canè (Ducati): «MotoGP wird nicht elektrisch»

Von Günther Wiesinger
Giulio Fabbri, Claudio Fonti und Roberto Canè (ganz rechts) mit der MotoE-Ducati

Giulio Fabbri, Claudio Fonti und Roberto Canè (ganz rechts) mit der MotoE-Ducati

Roberto Canè, e-Mobility Director bei Ducati, verrät neue Einzelheiten zur Ducati V21L, seine Vorstellungen zur Zukunft der MotoE-WM und warum er mit zwei getrennten Rennserien rechnet.

Ducati Corse liefert 2023 erstmals nach vier Jahren die Einheits-Motorräder für die MotoE-Meisterschaft, die in diesem Jahr nach vier Weltcup-Saison erstmals Weltmeisterschaft aufgewertet wird. Die Maschinen werden vor dem Saisonstart in Jerez und Portimão getestet. Das deutsche Dynavolt-Intact-Team nimmt nach dem Meisterschaftsgewinn durch Domi Aegerter erstmals mit zwei Fahrern teil. Randy Krummenacher und Hector Garzo treten ein schweres Erbe ab, dann Aegerter hat in den drei MotoE-Jahren die Gesamtränge 3, 2 und 1 beschlagnahmt.

Beim Ducati-Event «Campioni in Pista» in Madonna di Campiglio wurde gestern auch die 225 kg schwere und bis zu 275 km/h schnelle V21L präsentiert, die im Gegensatz zur bisher eingesetzten Energica Corse kompromisslos für den Rennsport entwickelt und gebaut wurde.

An der Ducati wird eine 12 kg leichtere Batterie verbaut, deshalb werden die Renndistanzen vorläufig gleich bleiben. Auf manchen Pisten wird vielleicht sogar eine Rennrunde weniger zurückgelegt wie mit der Energica.

Roberto Canè, Ducati e-Mobility Director, musste natürlich auch die Frage beantworten, ob er sich eine MotoGP-Zukunft mit Hybrid-Motoren vorstellen könnte, wie sie von Ducati-Corse-General Manager Gigi Dall’Igna im vergangenen Sommer mutig ins Spiel gebracht wurde.

«Das ist eine Frage, auf die wir keine Antwort geben können, denn da sind die Kollegen von Ducati zuständig, also Gigi Dall’Igna und Paolo Ciabatti», erklärte Canè.

«Diese Entscheidung hängt von den Beschlüssen der Hersteller-Vereinigung MSMA ab», betonte Ducati Sportdirektor Paolo Ciabatti. «Das aktuelle MotoGP-Reglement mit den herkömmlichen Saugmotoren ist bis Ende 2026 festgeschrieben, was nachher kommt, wurde bisher nicht festgelegt. Ich rechne aber nicht damit, dass für die Zeit danach in der MSMA einstimmig die Umstellung auf hybride Antriebe erlaubt wird.»

Denn die übrigen MotoGP-Hersteller wie Honda, Yamaha, Aprilia und KTM befürchten, dass sich Ducati in der VW-Group die Formel-1-Entwicklung der Konzerntöchter Audi und Porsche zunutze machen könnte.

«Ich glaube auch nicht an Hybrid-Motoren für die MotoGP», räumte Canè ein.

Bei Ducati glaubt auch niemand daran, dass die elektrische MotoE-Rennserie in absehbarer Zeit ganz an die Stelle der 1000-ccm-Verbrennungsmotoren (Internal Combustian Engine – ICE) treten wird.

Denn in der MotoGP geht die Nachhaltigkeit Richtung Bio Fuel, der 2027 zu 100 Prozent vorgeschrieben sein wird. 

«Ich komme aus dem Rennsport. Und wenn mich momentan jemand fragt, ob ich glaube, dass die MotoGP eines Tages elektrisch wird, beantworte ich diese Frage mit einem klaren Nein», erklärte Roberto Canè, der Ducati e-Mobility Director. «Meine persönliche Meinung dazu lautet, dass es zwei parallele Meisterschaften geben wird. Eine für die MotoGP, eine für die MotoE. Wir wissen, dass auch die MotoGP in eine grüne, nachhaltige Zukunft geht, aber das ist eine komplett unterschiedliche Meisterschaft. Ich denke und hoffe aber, dass die MotoE in absehbarer Zukunft an Bedeutung gewinnen wird. Der Speed wird höher, die Rundenzeiten werden sinken, die Anzahl der Runden wird erhöht. Die Batterie-Technologie wird fortschreiten, und die MotoE wird deshalb ein interessantes Feld für Experimente bilden. Aber es wird bei zwei getrennten Rennserien bleiben.»

Der provisorische MotoE-Kalender 2023

13. und 14. Mai: Le Mans/Frankreich
10. und 11. Juni: Mugello/Italien
17. und 18. Juni: Sachsenring/Deutschland
24. und 25. Juni: Assen/Niederlande
05. und 06. August: Silverstone/GB
19. und 20. August: Red Bull Ring/Österreich
02. und 03. September: Catalunya/Spanien
09. und 10. September: Misano/Italien

Die MotoE-Tests 2023

06. bis 08. März: Jerez/Spanien
03. bis 05. April: Catalunya/Spanien

Das MotoE-WM-Startfeld 2023:

FELO Gresini Team: Matteo Ferrari, Alessio Finello
Ongetta SIC58 Squadra Corse: Kevin Manfredi, Kevin Zannoni
Openbank Aspar Team: Jordi Torres, Maria Herrera
Pons Racing 40 Team: Mattia Casadei, Nicholas Spinelli
Octo Pramac MotoE: Luca Salvadori, Tito Rabat
LCR E-Team: Miquel Pons, Eric Granado
Dynavolt Intact GP: Randy Krummenacher, Hector Garzo
Tech3 E-Racing: Hikari Okubo, Alessandro Zaccone
RNF MotoE Team: Andrea Mantovani, Mika Perez

 

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