Stefan Bradl in Jerez: ServusTV oder mit Honda?

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Stefan Bradl letzte Woche auf dem Sachsenring

Stefan Bradl letzte Woche auf dem Sachsenring

Stefan Bradl wird am Wochenende in Jerez sein. Ob als TV-Experte oder als Ersatzfahrer für Marc Márquez oder Cal Crutchlow, das kann er noch nicht einschätzen.

Der deutsche Honda-MotoGP-Testfahrer Stefan Bradl (30) hat seit seinem Auftritt in der ersten Februar-Woche beim Shakedown-Test in Sepang keine Rennmaschine mehr pilotiert. Denn der nächste Test vom 18. bis 20. März in Jerez auf dem Ángel Nieto-Circuit fiel bereits der Coronakrise zum Opfer. Die Strecke wurde am 13. März bereits für 15 Tage gesperrt.

Immerhin hat Bradl mit seinem neuen Honda-Superbike CBR1000RR-R einmal in Hockenheim trainiert und letzte Woche zwei Tage auf dem Sachsenring, denn er brauchte nach dem Shutdown dringend Rennstrecken-km, um erstens für den Misano-Privattest am 25./26. August fit zu sein und sich zweitens für die Möglichkeit zu wappnen, dass ein Honda-MotoGP-Stammfahrer wegen Verletzung ausfällt.

Tatsächlich hat sich gestern in Jerez Weltmeister Marc Márquez einen Bruch des rechten Oberarmknochens zugezogen. Er wird morgen operiert, Cal Crutchlow stürzte im Warm-up, erlitt einen Kahnbeinbruch und eine Gehirnerschütterung. Auch er wird morgen operiert.

Stefan Bradl ist für Jerez als Experte von ServusTV vorgesehen, er wird also auf jeden Fall nach Andalusien fliegen. Von HRC hat er bisher keinen Marschbefehl bekommen.

«Es wäre nicht das erste Mal, dass ich bei schwierigen Voraussetzungen einspringen muss. Irgendwie erwischt es mich immer als Ersatzfahrer, wenn die brutalsten Rennen sind. 2018 bin ich innerhalb von zwei Tagen für Crutchlow bei LCR in Sepang eingesprungen, auch bei erbärmlicher Hitze. Es wäre nicht so, dass es mich aus der Fassung bringen würde, wenn mich Honda nach Jerez beordert.»

Könnte passieren, dass beide Fahrer am Freitag das FP1 noch fahren, um ihre Fitness zu testen. Zur Erinnerung: 2018 auf dem Sachsenring sprang Bradl auch erst nach FP1 für den verletzten Franco Morbidelli auf der MarcVDS-Honda ein.

«Ich kann mir momentan nicht vorstellen, dass Marc drei Tage nach einer Oberarm-OP wieder fahren kann», sagt Bradl. «Natürlich braucht er dringend Punkte. Aber er muss zuerst schauen, wie die Operation verläuft und wie stark die Nachwirkungen sein werden.»

Kann sich Bradl vorstellen, nach fünfeinhalb Monaten ohne MotoGP-Training bei 55 Grad Asphalttemperatur in Jerez 25 Rennrunden abzuspulen? «Das ist für alle gleich. Aber ich habe das Gefühl, dass ich dort nicht fahren werde, soweit ich das bisher verstehe, sonst hätte sich HRC bereits bei mir gemeldet und gesagt, ob ich einspringen soll. ich denke, die warten jetzt einmal ab, wie die Operation bei Marc verläuft. Vielleicht gibt es für ihn trotzdem noch einen kleinen Hoffnungsschimmer, dass er wieder fahren und zumindest ein paar Punkte sammeln kann.»

Bradl hat Jorge Lorenzo letztes Jahr bei drei Grand Prix vertreten, aber seit August 2019 in Spielberg keinen Grand Prix bestritten. «Wenn ich am Wochenende eingesetzt werde, muss ich mir die Kräfte einteilen. Man muss nicht meinen, dass ich aus dem Stand raus da vorne in den Top-Ten mitmischen kann. Wie soll das funktionieren. Ich bin seit Anfang Februar nimmer auf einen MotoGP-Bike gehockt, seit Sepang. Auch wenn ich mich fit gehalten habe, die ganze Muskulatur muss sich erst wieder an diese Belastung gewöhnen. Das kann man abseits der Piste nicht 1:1 trainieren. Mir fehlt die Fahrpraxis. Das ist auch HRC bewusst, deshalb haben sie mich bisher nicht kontaktiert. Es macht vielleicht wenig Sinn, mich in Jerez ins kalte Wasser zu schmeissen. Noch dazu wird es keine neuen Teile zu probieren geben, sodass man dringend Kilometer bräuchte.»

«Man darf auch nicht vergessen, dass die Kollegen letzte Woche vier Tage in Jerez gefahren sind», sagt Bradl. «Die legen auf einem ganz anderen Niveau los am Freitag. ich müsste im Nirwana starten… Das wäre ein Riesennachteil. Man darf nicht erwarten, dass ich unter diesen Umständen viel ausrichten kann.»

Für den kommenden Mittwoch hat Bradl übrigens noch ein Training auf dem Sachsenring geplant – mit einer Holzhauer-Superbike-IDM-Honda.

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