Fabio Quartararo: «Erfahrung kann man nicht kaufen»

Von Maximilian Wendl
MotoGP
Die WM-Führung hat Fabio Quartararo im Kies eingebüßt

Die WM-Führung hat Fabio Quartararo im Kies eingebüßt

Die WM-Führung ist futsch und Punkte gab es für Fabio Quartararo in Misano auch nicht. Es war ein Sonntag zum Vergessen für den französischen Yamaha-Piloten. Während der Teamkollege gewann, stürzte Quartararo zwei Mal.

Fabio Quartararo hat die WM-Führung im Kies von Misano verloren und an Andrea Dovizioso abgeben müssen. Der Franzose vom Petronas Yamaha SRT-Team stürzte zum ersten Mal in der achten Runde. Nach einem Besuch in der Box dauerte es sechs Kurven, bis der einstige WM-Leader endgültig aufgab. Sein Fazit: «Ich habe heute viele Fehler gemacht. Mein Start war schon nicht großartig, dann hatte ich auch noch eine Berührung mit Jack Miller. Dann habe ich gepusht und es einfach übertreiben.»

An Misano hat der 21-Jährige ohnehin nicht nur positive Erinnerungen. 2015 stürzte er in der Moto3-Klasse und brach sich den Knöchel. Auf der anderen Seite wurde er im Vorjahr bei seinem ersten MotoGP-Auftritt in Misano nur von Weltmeister Marc Márquez bezwungen. Am Rennsonntag 2020 fehlte Quartararo jedoch die Cleverness. Er gesteht: «Ich bin an Maverick nicht vorbeigekommen und das hat mich frustriert. Als es mir dann endlich gelungen ist, war danach der Vorderreifen zu heiß, der Luftdruck ist gestiegen, ich bin etwas gerutscht, zu weit rausgetragen worden und dann gestürzt.»

Der Stachel sitzt tief. Schließlich war die Chance, die WM-Führung auszubauen, groß. Seine schärfsten Verfolger wurden Siebter (Dovizioso) und Neunter (Miller). Er hadert: «Ich wollte zu schnell aufholen und habe mir nicht die nötige Zeit gelassen. Ich hatte Angst, dass Franco und Valentino mir davonfahren.»

Es kam, wie es kommen musste: Bei seiner Aufholjagd leistete er sich einen verhängnisvollen Fehler. «So ist es eben, wenn man etwas zu sehr will», sagte Quartararo, der aber aus dem Fauxpas lernen möchte: «Ich muss ruhiger werden in solchen Situationen. Es ist schade, denn ich hatte die Pace, um den Sieg mitzufahren.» Zu seinem zweiten Sturz sagte er: «Ich war eigentlich langsam unterwegs. Wahrscheinlich hatte der harte Reifen einfach nicht die richtige Temperatur.»

Auf der anderen Seite sollte der junge Mann, der die beiden Auftaktrennen in Jerez gewann, immer noch Welpenschutz genießen. Er selbst meint: «Erfahrung kann man sich nicht kaufen. Jeder lernt ständig dazu. Ich habe im Vorjahr aus meinen Fehlern gelernt und das wird auch diesmal so sein. Irgendwann musste ich diese Fehler machen.»

Die Formkurve zeigt seit Brünn aber zweifelsohne nach unten. Die WM-Führung schrumpfte immer weiter. In den vergangenen vier Rennen hat Quartararo nur 20 Punkte geholt. Ist der Druck zu groß? Er wiegelt ab: «Ich mache mir ehrlich gesagt nicht zu viele Gedanken über die WM. Natürlich will ich den Titel gewinnen, aber ich denke nicht ständig daran.»

Da Teamkollege Franco Morbidelli in Misano seinen ersten GP-Sieg einfuhr, hat Quartararo die Sicherheit, dass die Yamaha M1 auf dem «Misano World Circuit Marco Simoncelli» funktioniert. Das sollte die Grundlage für ein erfolgreiches zweites Rennen dort sein.

Ergebnis, MotoGP, San Marino-GP

1. Morbidelli, Yamaha, 27 Runden in 42:02,,272 (= 162,8 km/h)
2. Bagnaia, Pramac Ducati, + 2,217 sec
3. Mir, Suzuki, + 2,290
4. Rossi, Yamaha, + 2,643
5. Rins, Suzuki, + 4,044
6. Viñales, Yamaha, + 5,383
7. Dovizioso, Ducati, + 10,358
8. Miller, Pramac Ducati, + 11,155
9. Nakagami, Honda, + 10,839 (eine Position zurückversetzt)
10. Pol Espargaró, KTM, +12,030
11. Oliveira, KTM, + 12,376
12. Binder, KTM, + 12,405
13. Aleix Espargaró, Aprilia, + 15,142
14. Lecuona, KTM, + 19,914
15. Zarco, Ducati, + 20,152
16. Petrucci, Ducati, + 22,094
17. Alex Márquez, Honda, + 22,473
18. Bradl, Honda, + 37,856
19. Smith, Aprilia, + 1:18,831 min

Fahrer-WM nach 6 von 14 Rennen

1. Dovizioso 76 Punkte. 2. Quartararo 70. 3. Miller 64. 4. Mir 60. 5. Viñales 58. 6. Rossi 58. 7. Morbidelli 57. 8. Binder 53. 9. Nakagami 53. 10. Oliveira 48. 11. Pol Espargaró 41. 12. Rins 40. 13. Zarco 31. 14. Bagnaia 29. 15. Petrucci, 25.

Konstrukteurs-WM nach 6 von 14 Rennen

1. Yamaha 113 Punkte. 2. Ducati 107. 3. KTM 88. 4. Suzuki 73. 5. Honda 53. 6. Aprilia 23.

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