Andrea Dovizioso (Ducati/7.): «Gefühl war miserabel»

Von Nora Lantschner
MotoGP
Andrea Dovizioso: Portimão passt nicht sonderlich gut zu seinem Fahrstil

Andrea Dovizioso: Portimão passt nicht sonderlich gut zu seinem Fahrstil

Andrea Dovizioso gestand ganz offen, dass er auf dem «Autodromo Internacional do Algarve» mit dem MotoGP-Bike zu kämpfen hätte. Am Ende des Freitags konnte der Noch-Ducati-Pilot mit Platz 7 daher gut leben.

«Zu Beginn hatte ich überhaupt kein Gefühl», gestand Andrea Dovizioso am Freitagabend in Portimão. Deshalb wurden an seiner Ducati auch größere Änderungen am Set-up vorgenommen. «Es gibt viele Berg- und Talfahrten. Das ist sehr ungewöhnlich und schwierig zu managen, vor allem mit dem MotoGP-Bike. Am Ende war mein Feeling auch noch nicht besonders, aber die Rundenzeit ist nicht so schlecht. Sicher müssen wir uns noch verbessern, weil das morgen jeder machen wird. Aber es lief nicht allzu schlecht», lautete sein Fazit nach Platz 7.

Das «Autodromo Internacional do Algarve» erkundete der Noch-Ducati-Werksfahrer schon Anfang Oktober auf einer Panigale Superleggera V4. Wie ist die Strecke auf einem MotoGP-Bike? «Noch spezieller. Wie immer, wenn man mit der MotoGP auf eine Strecke kommt, ist es im Vergleich zu anderen Motorrädern ganz anders. Wenn man auf die Strecke geht, erscheint einem alles kleiner. Es ist eine faszinierende Strecke, meiner Meinung nach vor allem für die Zuschauer. Beim Fahren ist sie – für meinen Stil – allerdings nicht fantastisch», gestand der 34-jährige Italiener.

«Es fiel mir zu Beginn sehr schwer, in die Kurven einzulenken. Man muss immer in Schräglage fahren, überall», berichtete der Noch-Ducati-Werksfahrer. «Es gibt viele Richtungswechsel. Du kannst nicht vor dem Umlegen bremsen oder erst nach dem Aufrichten beschleunigen, du musst immer die Schräglage nutzen. Am Vormittag hatte ich auch kein besonders gutes Gefühl, weshalb ich nicht hart bremsen konnte. Und wenn du das nicht kannst, vor allem mit unserem Motorrad, dann wird das Einlenken schwierig.»

«Nachdem wir das Set-up angepasst hatten, blieb die nächste Schwierigkeit: Man kann die Power nicht nutzen, weil das Vorderrad immer steigt, vor allem auf den Bergauf- und Bergab-Passagen. Man muss viel mit dem Motorrad arbeiten und auf eine ziemlich ungewohnte Weise fahren», betonte der Vizeweltmeister der vergangenen drei Jahre.

Was ging Dovi nach der ersten Runde durch den Kopf? «Es ist besser, wenn ich dazu nichts sage», winkte er lachend ab. «Das Feeling war heute zu Beginn miserabel. Die ersten drei Viertel des FP1 waren ein Desaster, mir ist gar nichts gelungen. Und vom Motorrad kam keine Rückmeldung. Wir mussten mit dem Set-up in eine Richtung gehen, die wir nicht erwartet hatten und die sehr extrem ist im Vergleich zu dem, was wir in Valencia hatten oder sonst gewohnt sind. Wir haben das aber schon in der ersten Session umgesetzt – und es war ein großer Fortschritt, ich bin meine beste Zeit am Ende des FP1 auf gebrauchten Reifen gefahren.»

Ist es nicht auch ein spezielles Gefühl zu wissen, dass die achtjährige Zusammenarbeit mit Ducati an diesem Wochenende ein Ende findet – vielleicht sogar seine WM-Karriere? «Ja, vor der Session schon», bestätigte der 15-fache MotoGP-Sieger, der 2022 gerne ein Comeback geben würde. «Und mir geht es gut damit, weil ich das Maximum geben will an meinem letzten Wochenende mit Ducati. Aber sobald die Session losgeht, musst du so fokussiert sein. Ich hatte heute mit dem Bike zu kämpfen, also war ich darauf konzentriert und habe versucht, eine Lösung zu finden.»

Als WM-Sechster hat Dovizioso den Kampf um die Top-3 der WM-Tabelle noch nicht aufgegeben. Wäre es auch in gewisser Form eine Genugtuung, dem Hersteller aus Borgo Panigale zumindest noch den Konstrukteurs-Titel zu bescheren?

«Das ist immer schön, auch weil es bedeuten würde, dass wir ein gutes Rennen machen. Aber ganz ehrlich, ich konzentriere mich auf die Fahrer-WM», hielt der Italiener fest. «Die Wahrheit ist, dass die Fahrer nicht besonders auf die Konstrukteurs-WM schauen. Aber wenn dir nichts anderes mehr übrig bleibt, schaust du auch darauf.»

Ergebnisse MotoGP, kombinierte Zeiten nach FP2, Portimão

1. Zarco, Ducati, 1:39,417 min
2. Viñales, Yamaha, + 0,119 sec
3. Aleix Espargaró, Aprilia, + 0,228
4. Quartararo, Yamaha, + 0,275
5. Binder, KTM, + 0, 280
6. Mir, Suzuki, + 0,315
7. Dovizioso, Ducati, + 0,324
8. Pol Espargaró, KTM, + 0,366
9. Miller, Ducati, + 0,403
10. Morbidelli, Yamaha, + 0,471
11. Bradl, Honda, + 0,492
12. Nakagami, Honda, + 0,522
13. Oliveira, KTM, + 0,529
14. Crutchlow, Honda, + 0,549
15. Bagnaia, Ducati, + 0,560
16. Savadori, Aprilia, + 0,668
17. Rins, Suzuki, + 0,796
18. Márquez, Honda, + 0,921
19. Petrucci, Ducati, + 1,190
20. Rabat, Ducati, + 1,839
21. Rossi, Yamaha, + 1,862
22. Kallio, KTM, + 2,409

Ergebnisse MotoGP FP1, Portimão, 20.11.

1. Oliveira, KTM, 1:40,122 min
2. Viñales, Yamaha, + 0,040 sec
3. Aleix Espargaró, Aprilia, + 0,114
4. Savadori, Aprilia, + 0,175
5. Pol Espargaró, KTM, + 0,558
6. Crutchlow, Honda, + 0,573
7. Mir, Suzuki, + 0,734
8. Quartararo, Yamaha, + 0,755
9. Nakagami, Honda, + 0,756
10. Bradl, Honda, + 0,798
11. Rins, Suzuki, + 0,838
12. Dovizioso, Ducati, + 0,839
13. Morbidelli, Yamaha, + 1,045
14. Zarco, Ducati, + 1,059
15. Alex Márquez, + 1,106
16. Miller, Ducati, + 1,149
17. Bagnaia, Ducati, + 1,311
18. Petrucci, Ducati, + 1,806
19. Rossi, Yamaha, + 1,824
20. Binder, KTM, + 1,960
21. Rabat, Ducati, + 3,032
22. Kallio, KTM, + 3,788

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