Tony Arbolino (Honda): «Neidisch auf Lorenzo»

Von Nora Lantschner
Tony Arbolino (19)

Tony Arbolino (19)

Snipers-Honda-Pilot Tony Arbolino sprach vor dem Moto3-Saisonauftakt in Doha/Katar über seinen neuen Teamkollegen Filip Salac, das Kräfteverhältnis zwischen Honda und KTM und seinen Trainingskollegen Jorge Lorenzo.

Nachdem die Top-3 des Vorjahres (Dalla Porta, Canet und Ramirez) in die Moto2-WM wechselten, zählt der WM-Vierte Tony Arbolino in der heute beginnenden Moto3-Saison zu den Topfavoriten auf die WM-Krone.

Wie sieht der Snipers-Honda-Pilot die Ausgangslage? «Es ist nie einfach», schickte er voraus. «2019 war unglaublich für mich: Sieben Podestplätze, davon vier in Folge, und drei Pole-Positions. Ich glaube, wir haben in diesem Jahr eine gute Basis, mit der wir arbeiten können. Wir sind viele Runden alleine gefahren und die Pace war wirklich gut, da haben wir einen guten Schritt gemacht. Das Bike hat sich auch nicht so sehr verändert, das ist auch gut. Wir müssen einfach auf die Rennen vorbereitet sein und uns um die Details kümmern, damit wir besser dafür gerüstet sind, in den letzten Runden zu kämpfen. Ich glaube, wir arbeiten gut mit dem Team und mit meinem Crew-Chief. Ich bin bereit zu kämpfen.»

Den Gedanken an den Titelkampf und einen anschließenden Aufstieg in die Moto2-WM schiebt der 19-Jährige noch von sich. «In der Moto3 ist es so schwierig vorauszusagen, wer die WM gewinnen wird», winkte Arbolino ab. «Ich fühle keinen Druck. Ich habe bei allen Bedingungen hart gearbeitet. Ich bin bereit, in jedem Rennen um den Sieg zu kämpfen und so viele Punkte wie möglich nach Hause zu bringen. Dann werden wir in den letzten Rennen der Saison sehen, wo wir stehen.»

Ist Arbolino überrascht von der Performance seines neuen Teamkollegen Filip Salac? Immerhin fuhr der WM-23. von 2019 beim Katar-Test Bestzeit. «Ein bisschen schon», lachte Tony. «Als mein Teammanager im Vorjahr zu mir gekommen ist, habe ich immer gesagt, dass ich einen starken und schnellen Fahrer im Team will. Ich wusste, dass Filip schnell sein kann, und ich glaube, dass er einen sehr guten Job macht. Wir können uns helfen und zusammenarbeiten, weil in der Moto3 der Windschatten einfach zählt. In Katar ist es mit der langen Geraden schwierig für die Moto3, das kann ein Vorteil sein. Wir müssen zusammenarbeiten, um eine sehr gute Rundenzeit zu fahren und für das Rennen bereit zu sein.»

In den Wintertests lagen die Honda-Piloten voran, zuletzt lag Albert Arenas als bester KTM-Pilot beim IRTA-Test in Doha nur auf Rang 9. Wie schätzt Arbolino das Kräfteverhältnis ein? «Zunächst habe ich mir ein bisschen Sorgen gemacht, weil alle gesagt haben KTM wird ein gutes Bike haben. Im Moment haben wir das Problem nicht», lachte der Italiener verschmitzt. «Wir werden sehen, wie es sich in Zukunft entwickelt. Im Rennen wird sich auf der Geraden zeigen, wer die Schnellsten sind. Ich glaube, dass Honda ein großartiges Motorrad ist. Wenn du eine gute Basis hast, kannst du auf die WM hinarbeiten. Ich glaube, dass KTM in dem Punkt etwas mehr Mühe haben kann.»

Der Teenager aus Garbagnate Milanese zog im Vorjahr nach Lugano, wo er viel gemeinsam mit Jorge Lorenzo trainiert. Der fünffache Weltmeister und Yamaha-Edeltester verkündete erst am Donnerstag, dass er beim Catalunya-GP als Wildcard-Fahrer am Start stehen wird. «Ich habe ihn schon eine Weile nicht mehr gesehen, weil er immer auf Urlaub ist. Ich arbeite zu Hause weiter, manchmal sage ich ihm auch: ‚Hör auf damit.‘ Ich bin ein bisschen neidisch», scherzte der Snipers-Fahrer. «Wir werden sehen, was er bei seinem Wildcard-Einsatz schaffen kann. Ich glaube, er macht einen guten Job.»

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