WM-Neustart: 722 Tickets für Teams, keine Hospitality

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Für die Hospitality-Burgen wird 2020 im Paddock kaum Platz sein

Für die Hospitality-Burgen wird 2020 im Paddock kaum Platz sein

Innerhalb von zehn Tagen haben sich die Teams und Werke auf eine Mindestanzahl von Personen im Paddock geeinigt. Unterschiedliche Ansichten gibt es bei den Hospitalitys.

Die GP-Teams in den drei WM-Klassen Moto3, Moto2 und MotoGP haben momentan zumindest in einem Punkt Klarheit. Falls die Saison 2020 neu gestartet werden kann, werden sie in den zwei kleinen Klassen maximal zwölf Personen ins Fahrerlager einschleusen können, in der MotoGP dürfen die sechs Privatteams 25 Teammitglieder mitbringen, die fünf MotoGP-Factory-Teams jeweils 40. Mit diesen Maßnahmen soll die Anzahl der Fahrerlager-Insassen auf unter 1000 gedrückt werden.

In der Moto3 und Moto2 existieren insgesamt 31 Teams, das ergibt 372 Personen. dazu kommen sechs MotoGP-Privatteams (LCR-Honda, Petronas-Yamaha, Red Bull KTM Tech3, Pramac Ducati und Avinia Racing und Aprilia Racing gilt wegen des Joint Ventures mit Gresini als Satellitenteam), dadurch errechnet sich ein Summe von 150 Personen, und die fünf Werksteams (Repsol-Honda, Monster Yamaha, Ducati Corse, Suzuki Ecstar und Red Bull KTM) dürfen 200 Teammitglieder mitbringen.

Die GP-Teams beanspruchen also total 722 der 1000 Plätze im Fahrerlager.

Dazu ist das Personal der Dorna und der IRTA erforderlich, die die GP-Organisation abwickeln, von der Fahrerlagerparkordnung bis zur Boxenzuteilung und der Verteilung der Paddock-Ausweise, die Streckenposten, die Rennleitung, dazu die TV-Produktion der Dorna samt einzelnen Boxengasse-Reportern, die Dorna-Mitarbeiter, die die Sponsorenflächen rund um die Strecke bepflastern, die Kameras aufbauen und die Mikrophone verbergen, das medizinische Personal der Dorna und der Clinica Mobile, die «service companies» von Öhlins, Michelin, Dunlop, Helm- und Lederfirmen bis zu Kalex.

Also kann man sich ausrechnen: Für die aufwändigen Hospitalitys der Teams wird nur wenig Spielraum bleiben. Denn ein MotoGP-Werksteam beschäftigte in Europa bisher 20 bis 25 Personen in der Hospitality, in Übersee zwischen acht und zehn.

«Wir brauchen mindestens zwei Köche, eine Küchenhilfe, einen Abwäscher, jemand an der Bar, dazu Servierkräfte zum Bedienen und Abräumen sowie die Lkw-Fahrer», erklärte ein routinierter Fahrerlager-Gastronom gegenüber SPEEDWEEK.com. «Das absolute Limit wären sechs bis sieben Personen. Wir würden dann 2020 mit einer viel kleineren Hospitality als bisher anreisen. Wir dürften jedoch wegen der Abstandsregeln nur zwei Personen an einen Tisch setzen, denke ich.»

Teambesitzer Fausto Gresini plädierte zuletzt für eine Beibehaltung der Hospitalitys, denn er muss seine Teams in drei Klassen verpflegen: Moto3, Moto2 und MotoGP.

«Wenn wir keine Gäste haben dürfen, können wir unser Moto3-Team auch ohne Hospi versorgen», meint hingegen Husqvarna-Teamteilhaber Peter Öttl.

Öttl darf jetzt beim Re-Start zwölf Personen mitbringen, bisher haben ihm inklusive Fahrern elf gereicht. Öttl: «Wir haben die zwei Fahrer und dazu je zwei Mechaniker. Dazu kommen je ein Crew Chief und je ein Data-Recording-Spezialist pro Fahrer. Dazu kommt der Teammanager.»

Intact-GP ist bisher zu den Rennen mit 15 Leuten inklusive Fahrern angereist. Künftig muss Personal für Logistik, Gästebetreuung und Kommunikation daheim bleiben.

«Es wurde jetzt eine Obergrenze von 40 Personen für die MotoGP-Werksteams beschlossen», bestätigte Pit Beirer, Motorsport-Direktor von KTM, gegenüber SPEEDWEEK.com. «Wir haben ja zum Beispiel normalerweise sechs Techniker nur zur Betreuung des Tech3-Teams im Paddock. Dann werden wir halt nur drei davon mitnehmen. Dazu haben wir bei den Technikern auch Suspension-Experten von WP dabei, dazu das Management. Bei den 40 Personen sehe ich definitiv Personal für eine Hospitality mit drinnen, das sich allerdings auch um unser Tech3-Satellitenteam kümmern müsste. Es müssten alle MotoGP-Hersteller die Privatteams und das Werksteam bei der Verpflegung gemeinsam betreuen. Deshalb sind für mich 25 und 40 für die MotoGP eine ganz gute Größe.»

Red Bull KTM könnte bei der Hospi sogar noch die beiden Ajo-Teams sowie das Tech3-Moto3-Team versorgen und dort jeweils weitere Paddock-Tickets abzweigen.

Inzwischen hat SPEEDWEEK.com aus zuverlässiger Quelle erfahren: Bei den 722 zugelassenen Teammitgliedern sind keine Hospitality-Fachkräfte mitgerechnet. Denn der Auf- und Abbau der Bewirtungsburgen dauert mitunter jeweils 48 Stunden. Aber es müssen notfalls drei Grand Prix an drei Wochenenden hintereinander bestritten werden.

Die Motorrad-GP-Teams sollen sich in diesem Jahr bei einem allfälligen Neustart vor Ort mit Hilfe von lokalen kleinen Catering-Services versorgen. So wird es bisher auch bei den Übersee-Tests oder Übersee-GP teilweise gehandhabt. Die Verpflegung wird dann von naheliegenden Hotels, Restaurants und Bäckereien geliefert. Die kleinen Privatteams aus Moto2 und Moto3 kaufen dann auch mal Gourmetessen bei McDonald’s oder Burger King ein.

In der Formel 1 wird ein anderes Konzept verfolgt: Dort soll ein einziges riesiges Catering-Zelt alle Teams versorgen. Für jedes Teammitglied wird dann voraussichtlich eine Pauschale pro Mahlzeit einkassiert.

Der aktuelle Motorrad-GP-Kalender 2020

08. März: Doha/Q (ohne MotoGP)
21. Juni: Sachsenring/D
28. Juni: Assen/NL
12. Juli: KymiRing/SF
09. August: Brünn/CZ
16. August: Red Bull Ring/A
30.
August: Silverstone/GB
13. September: Misano/I
27. September: Aragón/E
04. Oktober: Buriram/TH
18. Oktober: Motegi/J
25. Oktober: Phillip Island/AUS
01. November: Sepang/MAL
15. November: Texas/USA
22. November: Las Termas
29. November: Valencia/E

Ohne neues Datum: Jerez/E, Le Mans/F, Mugello/I und Barcelona/E

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