Maverick Viñales: Spätes Saisonende ein Vorteil?

Von Mario Furli
MotoGP
Maverick Viñales nutzt den langen Winter wie viele seiner MotoGP-Kollegen für Motocross-Einheiten

Maverick Viñales nutzt den langen Winter wie viele seiner MotoGP-Kollegen für Motocross-Einheiten

MotoGP-Star Maverick Viñales muss nach einem Motocross-Unfall eine zweiwöchige Zwangspause einlegen. Der Yamaha-Werksfahrer erklärt, was er mit dem Motorrad-Training in der Vorbereitung bezweckt.

Maverick Viñales zählt nach drei Bestzeit in den Wintertests von Valencia, Jerez und Doha zu den Favoriten auf die MotoGP-Krone, allerdings muss auch er sich aufgrund der Coronavirus-Pandemie gedulden, ehe der erste Sieger der Saison 2020 gekürt wird.

«Mein Ziel ist, auf meinem besten Level zu sein, wenn wir zum ersten Rennen der Saison kommen», bekräftigte der Yamaha-Werksfahrer gegenüber «motogp.com». Denn eine längere Winterpause sei eine Gelegenheit, um sich weiter zu verbessern.

Am Donnerstag kam Viñales bei einer seiner vielen Trainings-Einheiten auf dem Motocross-Bike allerdings zu Sturz und musste zur Beobachtung die Nacht im Krankenhaus verbringen. Sein Team betonte aber umgehend, dass er sich nichts gebrochen habe. Am Wochenende meldete sich Maverick dann über seine Social-Media-Kanäle auch persönlich bei seinen Fans: «Zum Glück bin ich okay, ich werde mich jetzt zwei Woche lang erholen und halte euch auf dem Laufenden.»

Auf die Trainingseinheiten auf dem Bike, auf die der 25-jährige Spanier in der ungewöhnlich langen Pre-Season so großen Wert legt, muss er in den kommenden Tagen deshalb verzichten. Aber warum trainieren so viele MotoGP-Asse regelmäßig auf der MX-Strecke, auch wenn das Risiko einer Verletzung immer mitfährt?

Für Viñales ist es ein fixer Bestandsteil seiner Vorbereitung: «Wir versuchen so viele Tage wie möglich auf dem Motorrad zu verbringen. Es ist sehr wichtig, weiterhin zu fahren und die Intensität zu halten, die wir in der Pre-Season aufgebaut haben», erklärte er. «Wir fahren Motocross, Supermoto und auf der Rennstrecke – natürlich nicht auf der M1. Es ist ein anderes Motorrad, aber wir können trotzdem versuchen, einige Dinge zu verbessern, die ich dann auf der M1 umsetzen kann.»

Denn dort sieht der 23-fache GP-Sieger (davon sieben in der MotoGP-Klasse) noch Verbesserungspotenzial: «Ich muss meinen Fahrstil noch verbessern, ich bin meiner Meinung nach noch nicht auf meinem besten Level angekommen. Es gibt Aspekte, wo ich mich verbessern muss, auch ein bisschen in der Bremsphase. Da muss ich stärker sein. Und ich glaube, dass ich in diesen Monaten einen weiteren Schritt machen und dann die Yamaha viel besser fahren kann.»

«Für uns war es sehr wichtig, weiter ein Motorrad zu fahren. Das ist der Plan», bekräftigte der Spanier. «Wir können es nicht erwarten, dann auf der M1 zu sitzen und Rennen zu fahren. Denn wir haben alles sehr gut vorbereitet. Wenn wir dann endlich Rennen fahren, werden wir bereit sein.»

Der WM-Dritte des Vorjahrs hofft wie alle anderen Beteiligten darauf, dass auch die MotoGP-Klasse schnellstmöglich ihr erstes Rennen fahren kann, allerdings ist mittlerweile auch der Spanien-GP am 3. Mai fraglich, obwohl der Circuito der Jerez vorerst nur für 15 Tage geschlossen wurde.

Dass die Saison notfalls bis Weihnachten ausgedehnt wird, was von den Verantwortlichen bereits in Betracht gezogen wird, stört Viñales nicht weiter: «Sicher werden wir viel beschäftigt sein, denn was wir jetzt verpassen, werden wir am Ende des Jahres nachholen. Normalerweise bin ich zum Saisonende sehr gut in Form. Für mich ist es also gut, denn normalerweise bin ich im Winter stärker. Wenn wir später aufhören, kommt mir das entgegen», glaubt er. «Die Weltmeisterschaft ist sehr lang. Wir müssen ruhig bleiben, in jedem Rennen das bestmögliche Ergebnis mitnehmen und das Maximum aus uns und unserem Bike herausholen.»

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