Aki Ajo (Red Bull-KTM): Jaume Masia ist Titelanwärter

Von Günther Wiesinger
Moto3
Das Red Bull KTM-Ajo-Team tritt in der Moto3-WM 2021 mit dem WM-Sechsten Jaume Masia und Supertalent Pedro Acosta an. Teamchef Aki Ajo will erstmals seit 2016 wieder um den Titel kämpfen – mit Jaume Masia.

Dem erfolgreichen Red Bull-KTM-Ajo-Team gelangen auch in der Corona-Saison 2020 mit Raúl Fernandez (Moto3/zwei Siege) sowie Tetsuta Nagashima (Moto2/ein Sieg) und Jorge Martin (Moto2/zwei Siege) fünf GP-Erfolge, dazu acht weitere Podestplätze. Aber besonders in der Moto3-Klasse waren die Erfolge seit dem Titelgewinn mit Brad Binder 2016 spärlich. In der 250-ccm-Einzylinder-Viertaktklasse hat Ajo Motorsport in den letzten vier Jahren nur 2018 in Valencia mit Can Öncü und 2020 mit dem überzeugenden Rául Fernandez in Valencia-1 und Portimão gewonnen.

«Aber 2018 haben wir uns mit dem Junior-Team auch stark auf die beiden Öncü-Zwillinge in der CEV Junioren-WM konzentriert», hält der Skandinavier fest.

Das Ajo-Team hat bisher in den zwei kleinen Klassen (125 ccm/Moto3) und Moto2 (seit 2015) insgesamt 96 GP-Siege und 196 Podestplätze verbucht. Der finnische Rennstall hat in der kleinsten Klasse (125 ccm/Moto3) schon vier WM-Titel gewonnen. 2008 mit Mike di Meglio, 2010 mit Marc Márquez, 2012 mit Sandro Cortese und 2016 mit Brad Binder, dazu zweimal mit Zarco die Moto2-WM.

Aki Ajo hat die Moto3-WM 2020 mit Raúl Fernandez und Kaito Toba bestritten. Sie landete in der WM auf den Plätzen 4 und 18.

Ajo befördert für 2021 den schnellen Rául Fernandez in die Moto2-Klasse und lässt ihn dort mit Neuerwerbung Remy Gardner fighten. Für die Moto3-WM hat er Jaume Masia von Honda weggelockt und das 16-jährige Supertalent und Red Bull-Rookies-Cup-Sieger Pedro Acosta engagiert.

Masia hat in der vergangenen Saison die zwei Aragón-GP gewonnen, er ist WM-Sechster und zählt mit seinen 20 Jahren 2021 sicher zu den Titelanwärtern. Denn mit Arenas, Arbolino, Vietti und Fernandez steigen vier Top-5-Fahrer der WM-Tabelle in die Moto2-Klasse auf.

Teambesitzer Aki Ajo wusste vor der Saison 2020, dass er mit Toba und Fernandez Geduld haben müsse, sie galten nicht als Titelfavoriten.

«Ja, wir haben bereits den Blick auf 2021 gerichtet gehabt», räumt Aki Ajo ein. «Denn unser ursprünglicher Plan war, mit Raúl Fernandez zwei Jahren in der Moto3-WM zu verbringen und in der zweiten Saison mit ihm Podestplätze und Siege zu erringen. So gesehen war unsere Moto3-Saison 2020 nicht übel. Fernandez hat sein Potenzial früher gezeigt als erhofft. Er hat vom ersten Rennen an seinen Speed und sein Potenzial gezeigt. Er ist beim zweiten, dritten und vierten Rennen gleich auf Platz 6 gelandet. Das hat uns ein wenig überrascht und uns glücklich gemacht. Aber natürlich hat es dann einige Zeit gedauert, bis er um Podestplätze und Siege fighten konnte. Das Saisonende war wirklich gut für uns. Auch Kaito Toba hat einige Highlights erzielt, zum Beispiel Platz 3 in Teruel. Aber bei ihm fehlte die Beständigkeit.» Seine Performance reichte nicht für einen neuen Vertrag...

Ajo Motorsport hat in der Moto3-WM teilweise bis zu fünf Fahrer im Jahr eingesetzt (teilweise auf KTM, teilweise auf Husqvarna), aber 2018 (Darryn Binder) und 2019 (Can Öncü) wurde das Aufgebot in der kleinsten Klasse auf jeweils einen Fahrer reduziert.

«Danach haben wir unsere Strategie wieder geändert und sind nach Gesprächen mit KTM wieder zum 2-Fahrer-Team zurückgekehrt», sagt Ajo. «Auch Stefan Pierer hat damals zugestimmt, dass wir uns den Titelkampf 2021 zum Ziel setzen sollen. In diesem Jahr hat KTM trotzdem den Titel gewonnen, denn Aspar hatte mit Albert Arenas einen erfahrenen Piloten im Feld. Jetzt haben wir zwei neue Fahrer für die Moto3-WM 2021. Aber ich spüre, dass wir ein wirklich gutes Package haben. Pedro Acosta hat bereits beim ersten Test mit uns am Montag nach dem Portimão-GP gezeigt, dass er wirklich konstant ist. Seine Arbeitsweise erinnert an einen routinierten Piloten. Er fährt konstante Rundenzeiten und braucht dazu keinen Windschatten. Jaume Masia war ja schon vor der Saison 2020 bei KTM und hat immer bewiesen, dass er einer der erfahrenen Top-Piloten ist. Wir können ihn als Titelanwärter betrachten.»

«Ich bin froh, dass wir uns jetzt wieder auf eine Strategie mit zwei Moto3-Piloten geeinigt haben. Zwei Fahrer pro Klassem, das halte ich für ideal. Wir haben 2020 für das Team eine gute Harmonie und ein gutes System gefunden. Deshalb bin ich überzeugt, dass wir auf die neue Saison besser vorbereitet sind als in den letzten Jahren. Wir können an der Spitze mitkämpfen.»

KTM gewann in diesem Jahr neun Rennen von 15, Honda nur fünf, Husqvarna eines. «Ich meine, KTM war in der Saison 2020 ein bisschen besser als die Konkurrenz», räumt Aki Ajo ein. «2019 hat KTM beim Motor schon einen großen Fortschritt gemacht. Für 2020 kam noch einmal ein kleiner Schritt beim Motor und ein deutlicher beim Chassis. Die Fahrwerks-Änderungen haben den Piloten generell mehr Vertrauen vermittelt. Die Fahrer haben sich auf dem 2020-Bike viel wohler gefühlt.»

Moto3-WM-Endstand nach 15 Rennen:

1. Arenas 174 Punkte. 2. Arbolino 170. 3. Ogura 170. 4. Fernandez 159. 5. Vietti 146. 6. Masia 140. 7. McPhee 131. 8. Darryn Binder 122. 9. Garcia 90. 10. Foggia 89. 11. Alcoba 87. 12. Suzuki 83. 13. Rodrigo 80. 14. Fenati 77. 15. Migno 60. 16. Sasaki 52. 17. Deniz Öncü 50. 18. Toba 41. 19. Antonelli 40. 20. Nepa 38. 21. Salac 30. 22. Tatay 26. 23. Lopez 21. 24. Yamanaka 14. 25. Riccardo Rossi 10.

Konstrukteurs-WM:

1. Honda 326. 2. KTM 318. 3. Husqvarna 86.

Team-WM:

1. Leopard Racing 229. 2. Aspar Team 212. 3. Sky Racing VR46 206. 4. Red Bull KTM Ajo 200. 5. Rivacold Snipers 200. 6. Honda Team Asia 170.

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