Johann Zarco: In Assen zurück zur alten Stärke?

Von Isabella Wiesinger
MotoGP
Johann Zarco in Barcelona hinter Bradley Smith

Johann Zarco in Barcelona hinter Bradley Smith

Im Vorjahr gelang Johann Zarco in Assen/NL seine erste Pole-Position in der MotoGP. Nur 15 Punkte hat Zarco in den letzten drei Rennen gesammelt. Assen soll die Wende bringen.

Die traditionelleste Strecke im GP-Kalender ist am kommenden Wochenende Schauplatz der 69. Dutch-TT im niederländischen Assen.

Yamaha-Tech3-Star Johann Zarco (27) hat nach dem Sturz in Le Mans und den Rängen 10 und 7 in Mugello und Montmeló akuten Aufholbedarf. Mit 73 Punkten ist der Franzose in der WM-Gesamtwertung von Platz 2 auf Platz 4 zurückgefallen, nachdem er einen fantastischen Start in die Saison fabriziert hatte – mit zwei zweiten Rängen in Las Termas und Jerez.

Hafizh Syahrin stellte sich währenddessen als einer der besten Rookies der Saison heraus. Der Malaysier erlebte ein perfektes Wochenende in Barcelona, bevor am Sonntag in Montmeló nach einem Sturz den neunten Platz verlore. Momentan steht Syahrin in der Gesamtwertung zwei Punkte hinter Franco Morbidelli. Sein Ziel fürs Wochenende ist also klar: Er will sich an die Spitze der Rookie-Gesamtwertung zurückkämpfen.

Johann Zarco ist mit 73 Punkten jetzt WM-Vierter: «Assen ist eine coole Rennstrecke mit viel Geschichte. Ich habe 2016 dort sogar gewonnen. In der Moto2 war ich dort schnell und auch letztes Jahr mit der MotoGP-Maschine war es ganz okay. Das Rennen war schwierig, weil es ein bisschen geregnet hat und ich Angst hatte, zu stürzen. Deshalb habe ich den Fehler gemacht, in die Pitlane zurückzufahren. Ich bin gespannt, wie das Wetter dieses Jahr wird. Ich will ganz vorne sein. Ich glaube, Assen ist eine gute Strecke für die Yamaha. Valentino ist da immer unglaublich stark, was bedeutet, dass auch ich gute Leistungen erbringen kann. Ich werde die ganze Zeit versuchen, zu pushen. Auch wenn es im Rennen ein wenig regnen sollte, werde ich das Gas voll aufdrehen, damit ich mit der Spitze mithalten kann.»

Hafizh Syahrin (WM-17. mit 17 Punkten): «Ich werde beim Rennen in Assen mein Bestes geben, weil ich wieder in die Punkte fahren will. Ich will es wieder so machen wie in Barcelona, wo ich vom FP1 an sehr gut war, bevor ich leider am Renntag gestürzt bin. Ich hoffe, dass ich in Assen konkurrenzfähig sein kann, aber ich weiss auch, dass die Yamaha dort gut funktionieren. Ich hoffe, dass auch die Bedingungen gut sein werden. Ich werde hart an mir arbeiten und versuchen, vom ersten Training an alles zu geben. Ich will um den Platz des besten Rookies kämpfen und dieses Mal ins Q2 kommen.“

Hervé Poncharal, Tech3-Yamaha-Teammanager: «Assen ist ein sehr spezielles und wichtiges Rennen. Vor allem ist es das erste Rennen im Kalender in Nordeuropa. Obwohl ich den Süden liebe, geniesse ich nach Jerez, Le Mans, Mugello und Barcelona das Paddock in Assen. Die Temperatur ist ein wenig geringer, das ist gut für den Energiehaushalt... Was das Rennen betrifft: Die Piste in Assen hat ein schönes Layout und bietet aufregende Rennen. Jeder weiß, wie viele Unfälle in der letzten Schikane schon passiert sind, die das Kennzeichen von Assen ist. Es ist ein spannender Austragungsort. Johann hat hier letztes Jahr seine erste Pole- Position in der MotoGP geholt und zeigte auch ein gutes Rennen, bis der Regen einsetzte und er in die Boxengasse fuhr, weil er dachte, dass ein Regenschauer kommen würde. Dieser kam aber nie, was das Ende vom Podiumstraum bedeutete.»

Poncharal weiter: «Johann mag Assen. Und die Yamaha M1 mag Assen auch. Ich hoffe, dass er ein wenig näher an die Top Fünf und ans Podium herankommt. Hafizh ist in Barcelona ein außergewöhnliches Rennen gefahren, bis fünf Runden vor Schluss. Es wäre grossartig gewesen, Neunter zu werden. Aber das ist der Lernprozess eines Rookies. Hafizh hat mir erzählt, dass er in Assen nicht gerne mit der Moto2-Maschine gefahren ist, aber ich habe ihm gesagt, dass es Johann auf manchen Strecken in der Moto2 gleich ging. Auf der M1 liebt er diese Strecken. Ich hoffe, dass Hafizh an seine Erfolgen in Barcelona anknüpfen kann. Wir hoffen, dass er in die Top-Ten kommt, was auch sein Ziel ist. Wir können es kaum erwarten, nach Holland zu kommen, weil es ein sehr spezieller Event ist. Die Atmosphäre ist immer einmalig, die Stadt lebt und die Leute dort leben für den Grand Prix, was ein schönes Gefühl ist.»

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