Danilo Petrucci (Ducati): «Mittelfinger war zu viel»

Von Nora Lantschner
MotoGP
Voller Einsatz bei Danilo Petrucci, gereicht hat es trotzdem nicht

Voller Einsatz bei Danilo Petrucci, gereicht hat es trotzdem nicht

Danilo Petrucci spricht über die gestenreiche Auseinandersetzung mit Aleix Espargaró im Q1 und das große Thema in Spielberg: Andrea Dovizioso wird Ducati ebenfalls am Ende der MotoGP-Saison 2020 verlassen.

Danilo Petrucci scheiterte auf dem Red Bull Ring im Q1 um gerade einmal 0,024 Sekunden, nachdem es zu einem Zwischenfall mit Aleix Espargaró gekommen war. «Wie schon am Vormittag habe ich das Q2 leider nur um ein paar Tausendstel verpasst», seufzte der 29-jährige Italiener, der jetzt nur auf Startplatz 13 steht.

Was war passiert? «Ich bin wirklich gut in die Kurve 9 eingebogen, als ich Aleix sah, der auf meiner Linie fuhr. Auch in der letzten Kurve hatte ich ihn dann vor mir und musste ein bisschen warten, bis ich das Gas aufdrehen konnte, weil er so nahe war. Vielleicht hätte es sonst fürs Q2 gereicht», schilderte «Petrux». Er ergänzte dann schnell: «Das Feeling, das ich im FP4 hatte, war ziemlich okay. Auf gebrauchten Reifen hatte ich eine gute Pace. Ich will mich darauf konzentrieren.»

«Ich werde später mit der Rennleitung sprechen, sie haben uns zu sich gerufen. Ich weiß aber nicht, was sie mir sagen wollen. Sicher war mein Mittelfinger zu viel, aber wir versuchen immer, unser Bestes zu geben. Ich muss lachen, weil Aleix immer auf Twitter schreibt. Ich spreche lieber persönlich – und mit den Ergebnissen auf der Strecke», betonte der Ducati-Werksfahrer.

Denn der Aprilia-Pilot hatte zuvor getwittert: «Im vierten Sektor fuhr Petrux seinen Rekord in der Runde, als er meinte, ich hätte ihn aufgehalten. Lustig, nicht? Es tut mir leid, wenn du mit dem Bike, das in den vergangenen vier Jahren hier gewonnen hat, nicht im Q2 bist.»

Für noch mehr Gesprächsstoff sorgte am Samstag allerdings die Ankündigung, dass Andrea Dovizioso und Ducati am Ende der Saison getrennte Wege gehen werden. «Ich verstehe seine Beweggründe, Ducati zu verlassen, vollkommen. Vor allem nach den Aussagen von gestern», meinte Petrux dazu. «Andrea hat in diesen acht Jahren sehr, sehr gute Arbeit geleistet. Ihn jetzt anhand von zwei Rennen zu beurteilen, ist meiner Meinung nach keine großartige Idee. Ich habe diese Nachricht erwartet, weil ich Andrea und Ducati sehr gut kenne. Ich glaube, es lag in der Luft. Es tut mir aber leid, dass Andrea keine andere Option hat. Ich weiß nicht, ob er im nächsten Jahr in der MotoGP weitermacht. Ich glaube, dass Ducati die Strategie wechseln will.»

Petrucci seinerseits wird Ducati in Richtung Red Bull Tech3-KTM verlassen. «Ich war schon seit dem Anfang des Jahres auf der Absprungkante», schmunzelte er. «Ich hätte nur mit den Ergebnissen etwas machen können, aber dieses ungewöhnliche Jahr gab keinem die Möglichkeit zu zeigen, wozu man in der Lage war. Nachdem sie mit mir und Andrea versucht haben zu gewinnen, wollen sie jetzt wahrscheinlich etwas anderes probieren. Ich glaube, dass Andrea und ich einen guten Job gemacht haben. Aber in meinem Fall wurde ich schon von Anfang an als einer gesehen, der nicht berechtigt gewesen ist, in diesem Team zu sein. Ich wurde also ersetzt. Bei Andrea war es wohl auch so, aber ich kenne die Details nicht.»

Borgo Panigale verliert so nach Jorge Lorenzo 2018 und Alvaro Bautista 2019 in der Superbike-WM einen weiteren Siegfahrer.

Warum scheint das Verhältnis zwischen Ducati und den Fahrern so schwierig zu sein? «Ich habe da eine Idee, aber die behalte ich für mich», erwiderte Petrux schmunzelnd. «Leider glaubt man immer, dass das Gras woanders grüner ist. Ich habe hier das Maximum gegeben. Klar, ich war nicht perfekt und wurde schon nach einem Jahr ausgetauscht. Ich hätte es besser machen können. Wahrscheinlich glauben sie bei Ducati, dass das Potenzial des Motorrads größer sei als das, was Andrea zeigt, und sie ersetzen ihn. Es ist eine recht wissenschaftliche Entscheidung.»

MotoGP, Q2, Spielberg, 15. August:

1. Viñales, Yamaha, 1:23,450 min
2. Miller, Ducati, 1:23,518 min, + 0,068 sec
3. Quartararo, Yamaha, 1:23,537, + 0,087
4. Dovizioso, Ducati, 1:23,606, + 0,156
5. Pol Espargaró, KTM, 1:23,612, + 0,162
6. Mir, Suzuki, 1:23,673, + 0,223
7. Morbidelli, Yamaha, 1:23,719, + 0,269
8. Rins, Suzuki, 1;23,731, + 0,281
9. Zarco, Ducati, 1:23,828, + 0,378
10. Nakagami, Honda, 1:23,872, + 0,422
11. Oliveira, KTM; 1:23,939, + 0,489
12. Rossi, Yamaha, 1:23,995, + 0,545

Die weitere Startaufstellung:
13. Petrucci, Ducati, 1:23,915
14. Aleix Espargaró, Aprilia, 1:24,151
15. Crutchlow, Honda, 1:24,228
16. Lecuona, KTM, 1:24,405
17. Binder, KTM, 1:24,485
18. Alex Márquez, Honda, 1:24,490
19. Bradl, Honda, 1:24,662
20. Smith, Aprilia, 1:24,831
21. Rabat, Ducati, 1:25,287
22. Pirro, Ducati, 1:25,431

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