Maverick Viñales (Yamaha): «Vom Biest zum Kätzchen»

Von Nora Lantschner
MotoGP
Maverick Viñales will eine Reaktion von Yamaha

Maverick Viñales will eine Reaktion von Yamaha

Für Yamaha-Werksfahrer Maverick Viñales endete der erste Misano-GP in einer Enttäuschung, nach einer Testbestzeit und einem Besuch auf der Ranch von Valentino Rossi hat er aber seinen Humor wiedergefunden.

Auf die Pole-Position folgte bei Maverick Viñales am vergangenen Sonntag ein ernüchternder sechster Platz. Beim Testtag am Dienstag brachte Yamaha dann viele Neuheiten – und der Spanier fuhr Tagesbestzeit.

«Ich glaube, wir haben einen wirklich guten Test gemacht – mein bester Test des Jahres. Wir haben den Auspuff getestet, verschiedene Set-ups für die Federung, die Karbonschwinge… Einige Teile davon werde ich auch an diesem Wochenende einsetzen, die Karbonschwinge und den Auspuff. Ich glaube, es ist gut, damit Runden abzuspulen und Informationen für Yamaha zu sammeln. Wir haben zudem versucht, besseren Grip für das Bike zu finden. Aber das ist nicht einfach, wenn das Grip-Level beim Test perfekt ist. Mit jeder Runde wurde es besser und besser und am Nachmittag war es großartig. Unsere Mission ist es aber, Rennen zu gewinnen – nicht im Test oder im Qualifying Erster zu sein», weiß auch Viñales.

Das Problem glaubt der WM-Fünfte erkannt zu haben, die Lösung erwartet er von Yamaha: «Wir müssen verstehen, warum wir nach der Moto2 Grip-Probleme haben. Wenn wir uns die Rundenzeiten anschauen, dann fing das Motorrad zu spät an zu funktionieren. Wenn es zehn oder 15 Runden früher funktioniert hätte, wäre ich dazu in der Lage gewesen, eine 1:32er-Pace zu fahren. Wir müssen verstehen, wie wir es früher zum Laufen zu bringen – mit dem Dunlop-Abrieb auf der Strecke. Wenn wir das Motorrad für etwas abstimmen, aber dann ist es nach der Moto2 anders, dann wird es für die Fahrer schwierig. Mir müssen es verstehen und das bestmöglich hinbekommen. Denn am Ende war am Wochenende alles gut, bis wir nach der Moto2 gefahren sind. Yamaha muss das verstehen und reagieren, um uns beste Motorrad zur Verfügung stellen, dass sie hinbekommen.»

Wie geht der 25-Jährige an den anstehenden Emilia Romagna-GP heran? «Wir müssen schneller sein, dann ist der Schaden am Ende nicht so groß», schmunzelte er. «Wenn wir in den Trainings-Sessions schneller sind, dann werden wir im Rennen ein bisschen schneller sein. Wir werden das Maximum versuchen, sicher ist es nicht einfach, weil wir mit diesem Aspekt immer zu leiden haben. Ich will eine Reaktion von Yamaha, ich will, dass sie arbeiten, um mir das Beste zur Verfügung zu stellen. Denn wir waren am Samstag mit einem All-Time-Lap-Rekord ein Biest auf der Strecke – und dann wurden wir zum Kätzchen.»

Zumindest den Humor hat der Spanier nicht verloren: «Es ist merkwürdig, aber ich nehme es mit Humor, sonst kann nichts machen. Außer mein Maximum zu geben, wie immer, in jeder Session. Der Test war gut, ich fühlte mich unglaublich auf dem Motorrad. Und wir waren schnell, denn am Ende des Tages bin ich mit einem Reifen, der schon viele Runden drauf hatte, niedrige 1:32er-Zeiten gefahren. Das ist gut, aber wir wissen schon, dass wir mit dem Michelin-Abrieb guten Grip haben und ich mit dem Motorrad machen kann, was ich will. Aber wenn der Grip fehlt, ist es so kompliziert.»

Den Frust baute der Yamaha-Werksfahrer übrigens auch auf der MotoRanch seines Teamkollegen Valentino Rossi ab. «Es war fantastisch, wir waren mit dem ganzen Team dort. An dem Tag haben wir für mich viel Frust rausgenommen, ich habe es genossen wie ein Kind: Ich bin als Erster auf die Strecke und habe als Letzter aufgehört. Es war eine großartige Erfahrung und ich habe es wirklich genossen, mit Valentino zu fahren. Ich konnte sehen, wie viel sie trainieren und wie schnell sie beim Flattrack sind. Es war gut, dass ganze Team lachen zu sehen. Es war eine einzigartige Erfahrung», schwärmte Viñales.

Fahrer-WM nach 6 von 14 Rennen:

1. Dovizioso 76 Punkte. 2. Quartararo 70. 3. Miller 64. 4. Mir 60. 5. Viñales 58. 6. Rossi 58. 7. Morbidelli 57. 8. Binder 53. 9. Nakagami 53. 10. Oliveira 48. 11. Pol Espargaró 41. 12. Rins 40. 13. Zarco 31. 14. Bagnaia 29. 15. Petrucci, 25.

Konstrukteurs-WM nach 6 von 14 Rennen:

1. Yamaha 113 Punkte. 2. Ducati 107. 3. KTM 88. 4. Suzuki 73. 5. Honda 53. 6. Aprilia 23.

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