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Heute vor 60 Jahren: WM-Debüt des Sachsenrings

Mit 35 ausgetragenen WM-Läufen teilt sich der Sachsenring mit Mugello Rang 5. Mehr sahen nur Assen (72), Brünn (51), Spa-Francorchamps (40) und Jerez (36). Heute vor 60 Jahren ging es in Sachsen erstmals um WM-Punkte.

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Nach den Rennen zur Europameisterschaft in den 1930er-Jahren erlebte der Sachsening auch in den 1950er-Jahren wieder hochkarätigen Motorradrennsport. Vom 28. bis 30. Juli 1961 waren es dann sogar erstmals erstklassige Wettkämpfe. Für diesen Termin hatte der Motorrad-Weltverband FIM erstmals einen Weltmeisterschaftslauf in den sogenannten Ostblock des damals politisch und wirtschaftlich geteilten Europas vergeben. Brünn in der damaligen Tschechoslowakei und Opatija im damaligen Jugoslawien folgten erst 1965 bzw. 1969.

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Ende Juli 1961 sollte es der Startschuss zu einer richtigen Ära werden, die erst nach dem Rennen 1972 von den von Wahnvorstellungen getriebenen DDR-Obrigen selbst beendet wurde. Bis heute ist es bis auf wenige unrühmliche Ausnahmen so, dass der Sport ganz allgemein verbindet statt teilt. Man muss es nur zulassen.

Das erste WM-Rennen auf dem alten, 8,731 Kilometer langen Sachsenring war an jenem 30. Juli der internationalen Klasse 4 für Motorräder bis 125 ccm Hubraum vorbehalten und verzückte in erster Linie die hiesigen Fans. Nach 13 Runden gleich 113,503 Kilometern gewann Ernst Degner auf einer heimischen MZ vor den beiden Honda-Assen Tom Phillis und Kunimitsu Takahashi. Und das überaus deutlich. Der Australier kam eine halbe Minute nach Ernst Degner ins Ziel und dem Japaner fehlte schon fast eine Minute. Mit dem Ungarn Laszlo Szabo und dem weiteren DDR-Fahrer Walter Brehme gingen auch die Plätze 4 und 5 an Fahrer mit den schnellen Zschopauer Zweitaktern von Walter Kaaden. Der Rhodesier Jim Redman folgte erst als Sechster.

Der Schweizer Luigi Taveri, ebenfalls auf einer viertaktenden fernöstlichen Honda, überquerte den Zielstrich zwar als Dritter, wurde jedoch nachträglich wegen Verlassens der Strecke disqualifiziert. Wegen Lenkerbruchs musste der Schweizer in der letzten Runde den Notausgang geradeaus am Queckenberg nehmen und kehrte hinter der kleinen Tribüne wieder auf die Strecke zurück. Natürlich hatte er sich keinen Vorteil verschafft, aber das Verlassen der Strecke bzw. das entsprechende Reglement nötigte die Rennleitung um ihren Chef Hans Zacharias zu dieser Sanktion.

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Das anschließende Rennen der Klasse B – Motorräder bis 350 ccm gewann der Rhodesier Gary Hocking auf einer MV Agusta fast ebenso deutlich wie zuvor Ernst Degner. Der tschechische Jawa-Pilot Frantisek Stastny wurde Zweiter vor Bob McIntyre aus Großbritannien auf einer Bianchi.

Beim nachfolgenden 250er-Rennen (Klasse A) schlugen die Honda-Piloten unbarmherzig zurück und belegten die ersten vier Plätze. Es siegte Mike Hailwood aus Großbritannien vor Jim Redman, Kunimitsu Takahashi und Tom Phillis. Erst dahinter folgten mit dem Briten Alan Shepherd, DDR-Fahrer Werner Musiol und Laszlo Szabo die besten MZ-Treiber.

Das abschließende Rennen der Halbliterklasse (Klasse C) war wieder eine sichere Beute für Gary Hocking. Gegen dessen übermächtige MV Agusta hatte Mike Hailwood mit einer inzwischen altersschwachen Norton keinerlei Chance. Platz 3 sichert sich der Österreicher Bert Schneider auf einer weiteren Norton.

Nachdem in den Vorjahren bereits einige Weltstars dem Sachsenring ihre Aufwartung gemacht hatten, purzelten beim ersten Aufeinandertreffen aller Weltbesten erwartungsgemäß in allen vier Rennen die Rekorde. Im Rennen der Achtelliterklasse stellte Kunimitsu Takahashi einen neuen Rundenrekord auf. In den drei hubraumgrößeren Kategorien war dies den jeweiligen Rennsiegern vorbehalten.

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