Aleix Espargaro steht bei Aprilia vor einem Rätsel

Von Ivo Schützbach
MotoGP
Aleix Espargaro

Aleix Espargaro

Aprilia ist verzweifelt auf der Suche nach Verbesserungen, das MotoGP-Rennen auf dem Red Bull Ring in Spielberg beendeten die Werksfahrer Andrea Iannone und Aleix Espargaro auf dem letzten und drittletzten Platz.

Aleix Espargaro (14.) kam im Österreich-GP mit 34,7 sec Rückstand auf Sieger Andrea Dovizioso (Ducati) ins Ziel, nur Karel Abraham war langsamer. Aprilia-Teamkollege Andrea Iannone wurde nach seiner Überrundung als 16. gewertet.

Weil der Technische Direktor Romano Albesiano mit dem Rücken zur Wand steht und auch im fünften Jahr in der Königsklasse keine nennenswerten Erfolge erzielt werden, gibt’s es immer größere Entwicklungsschritte. Dies wird von den Fahrern zwar einerseits begrüßt, weil aber nur wenig davon funktioniert, haben sie dadurch ein noch schwereres Leben.

«Ich glaube nicht, dass der beste Fahrer in der Startaufstellung, Marc Marquez, von einem Rennen zum anderen zum Beispiel eine zehn Millimeter längere Schwinge bekommt oder sie das Federbein zerlegen», erzählte Aleix Espargaro. «Nein, wenn ein Motorrad gut funktioniert, dann änderst du von Strecke zu Strecke etwa die Feder in der Gabel, weil du unterschiedlich hart bremsen musst. Du machst das Motorrad je nach Strecke aber nicht viel länger oder viel kürzer. Wenn du konkurrenzfähig bist, dann bist du es und tüftelst nur an deiner Feinabstimmung.»

Der Spanier weiter: «In Deutschland war unser Motorrad recht wettbewerbsfähig, das habe ich bei meinem Sturz aber zerstört. Ich habe dem Team danach gesagt, dass ich wieder genauso ein Motorrad haben möchte, damit hatte ich die ganze Saison das beste Gefühl. Mit dem zweiten Bike können sie andere Sachen versuchen.»

Nach dem jeweils drittletzten Platz in Brünn (18.) und Spielberg (14.) stellt Espargaro auch seine Sachsenring-Erkenntnisse in Frage. «In erster Linie müssen wir im Qualifying besser werden», meint der 30-Jährige. «Es gibt einige Fahrer, die sind am Samstag deutlich stärker als wir, aber nicht im Rennen am Sonntag.»

Was müsst ihr am Motorrad ändern, damit ihr im Qualifying besser dasteht? «Ich stelle die gleichen Fragen», grübelte das Aprilia-Ass. «Sobald ich pushe, habe ich Chattering. Normal ist es so, dass wenn das Motorrad einen vollen Tank hat, dann ist es schwerer und lässt sich deshalb nicht mehr so gut lenken in den Kurven. Bei uns ist das Gegenteil der Fall. Sobald ich im Qualifying mit weniger Sprit fahre, habe ich Probleme. Aber mit vollem Tank beschleunigt das Motorrad deutlich schlechter und ist nicht so agil, also suchen wir nach einem Kompromiss. Außerdem fahren wir in den Rennen mit der gleichen Motorleistung wie im Qualifying, sind dort aber näher an der Spitze dran. Wenn unsere Gegner im Qualifying ans Limit gehen, dann zerstören sie mit leerem Tank innerhalb zwei Runden den Hinterreifen komplett, sind aber sehr konkurrenzfähig. Ich kann das nicht machen.»

Ergebnisse Spielberg: 1. Dovizioso. 2. Marquez. 3. Quartararo. 4. Rossi. 5. Vinales. 6. Rins. 7. Bagnaia. 8. Oliveira. 9. Petrucci. 10. Morbidelli. 11. Nakagami. 12. Zarco. 13. Bradl. 14. A. Espargaro. 15. Abraham. 16. Iannone.

WM-Stand nach 11 von 19 Rennen: 1. Marquez, 230 Punkte. 2. Dovizioso 172. 3. Petrucci 136. 4. Rins 124. 5. Rossi 103. 6. Vinales 102. 7. Quartararo 92. 8. Miller 86. 9. Crutchlow 78. 10. Nakagami 62. 11. Pol Espargaro 61. 12. Morbidelli 58. 13. Mir 39. 14. Aleix Espargaro 33. 15. Oliveira 26. 16. Bagnaia 24. 17. Zarco 22. 18. Iannone 21. 19. Lorenzo 19. 20. Bradl 16. 21. Rabat 14. 22. Pirro 9. 23. Abraham 4. 24. Guintoli 3. 25. Syahrin 3.

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