Pol Espargaró (KTM): «Habe keine großen Erwartungen»

Von Maximilian Wendl
MotoGP
Pol Espargaró in der Boxengasse

Pol Espargaró in der Boxengasse

Wie alle anderen KTM-Fahrer auch, hatte Pol Espargaró bei Misano I Probleme. Er glaubt aber, dass Besserung in Sicht ist. Übrigens darf er trotz seines Wechsels zu Honda aktuell weiter für KTM entwickeln.

Auf der einen Seite möchte Pol Espargaró nicht zu optimistisch sein, auf der anderen Seite lässt der spanische KTM-Pilot aber durchblicken: «Wir waren mit den gebrauchten Reifen beim Test am Dienstag so stark, dass ich keinen Fahrer gesehen habe, der auf dem Level mithalten konnte.» Er schiebt vor dem zweiten Rennen in Misano aber hinterher: «Ich habe keine großen Erwartungen, sonst bin ich vielleicht enttäuscht.»

Das war er auch nach dem überraschenden Leistungseinbruch des orangenen Quartetts am vergangenen Sonntag. Zwar entschied er das KTM-Duell für sich, nach P10 kam aber wenig Freude auf. Er sagt rückblickend: «Ich war geschockt. Wir haben es nicht verstanden, warum wir so schwach waren. Das Wochenende lief gar nicht so schlecht, aber am Sonntag hatten wir keine Chance.»

Der Test, bei dem er in der kombinierten Zeitenliste den vierten Rang belegt hatte, sorgt also für Optimismus. Espargaró möchte sich in der WM-Wertung zurückmelden. Aktuell liegt er 35 Punkte hinter WM-Leader Andrea Dovizioso (Ducati). Er findet das unglaublich: «Ich habe zwei Mal gar keine Punkte geholt und habe trotzdem keinen allzu großen Rückstand. Diese Spannung, das wollen die Leute sehen und für uns Fahrer ist es auch spannend. Es ist auch für uns schwierig, dafür eine Erklärung zu finden.»

Er hat aber dennoch ein paar Ansätze: «Es ist eine Kombination aus mehreren Faktoren. Das Corona-Virus sorgt für eine kürzere WM. Wir dürfen keine Fehler machen, keine Unfälle bauen, müssen aber trotzdem Risiken eingehen und punkten. Außerdem ist Marc Márquez nicht dabei. Er war derjenige, den es in den Vorjahren zu schlagen galt. Und dann ist da noch KTM. Wir haben vier gute Fahrer auf schnellen Motorrädern und nehmen den anderen Piloten Punkte weg.» Das Ergebnis: Kein Fahrer stand bislang häufiger als zwei Mal auf dem Podium.

Übrigens: Espargaró half am Dienstag beim Test trotz seines feststehenden Weggangs zu Honda mit, die KTM für 2021 weiterzuentwickeln. «Ich habe die Zusage vom Hersteller, dass das in Ordnung geht. Wir arbeiten weiter am Chassis, an der Abstimmung und werden das so weiter handhaben.»

Fahren wird Espargaró, der maßgeblich für den Fortschritt bei KTM verantwortlich ist, auf der 2021er Maschine dann nicht mehr – zumindest nicht in der WM. Das ist aber noch Zukunftsmusik. Zunächst einmal möchte er sich am Sonntag mit einem ordentlichen Ergebnis im Kampf um die Krone in der MotoGP-Serie zurückmelden.

Misano-Test, 15. September, kombiniert:

1. Viñales, Yamaha, 1:31,532 min
2. Nakagami, Honda, 1:31,803
3. Zarco, Ducati, 1:31,899
4. Pol Espargaró, KTM, 1:32,054
5. Rins, Suzuki, 1:32,114
6. Mir, Suzuki, 1:32,162
7. Bagnaia, Ducati, 1:32,207
8. Dovizioso, Ducati, 1:32,290
9. Quartararo, Yamaha, 1:32,336
10. Binder, KTM, 1:32,453
11. Alex Márquez, Honda, 1:32,480
12. Miller, Ducati, 1:32,510
13. Oliveira, KTM, 1:32,529
14. Aleix Espargaró, Aprilia, 1:32,535
15. Smith, Aprilia, 1:32,590
16. Petrucci, Ducati, 1:32,679
17. Rossi, Yamaha, 1:32,946
18. Rabat, Ducati, 1:33,306

Ergebnis, MotoGP, 13.9., San Marino-GP

1. Morbidelli, Yamaha, 27 Runden in 42:02,272 (= 162,8 km/h)
2. Bagnaia, Pramac Ducati, + 2,217 sec
3. Mir, Suzuki, + 2,290
4. Rossi, Yamaha, + 2,643
5. Rins, Suzuki, + 4,044
6. Viñales, Yamaha, + 5,383
7. Dovizioso, Ducati, + 10,358
8. Miller, Pramac Ducati, + 11,155
9. Nakagami, Honda, + 10,839 (eine Position zurückversetzt)
10. Pol Espargaró, KTM, +12,030
11. Oliveira, KTM, + 12,376
12. Binder, KTM, + 12,405
13. Aleix Espargaró, Aprilia, + 15,142
14. Lecuona, KTM, + 19,914
15. Zarco, Ducati, + 20,152
16. Petrucci, Ducati, + 22,094
17. Alex Márquez, Honda, + 22,473
18. Bradl, Honda, + 37,856
19. Smith, Aprilia, + 1:18,831 min

Fahrer-WM nach 6 von 14 Rennen

1. Dovizioso 76 Punkte. 2. Quartararo 70. 3. Miller 64. 4. Mir 60. 5. Viñales 58. 6. Rossi 58. 7. Morbidelli 57. 8. Binder 53. 9. Nakagami 53. 10. Oliveira 48. 11. Pol Espargaró 41. 12. Rins 40. 13. Zarco 31. 14. Bagnaia 29. 15. Petrucci, 25.

Konstrukteurs-WM nach 6 von 14 Rennen

1. Yamaha 113 Punkte. 2. Ducati 107. 3. KTM 88. 4. Suzuki 73. 5. Honda 53. 6. Aprilia 23.

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