Andrea Dovizioso (Ducati): «So reicht es nicht»

Von Nora Lantschner
MotoGP
Andrea Dovizioso grübelt über seine WM-Chancen

Andrea Dovizioso grübelt über seine WM-Chancen

Vier MotoGP-Rennen vor Schluss liegt Andrea Dovizioso 15 Punkte hinter der WM-Spitze zurück. Dass Joan Mir dort nach dem Aragón-GP Fabio Quartararo abgelöst hat, wundert den Ducati-Werksfahrer nicht.

In der WM-Tabelle ist Andrea Dovizioso zwar auf den vierten Gesamtrang zurückgerutscht, auf den neuen WM-Leader Joan Mir fehlen dem dreifachen MotoGP-Vizeweltmeister aber nur 15 Punkte. Denn Fabio Quartararo wurde im Aragón-GP bis auf den 18. Platz durchgereicht und schrieb so einen Nuller.

«Schon vor Le Mans war ich der Meinung, dass Mir der Stärkste war, weil er konstanter als alle anderen ist», erklärte «Dovi». «Ja, es stimmt, dass Quartararo mehr Rennen gewonnen hat, und das ist wichtig. Aber egal in welchem Rennen, am Ende sind die Suzuki immer dabei. Und das ist wirklich wichtig, wenn du für die Weltmeisterschaft punkten willst. Ich glaube, dass es sehr hart wird, gegen sie zu kämpfen», befürchtet der 34-jährige Italiener. «Aber es hat sich einmal mehr bestätigt, dass jede Woche alles passieren kann: Was am Sonntag mit Quartararo passiert ist, ist eine weitere Bestätigung dafür. Wir hatten große Probleme an diesem Wochenende, ich bin nur von Startplatz 13 losgefahren – und am Ende habe ich immer noch überlebt, wenn es um die Weltmeisterschaft geht. Darüber müssen wir glücklich sein – aber nächste Woche brauchen wir etwas mehr.»

Alex Rins kürte sich am Sonntag zum achten Sieger im zehnten MotoGP-Rennen des Jahres – das gab es noch nie. Passend zu dieser unterhaltsamen und abwechslungsreichen Saison 2020 führt mit Mir ausgerechnet der Titelkandidat die WM-Tabelle an, der noch kein MotoGP-Rennen für sich entschieden hat.

«Er hat nicht gewonnen, aber er war immer stärker als alle anderen. Wenn du die zweite Rennhälfte von fast allen Rennen anschaust, dann war Mir der Stärkste. Und am Ende zählt das für die WM. Wenn du so schnell sein kannst, dann nimmst du am Ende des Rennens immer wichtige Punkte mit, auch wenn du nicht gewinnst», analysierte der 15-fache MotoGP-Rennsieger. «Jedes Rennen ist eine Bestätigung dafür, wie diese WM-Saison ist. Wir arbeiten weiter.»

Die Situation habe sich durch den Führungswechsel in der WM-Tabelle aber nicht wesentlich verändert, findet Dovi: «Es passiert alles Mögliche, bei jedem Rennen. Ich messe diesen Aspekten keine Bedeutung mehr zu. Es ist keine lineare Weltmeisterschaft wie in den vergangenen Jahren, wo man die Situation mehr unter Kontrolle hatte – nicht nur wir, alle. Es geht nicht darum, ob man daran glaubt oder nicht. Du kehrst einfach vor deiner eigenen Tür und versuchst, das Maximum heimzuholen. So wie wir es an diesem Wochenende getan haben. Denn bis zum FP4 waren wir wirklich schlecht aufgestellt, aber wir haben aufgeholt. Im Qualifying ist dann passiert, was passiert ist. Trotzdem haben wir die Situation gerettet, was nur wenige geschafft hätten. Darüber können wir glücklich sein, aber es ist auch nichts Neues für unsere Herangehensweise an ein Wochenende. Aber: Das reicht nicht. Unsere Gegner sind stark, sie gewinnen Rennen, kämpfen immer um das Podium. Meine Mentalität ist auf die Rennen und die Weltmeisterschaft ausgerichtet. Und obwohl der Speed in diesem Jahr nicht ausgezeichnet ist, sind wir noch im Titelkampf dabei. Aber es reicht so nicht. Wir müssen mehr tun», forderte er.

Denn mit seinem aktuellen Speed traut sich der Ducati-Werksfahrer keinen Angriff auf die WM-Spitze zu. «So ist es nicht möglich», hielt er entschieden fest. «Wir müssen einen Schritt machen – keinen großen, aber wir brauchen sicher einen Schritt.»

Ergebnis, MotoGP-Rennen, Aragón (18.10.):

1. Rins, Suzuki, 41:54,391 min
2. Alex Márquez, Honda, + 0,263 sec
3. Mir, Suzuki, + 2,644
4. Viñales, Yamaha, + 2,880
5. Nakagami, Honda, + 4,570
6. Morbidelli, Yamaha, + 4,756
7. Dovizioso, Ducati, + 8,639
8. Crutchlow, Honda, + 8,913
9. Miller, Ducati, + 9,390
10. Zarco, Ducati, + 9,617
11. Binder, KTM, + 13,200
12. Pol Espargaró, KTM, + 13,689
13. Aleix Espargaró, Aprilia, + 14,598
14. Lecuona, KTM, + 15,291
15. Petrucci, Ducati, + 15,941
16. Oliveira, KTM, + 18,284
17. Bradl, Honda, + 20,136
18. Quartararo, Yamaha, + 21,498
19. Smith, Aprilia, + 25,300
20. Rabat, Ducati, + 25,558

Fahrer-WM-Stand nach 10 von 14 Rennen:

1. Mir, 121 Punkte. 2. Quartararo 115. 3. Viñales 109. 4. Dovizioso 106. 5. Nakagami 92. 6. Morbidelli 87. 7. Rins 85. 8. Miller 82. 9. Pol Espargaró 77. 10. Oliveira 69. 11. Binder 67. 12. Alex Márquez 67. 13. Petrucci 65. 14. Rossi 58. 15. Zarco 53. 16. Bagnaia 42. 17. Aleix Espargaró 27. 18. Crutchlow 21. 19. Lecuona 20. 20. Smith 11. 21. Bradl 8. 22. Rabat 8. 23. Pirro 4.

Konstrukteurs-WM:

1. Yamaha 183. 2. Ducati 160. 3. Suzuki. 4. KTM 130. 5. Honda 112. 6. Aprilia 35.

Team-WM:

1. Team Suzuki Ecstar 206. 2. Petronas Yamaha SRT, 202 Punkte. 3. Ducati Team 171. 4. Monster Energy Yamaha MotoGP 167. 5. Red Bull KTM Factory Racing 144. 6. Pramac Racing 128. 7. LCR Honda 113. 8. Red Bull KTM Tech3 89. 9. Repsol Honda Team 75. 10. Esponsorama Racing 61. 11. Aprilia Racing Team Gresini 38.

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