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Aalt Toersen: Der rüstige Sachsenring-Sieger von 1970

Die Teilnehmer an der ADAC Sachsenring Classic, die einst noch auf dem alten Sachsenring gefahren sind, werden immer rarer. Noch seltener sind Piloten, die schon in den 1970er-Jahren hier in der WM Erfolge feierten.

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Einer von ihnen ist der zweifache 50-ccm-Vizeweltmeister Aalt Toersen. Der inzwischen 76-jährige Niederländer erfreut sich bester Gesundheit und steckt voller Tatendrang, wenngleich er zugibt, dass er bis vor wenigen Jahren noch bis zu zwölf Klassik-Veranstaltungen pro Jahr mitgenommen hat. "Aber es sind ja nicht nur die vielen Rennen und Reisen, sondern auch die Tage dazwischen, an denen alles wieder in Ordnung gebracht werden muss", sagt der Vizeweltmeister der Jahre 1969 und 1970 sowie sechsfache Grand-Prix-Sieger in der kleinsten Hubraum-Klasse bis 50 ccm.

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Einen seiner GP-Siege feierte Aalt 1970 mit seiner Jamathi auf dem Sachsenring. An diesen Erfolg sowie an die damalige Rennstrecke erinnert er sich noch genau. "Die alte Strecke führte ja durch die Stadt. Dort gab es links und rechts Fußwege und hohe Bordsteinkanten. Da durfte man keinen Fehler machen, sonst war das Rennen zu Ende. Das war sehr gefährlich. Auch an die Siegerehrung 1970 kann ich mich noch sehr genau erinnern, weil der erste bis zum fünften Platz geehrt wurde und vier der fünf Holländer waren. Ich habe vor Jos Schurgers gewonnen und Angel Nieto wurde Dritter. Hinter ihm kamen Martin Mijwaart und Jan de Vries ins Ziel. In der kleinen Klasse hatten wir Holländer während dieser Zeit zwar viele gute Fahrer und hatten regelmäßig mindestens einen auf dem Podest, doch so etwas gab es vorher noch nicht und auch danach nicht mehr", schwelgt Aalt Toersen in Erinnerungen.

Ebenso in Erinnerung sind Aalt Toersen die Fahrten zum Sachsenring geblieben, der im damals noch geteilten Deutschland "hinter dem eisernen Vorhang" lag.

Dazu sagte der Haudegen gegenüber SPEEDWEEK.com: "An der Grenze haben wir immer mindestens zwei Stunden gebraucht. Wir mussten im Vorfeld eine detaillierte Liste erstellen, was sich alles im Auto befand. Und diese Liste wurde dann Stück für Stück genauestens kontrolliert. Das war zwar aufwendig und nervig, aber als wir dann hier am Rennplatz waren, war alles wieder gut. Die Leute sind hier sehr verrückt nach Motorsport und interessieren sich bis heute auch für die kleinen Klassen."

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Wenngleich Aalt Toersen seine Klassik-Rennaktivitäten etwas zurückgeschraubt hat, geht er bis heute seiner dritten motorsportlichen Passion neben Rundstrecken- und Grasbahnrennen nach, den Weltrekordfahrten mit 50-ccm-Maschinen.

"2019 habe ich meinen alten Rekord von 1968 zurückgeholt. Der Beschleunigungsrekord auf 400 Meter ist danach immer wieder gebrochen worden. Aber vor drei Jahren gelang es mir, diesen um eine halbe Sekunde zu unterbieten. Das ist sehr viel für diese Strecke. Ich habe mir damals gesagt, bevor ich 80 Jahre alt bin, sollte ich meinen Rekord noch einmal zurück holen", so Aalt Toersen zu diesem Thema.

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