Mika Kallio (KTM) zu Fall Zarco: Andere Erwartungen?

Von Nora Lantschner
MotoGP

Mika Kallio übernahm in Aragón die Red Bull-KTM von Johann Zarco. Hat der Finne eine Erklärung für die Schwierigkeiten des Franzosen, der in 13 MotoGP-Rennen auf der RC16 nur einen Top-10-Platz einfuhr?

Johann Zarco wurde bekanntlich vor dem Aragón-GP von Red Bull KTM beurlaubt, auf seiner RC16 saß am vergangenen Wochenende Mika Kallio, der auch für die restlichen fünf Rennen der laufenden Saison vom Testfahrer zum Einsatzfahrer befördert wurde.

Zarco hatte es als Zehnter in Barcelona bei 13 Versuchen einmal in die Top-10 geschafft. Kallio beendete sein erstes MotoGP-Rennen seit Juni 2018 auf Platz 17.

Der 36-jährige Finne, der 2009 und 2010 zwei MotoGP-Jahre auf der Pramac-Ducati absolvierte, erfüllt seit Herbst 2015 die Rolle des KTM-Testpiloten. Mit dem österreichischen Hersteller war er zuvor von 2003 bis 2008 sechs Jahre lang in den kleineren Klassen der Motorrad-WM unterwegs gewesen, dabei belegte er zweimal WM-Rang 2 in der 125er-Klasse (2005 und 2006). 2014 kürte er sich für Marc VDS-Kalex zum Moto2-Vizeweltmeister. In der Moto2-WM war er außerdem schon auf Suter und Speed-up im Einsatz.

Kallio verfügt über Erfahrung auf verschiedenen Fabrikaten, zudem kennt und begleitet er das MotoGP-Projekt von KTM von Anfang an. In Aragón gab er sich im Bezug auf die Entlassung von Zarco diplomatisch, auf Nachfrage ließ er sich aber seine Sichtweise der Dinge entlocken.

Mika, hast du eine Erklärung für die großen Anpassungsschwierigkeiten von Zarco, der auf der KTM RC16 nie wirklich in Schwung kam?

Es ist einfach zu sagen, dass jedes Motorrad seine eigenen DNA hat. Jedes Bike hat andere Eigenschaften. Er kam von Yamaha und wechselte auf unser Motorrad. Yamaha steht im Vergleich zu KTM auf einer komplett anderen Seite. Man muss daher das Feeling und den Fahrstil wirklich stark anpassen.

Ich bin nicht der Richtige, um zu sagen, okay, das war sein Problem. Aber sicherlich hatte er irgendwelche Erwartungen an das Motorrad und er wusste dann nicht, was vor sich ging: Denn er erwartete etwas und das Feedback war etwas anderes – und er konnte mit der Situation nicht umgehen.

Ich weiß, dass er viel gearbeitet hat, um die Dinge zu verändern, aber am Ende passte es nicht. Warum ist schwierig zu sagen. Natürlich hat jeder ihm geholfen, auch ich habe versucht ihm bestmöglich zu helfen, indem ich ihm einfach kleine Ratschläge gegeben habe: Was ich gemacht habe, als ich zu KTM gekommen bin... Aber am Ende hat es nicht funktioniert.

War Johann offen für diese Ratschläge?

Ja... Vielleicht könnte er es auch noch mehr sein. Aber jeder hat da seine Art. Natürlich ist so eine Situation nie einfach, wenn man so große Schwierigkeiten hat, wie er sie hatte.

Dann kommen viele daher und sagen ihre Meinung, du musst dies und jenes verändern, dann wirst du besser... Wenn du allen zuhörst, brauchst du eine Art Filter, da musst du an etwas glauben. Ich weiß nicht, ob das, was er tat, der richtige Weg war oder nicht. Aber wie auch immer, es ist nun mal, wie es ist.

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