Andrea Dovizioso: Kleine Änderungen, große Wirkung?

Von Maximilian Wendl
MotoGP
Der WM-Führende Andrea Dovizioso

Der WM-Führende Andrea Dovizioso

Trotz der zuletzt mageren Ausbeute reiste Andrea Dovizioso als WM-Führender zum Catalunya-GP. Während der Ducati-Pilot an seinem Plan bastelt, musste sein erster Verfolger Fabio Quartararo die Pressekonferenz absagen.

Andrea Dovizioso geht es so wie vielen Fans der MotoGP-Klasse. Der Italiener ist überrascht, dass er in der verkürzten Saison nach sieben Rennen die WM anführt, obwohl er lediglich 84 Punkte auf dem Konto hat und zuletzt in Misano nur Siebter und Achter wurde.

Ein Blick in die Historie: Seit der Einführung des aktuellen Punktesystems im Jahr 1993 hatte kein Leader weniger Punkte nach den ersten sieben Rennen. Was Dovizioso von der Statistik hält? «Das ist verrückt. Immer hat ein anderer Fahrer Probleme. Ich war nur in Österreich und Jerez stark und schnell. Aber es ist niemand in jedem Rennen gut.»

Die Gründe für seine fehlende Konstanz sind ihm bekannt: Dovizioso hat Probleme beim Anbremsen. In den Vorjahren war er mit seiner Art noch erfolgreich gewesen, doch jetzt muss er sich umstellen. Diese Umstellung läuft nicht nach Plan. «So wie ich bremse, funktioniert es nicht. Ich bin nicht in der Lage, so zu fahren, wie ich es gerne möchte und wie es hilft. Ich muss das weiter perfektionieren, denn das Bremsen wirkt sich auf alles aus. Aber es ist schwer, sich zu verbessern.» Der dreimalige Vize-Weltmeister versprüht vor dem Catalunya-GP Zweckoptimismus: «Es sind nur kleine Dinge, die ich anpassen muss. Aber wenn mir das gelingt, können die Veränderungen das Resultat enorm beeinflussen.»

Einen weiteren positiver Punkt streicht Dovizioso auch hervor: «Ich liebe diese Strecke.» Die Ergebnisse unterstreichen seine These nicht, denn in der Königsklasse schied er 2015, 2018 und 2019 aus. Im Vorjahr war er am spektakulären Crash in Runde 1 beteiligt, der ihn Maverick Viñales, Jorge Lorenzo und Valentino Rossi ein gutes Rennen kostete und der von Lorenzo ausgelöst wurde. Nur 2017 stand er am Rennsonntag ganz oben.

Dennoch möchte der 34-Jährige den Kurs in Montmeló als WM-Führender verlassen. Sein Konzept: «Der Schlüssel ist Konstanz. Wir müssen es schaffen, mit den besten fünf Fahrern zu kämpfen. Das haben wir bisher nicht geschafft.» Und konstant ist Dovizioso. Der Fahrer aus Forlimpopoli ist neben Takaaki Nakagami (LCR Honda Idemitsu) der einzige Fahrer, der in allen bisherigen Läufen in den Punkterängen landete.

Selbst im tschechischen Brünn, wo Dovizioso große Probleme hatte, landete er auf dem elften Rang. «Das war aber trotzdem ein Desaster», blickt er zurück. Der Blick nach vorne: «Wir haben hier mehr Grip als in Misano, aber Grip ist nicht alles. Es ist ein Mix und die neuen Reifen machen es schwer. Niemand weiß, wie sie sich verhalten werden. Ich muss schneller fahren und weich bremsen.»

Klingt in der Theorie einfach, wird es aber ganz sicher nicht. Dovizioso geht aber fokussiert ans Werk und hält sich an das Motto: «Die Saison beginnt hier und jetzt.»

Wie eng es ist, zeigt ein weiterer Blick in die Geschichtsbücher: Den Ersten und den auf Platz 15 liegenden Marken-Kollegen Francesco Bagnaia trennen gerade einmal 55 Punkte. So eng waren die Fahrer ebenfalls seit 1993 nicht mehr beisammen.

Übrigens: Doviziosos schärfster Verfolger, der Franzose Fabio Quartararo, ließ die offizielle Pressekonferenz aus. Das Petronas Yamaha SRT Team ließ ausrichten: «Fabio fühlt sich nicht gut und deswegen kann er nicht an der Pressekonferenz teilnehmen. Er wird sich ausruhen, um für den Freitag bereit zu sein.»

Fahrer-WM nach 7 von 14 Rennen:

1. Dovizioso 84 Punkte. 2. Quartararo 83. 3. Viñales 83. 4. Mir 80. 5. Morbidelli 64. 6. Miller 64. 7. Nakagami, 63. 8. Oliveira 59. 9. Rossi 58. 10. Pol Espargaró 57. 11. Binder 53. 12. Rins 44. 13. Zarco 36. 14. Petrucci 31. 15. Bagnaia 29. 16. Alex Márquez 24. 17. Aleix Espargaró 18. 18. Lecuona 15. 19. Smith 11. 20. Rabat 7. 21. Crutchlow 7. 22. Pirro 4.

Konstrukteurs-WM nach 7 von 14 Rennen:

1. Yamaha 138 Punkte. 2. Ducati 115. 3. KTM 104. 4. Suzuki 93. 5. Honda 63. 6. Aprilia 26.

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