Lorenzo meldet sich aus Dubai: «Das ist kein Scherz»

Von Mario Furli
MotoGP
Jorge Lorenzo wandte sich mit einer Botschaft an seine spanischen Landsleute

Jorge Lorenzo wandte sich mit einer Botschaft an seine spanischen Landsleute

Yamaha-MotoGP-Testfahrer Jorge Lorenzo verfolgt die Coronavirus-Krise in seiner Heimat Spanien aus der Ferne. Alex und Marc Márquez vertreiben sich die Zeit zu Hause in Cervera mit einer ungewöhnlichen Challenge.

Im Kampf gegen die rasante Ausbreitung von Covid-19 rief Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez am Samstag den nationalen Notstand aus. Seither gilt: Die Bürger dürfen das Haus nur noch verlassen, um zur Arbeit zu gehen oder um lebensnotwendige Besorgungen zu machen.

Angesichts allarmierender Zahlen – Spanien überschritt heute die Marke von 11.000 Coronavirus-Fällen – riefen auch viele Sportstars ihre Landsleute auf den sozialen Netzwerken zu verantwortungsvollem Handeln auf. Jorge Lorenzo schloss sich dem nun an, obwohl er sich zurzeit in Dubai aufhält.

«Ich bin momentan in Dubai, hier scheint die Situation besser zu sein, aber ich hätte mich genauso gut in meinem Haus in Lugano oder in einer anderen italienischen oder spanischen Stadt befinden können», schickte der neue Yamaha-Edeltester voraus. «Wie ihr seht, poste ich in diesen Tagen nicht so regelmäßig, weil das Ganze unsere und meine Pläne durcheinander gebracht hat und es gerade jetzt an der Zeit ist, das zu tun, was wirklich wichtig ist: Uns um unsere Gesundheit und die unserer Nächsten zu kümmern, was in diesen Fällen dasselbe ist», schrieb er auf Instagram.

«Wir erleben harte Momente, das alles ist neu für uns alle. Und mit unserer anfänglichen Unwissenheit haben wir die Situation verschlimmert. Jetzt verfügen wir über viel mehr Informationen, um die beste Entscheidung zu treffen: Im Grunde bedeutet das zu Hause zu bleiben und nur nach draußen zu gehen, um die Grundbedürfnisse zu sichern», redete der 32-jährige Mallorquiner seinen Landsleuten ins Gewissen.

«Das ist kein Scherz, das Leben ist zu wertvoll, um es uns schwer zu machen, weil wir nicht das tun, was wir tun müssen», bekräftigte der fünffache Weltmeister. «China gibt uns das beste Beispiel, sie haben es sehr ernst genommen und es scheint ganz so, als würden sie es schaffen. Machen mir dasselbe! Bleiben wir zu Hause, bis neue Anweisungen (von den Experten) erfolgen, und alles wird gut.»

Übrigens: In Zeiten von «yo me quedo en casa» (zu Deutsch: Ich bleibe zu Hause) müssen auch die spanischen MotoGP-Asse erfinderisch sein, um sich die Zeit zu vertreiben. So kam Weltmeister Marc Márquez der Aufforderung von Trial-Seriensieger Toni Bou nach, an der «10 toques challenge» teilzunehmen. Dabei wird eine Klopapierrolle kurzerhand in einen Fußball verwandelt, den der Spieler mindestens zehn Mal berühren muss, ehe der «Ball» zu Boden fällt. Sein Bruder und Repsol-Honda-Teamkollege Alex legte noch einen drauf und vollführte die Challenge im Minion-Kostüm.

Und für alle Motorrad-Fans, die zu Hause die Action vermissen, hat motogp.com zehn der besten MotoGP-Rennen aller Zeiten ausgewählt, die nun kostenlos zu sehen sind: Assen 2018, Phillip Island 2017 und 2015, Laguna Seca 2012 und 2008, Barcelona 2009 und 2007, Estoril 2006, Donington 2000 und Jerez 1996.

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