Formel 1: Ein selten kurioser Unfall

Mugello-Sieger Joe Roberts ist fast verrückt geworden

Von Toni Schmidt
Joe Roberts feierte seinen zweiten GP-Sieg

Joe Roberts feierte seinen zweiten GP-Sieg

Im hart umkämpften Moto2-Rennen in Mugello bewies Joe Roberts, dass er dieses Jahr ein Titelanwärter ist. Für den US-Amerikaner war es der zweite Grand-Prix-Sieg, wobei dieser sich noch besser anfühlt.

Das auf 12 Runden verkürzte Rennen der Moto2 in Mugello entwickelte sich zu einem Thriller. Mehrere Piloten hatten die Chance auf den Sieg, es gab zahlreiche Überholmanöver. Das größte Herz fasste sich Joe Roberts, der mit einem starken Manöver in der zweiten Kurve der letzten Runde die Führung von Manuel Gonzalez zurückeroberte und bis zum Zielstrich nicht mehr hergab.

Für Roberts ist es erst der zweite Sieg in seiner sechsten Moto2-Saison. Vor zwei Jahren gewann er das Chaos-Rennen in Portimao, in welchem das halbe Feld nach einsetzendem Regen stürzte und beim Neustart fehlte. Selbst für ihn war es damals ein merkwürdiger Sieg, wie er in Mugello verriet.

Von der Pole-Position ging der 27-Jährige ins Rennen und lieferte sich mit mehreren Piloten Kämpfe. Dabei fuhr er immer mindestens als Dritter über die Ziellinie und konnte so seine Chancen auf ein Top-Resultat wahren. «Am Anfang wollte ich pushen und schauen, wer alles mithalten kann. Ich konnte nicht ausreißen, die Jungs waren zu stark. Mittendrinn im Kampf habe ich versucht, die Reifen für die letzten Runden zu schonen.»

In den letzten beiden Runden setzte er sich mit Gonzalez etwas vom Rest der Spitzengruppe ab und lieferte sich eingangs der letzten Runde einen fairen Schlagabtausch mit dem Gresini-Piloten, der am Ende der Start-Ziel-Geraden die Führung von Roberts übernahm. «Ich wusste, wenn Gonzalez weit aus Kurve 2 getragen wird, kann ich kontern. Das war meine Strategie», verriet der Amerikaner.

«Meine größte Stärke in diesem Jahr ist mein Vertrauen zum Vorderrad. Ich liebe Strecken wie diese. Der Vorderreifen liefert mir viel Vertrauen. Als ich immer nur Vierter oder Fünfter wurde, wurde mir bewusst, dass ich die Reifen mehr schonen muss. Wir haben mit dem weichen Vorderreifen eine gute Entscheidung getroffen», äußerte sich der Mugello-Sieger zu seinem Vertrauen in die Pirelli-Pneus.

Geholfen hat auch, dass die ursprüngliche Renndistanz von 19 auf 12 Runden gekürzt wurde, um die Verspätung aufgrund der Unterbrechung des Moto3-Rennens im Vorfeld wieder aufzuholen. «Dieser Sprint weckte Erinnerungen an meine Jugendzeit in Kalifornien und die Clubrennen. Diese sind auch kurz. Du kannst einfach Vollgas geben.»

Nach dem Zieleinlauf wurde es emotional. «Die Tränen kullerten, aber mein Lächeln war noch stärker. Es ist das schönste Gefühl dieser Welt. Ich war so froh, den ersten GP-Sieg in diesem Jahr holen zu können. Zu meinen Jungs habe ich gesagt: Wenn ich noch einmal Zweiter werde, werde ich verrückt.»

Mit seinem Mugello-Triumph verkürzte Joe Roberts den Rückstand auf WM-Leader Sergio Garcia (Boscoscuro, 122 Punkte) auf sieben Punkte, dieser wurde in Italien Vierter. Alle Fahrer und Teams haben nun eine erste kleine Sommerpause von vier Wochen, ehe es Ende Juni in Assen zum nächsten Schlagabtausch kommen wird.

Ergebnisse Moto2-Rennen Mugello (2. Juni):

1. Roberts, Kalex, 12 Runden in 22:24,411 min
2. Gonzalez, Kalex, +0,067 sec
3. López, Boscoscuro, +0,934
4. Garcia, Boscoscuro, +1,192
5. Ogura, Boscoscuro, +1,253
6. Canet, Kalex, +1,859
7. Vietti, Kalex, +2,618
8. Guevara, Kalex, +3,349
9. Chantra, Kalex, +3,450
10. Ramirez, Kalex, +5,877
11. Moreira, Kalex, +6,516
12. Dixon, Kalex, +10,969
13. Öncü, Kalex, +11,782
14. Van den Goorbergh, Kalex, +11,930
15. Aji, Kalex, +13,036

WM-Stand nach 7 von 21 Rennen:

Garcia, 122 Punkte. 2. Roberts 115. 3. Ogura 99. 4. López 79. 5. Gonzalez 66. 6. Aldeguer 63. 7. Canet 58. 8. Arenas 48. 9. Alcoba 43. 10. Vietti 38. 11. Ramirez 35. 12. Chantra 35. 13. Arbolino 33. 14. Baltus 23. 15. Dixon 20. 16. Guevara 18.

Konstrukteure: 1. Boscoscuro, 154 Punkte. 2 Kalex 139. 3. Forward 6.

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