Brad Binder (KTM): «Möchte nichts Verrücktes machen»

Von Maximilian Wendl
MotoGP
Brad Binder möchte sich Schritt für Schritt steigern

Brad Binder möchte sich Schritt für Schritt steigern

Brad Binders Entwicklung wird von den Fans in seinem Heimatland Südafrika genau beobachtet. Der MotoGP-Neuling lässt sich aber nicht aus der Ruhe bringen und findet, zusätzlicher Druck sei nicht hilfreich.

Es ist zwar noch Zukunftsmusik, trotzdem freut sich Brad Binder auf seinen neuen Marken-Kollegen Danilo Petrucci. Der Italiener kommt zur Saison 2021 vom Ducati-Werksteam und soll beim Red Bull KTM Tech3-Rennstall seine Qualitäten einbringen. Angesprochen auf die Frage, ob Binder einen Stillstand hinsichtlich der Entwicklung befürchtet, weil die Plätze bei KTM von drei jungen Fahrern komplettiert werden, sagt der Südafrikaner: «Überhaupt nicht. Danilo verfügt über Erfahrung. Er stand mit Ducati ein paar Mal auf dem Podium und ist ein Sieger. Außerdem bringt uns die Arbeit von Testfahrer Dani Pedrosa voran. Alles, was er einbringt, scheint zu funktionieren und es geht in die richtige Richtung. Ich erwarte eine erfolgreiche Zukunft.» Zumal alle vier Fahrer mit dem gleichen Material an den Start gehen werden.

Bislang war das beste Ergebnis für KTM im Trockenen ein sechster Platz. Pol Espargaró, der 2021 zu Repsol-Honda wechseln wird, fuhr im Nassen sogar auf das Podium. Diese Resultate würde KTM-Werksfahrer Binder in seiner ersten Saison wahrscheinlich gerne bestätigen.

Bei den Testfahrten fehlten ihm am dritten Tag in Misano aber noch 0,6 sec auf seinen Marken-Kollegen Miguel Oliveira. Letztendlich ging es in Italien aber noch nicht darum, mit dem Chassis-Upgrade und einer Weiterentwicklung der Vorderrad-Gabel eine schnelle Zeit hinzulegen. «Um ehrlich zu sein, ich habe nicht so viele verschiedene Dinge ausprobiert. Es ging darum, sich wieder an das Motorrad zu gewöhnen», erklärt Binder.

Schon im November hat der MotoGP-Neuling, der in seiner Karriere bislang 14 Grand-Prix-Siege einfahren konnte, mit einer KTM RC16 trainiert. Den Test in Spielberg Ende Mai hat er dagegen verpasst, weil er wegen der Corona-Beschränkungen nicht rechtzeitig aus Südafrika ausreisen konnte. Zuvor saß er in Sepang und Katar Anfang des Jahres auf seiner neuen Rennmaschine.

Hilfreich sind aber auch die Runden auf einer Superbike-Maschine, «um das Gefühl zurückzubekommen. Ich denke, es hilft definitiv. Aber gleichzeitig kann ich aus meinen bisherigen Erfahrungen sagen: Es ist egal, auf was für einem Bike du fährst, das andere Motorrad kann nicht mit einem MotoGP-Bike verglichen werden. Für mich spielt es keine Rolle, was du fährst. Hauptsache man fährt, um das Gefühl beizubehalten».

Ein gutes Gefühl ist auch vonnöten, denn Binders Heimatland blickt gespannt auf seine erste Saison in der Königsklasse, bestätigt er: «Die Anfragen haben sich gemehrt und die Leute haben meine Entwicklung bislang schon verfolgt. Ich glaube, Südafrika ist nach so langer Zeit ohne einen Fahrer von dort aufgeregter als ich es bin und am Ende des Tages möchte ich meine Landsleute stolz machen.»

Erfreulich findet er die Entwicklung, dass beispielsweise Fabio Quartararo ins Werksteam bei Yamaha befördert wurde: «Das ist cool. Lange Zeit war in der MotoGP-Klasse kein Platz für die jungen Fahrer. Das scheint sich zu ändern.»

Seine Ziele hat er definiert, wobei sich der 24-jährige Binder nicht zu sehr unter Druck setzen möchte: «Zusätzlicher Druck ist nicht hilfreich. Ich möchte mich Schritt für Schritt verbessern und mich so schnell wie möglich einleben. In der MotoGP zählen Ergebnisse. Ich beschäftige mich nicht wirklich mit dem Nummer-1-Status im Team. Ich möchte nichts Verrücktes machen.»

Verrückt wird die verkürzte Titeljagd, die am 19. Juli in Jerez beginnen wird, aber allemal. Gleich fünf Mal finden Rennen an aufeinanderfolgenden Wochenenden auf der gleichen Strecke statt. Binder pflichtet Weltmeister Marc Márquez bei und sagt: «Ich glaube, dass das zweite Rennen auf ein und demselben Kurs die WM spannender macht. Man hat Referenzzeiten und  -daten und dadurch wird das Feld enger zusammenrücken.»

Ob sich diese Einschätzung bestätigen wird, lässt sich spätestens nach den ersten beiden Rennen beurteilen, denn schon eine Woche später geht es für den Tross in Jerez weiter.

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