Aleix Espargaró: «Ich hasse es, operiert zu werden»

Von Nora Lantschner
MotoGP
Aleix Espargaró

Aleix Espargaró

Aprilia-Hoffnungsträger Aleix Espargaró berichtet von seiner Hassliebe zu Le Mans, Corona-bedingten Ausfällen von Ingenieuren und der für den Montag geplanten Armpump-OP.

Aleix Espargaró kommt als WM-Siebter zum fünften Grand Prix der laufenden Saison. In Le Mans jagt er den ersehnten Top-5-Platz, nachdem er zuletzt in Jerez die Ziellinie als Sechster nur 5,164 Sekunden hinter dem Sieger Jack Miller überquert hat – so nahe war der Hersteller aus Noale in der MotoGP-Ära noch nie dran.

«Le Mans ist eine Strecke, auf der Fahrer, die hart bremsen, Erfolg haben können», weiß die Aprilia-Speerspitze. «Aus meiner Sicht ist es aber eine Hassliebe, weil ich hier oft konkurrenzfähig war, gleichzeitig aber auch stark unter dem Wetter gelitten habe. Für die Fahrer bedeutet das zusätzlichen Stress am Wochenende, wenn man die Bedingungen verstehen muss. Wir fahren oft mit feuchten Stellen auf der Piste, ich hatte hier richtig heftige Stürze und habe mich, noch mit Suzuki, auch verletzt. Daher kommt diese Hassliebe zu Le Mans, aber hoffentlich wird es in diesem Jahr gut.»

Am Donnerstagnachmittag regnete es in Le Mans, die aktuellen Prognosen deuten auf ein nasses Wochenende hin. Auf der RS-GP21 spulte an den vergangenen zwei Tagen schon Andrea Dovizioso in Mugello Testrunden im Regen ab. Kann das eine Hilfe sein?

«Leider konnte er nicht im Trockenen fahren», bedauerte Aleix Espargaró, der zudem gestand: «Ich habe noch nicht viele Informationen, weil es bei den Ingenieuren ein kleines Durcheinander gibt, wegen der Covid-19-Situation. Einige Ingenieure hatten Kontakt zu jemandem und mussten dann den Test auslassen, andere Elektronik-Ingenieure werden leider nicht hier in Le Mans sein können. Ich hatte noch kein Meeting mit ihnen, ich muss mit Romano [Albesiano] noch über Dovis Test reden. Mit Dovi habe ich auch noch nicht gesprochen. Hoffentlich haben sie aber ein paar Mappings für nasse Verhältnisse ausprobiert, damit es auch hier in Le Mans einfacher wird, vor allem in der ersten Session. Man weiß aber, wie unterschiedlich der Grip in Mugello und Le Mans ist.»

«Ich habe mit dem alten Motorrad im Nassen sehr gelitten», erinnerte der 31-jährige aus Granollers. «Mein letztjähriger Teamkollege, Bradley Smith, ist einer der besten Regenfahrer aus den letzten zehn MotoGP-Jahren. Als er hier in Le Mans gestürzt ist, war er nur eine halbe Sekunde vor mir. Ich hoffe, dass es mit dem diesjährigen Bike etwas einfacher ist und ich auch im Nassen um die Top-10 kämpfen kann. Das wäre sehr wichtig, weil ich im Regen schon lange nicht mehr konkurrenzfähig war.»

Nach dem Frankreich-GP ist für Aleix Espargaró am Montag um 8 Uhr die Armpump-OP am rechten Unterarm angesetzt. «Ich bin nicht zu 100 Prozent überzeugt, aber ich habe in Jerez in den letzten sechs Runden sehr gelitten, es war ein Albtraum. Am Montag hatte ich beim Test dann den großen Crash. Ich bin also umgehend nach Barcelona ins Dexeus-Klinikum gereist. Ich war ein paar Stunden dort, um den Arm einem Stresstest zu unterziehen und mit Dr. Mir und seinem Team zu reden. Ich ließ mich 2010 schon operieren und jetzt wurde mir gesagt, eine erneute Operation sei die beste Option», bestätigte er.

Das Kompartmentsyndrom, das in dieser Saison schon reihenweise Zweirad-Stars chirurgisch behandeln ließen, war nach dem Jerez-GP in aller Munde. «Viele Leute versuchen zu helfen und haben ihre Meinung: Manche sagen, man könne es mit Akupunktur behandeln, andere mit einer Massage, wieder andere sagen, mit der Massage würde die Entzündung schlimmer werden… Es ist schwierig, aber ich glaube wirklich, dass wir in der MotoGP eines der besten Ärzteteams der Welt haben», so der ältere Espargaró. «Sie haben mir dringend geraten, mich operieren zu lassen, weil der Arm in einer sehr schlechten Verfassung ist.»

«Ein Eingriff am Mittwoch oder Donnerstag wäre am Limit gewesen, um voll erholt nach Le Mans zu kommen. Daher habe ich beschlossen, Le Mans so zu fahren, das ist keine sehr fordernde Strecke für die Arme. Mugello dagegen bereitet mir große Sorgen, das ist aus meiner Sicht die schlimmste Strecke, wenn es um Armpump geht», erklärte der Aprilia-Werksfahrer. «Und Mugello ist ein Heimrennen für Aprilia. Ich hasse es, operiert zu werden, ich habe fast schon Panik. Ich werde aber alles tun, was ich kann, um für Aprilia in Mugello in der bestmöglichen Verfassung zu sein. Ich werde also auf den Rat der Ärzte hören, zu 99 Prozent.»

Stand Fahrer-WM nach 4 Rennen:

1. Bagnaia, 66 Punkte. 2. Quartararo 64. 3. Viñales 50. 4. Mir 49. 5. Zarco 48. 6. Miller 39. 7. Aleix Espargaró 35. 8. Morbidelli 33. 9. Rins 23. 10. Binder 21. 11. Nakagami 19. 12. Bastianini 18. Martin 17. 14. Pol Espargaró 17. 15. Marc Márquez 16. 16. Bradl 11. 17. Oliveira 9. 18. Alex Márquez 8. 19. Petrucci 5. 20. Marini 4. 21. Rossi 4. 22. Savadori 2. 23. Lecuona 2.

Stand Marken-WM nach 4 Rennen:
1. Yamaha 91 Punkte. 2. Ducati 85. 3. Suzuki 53. 4. Aprilia 35. 5. Honda 33. 6. KTM 27.

Stand Team-WM:
1. Monster Energy Yamaha 114 Punkte. 2. Ducati Lenovo 105. 3. Suzuki Ecstar 72. 4. Pramac Ducati 65. 5. Repsol Honda 40. 6. Petronas Yamaha SRT 37. 7. Aprilia Racing Team Gresini 37. 8. Red Bull KTM Factory Racing 30. 9. LCR-Honda 27. 10. Esponsorama Ducati 22. 11. Tech3 KTM Factory Racing 7.

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