Begabter Sylvain Guintoli: Suzuki-Tester & TV-Experte

Von Tim Althof
Sylvain Guintoli hat im Juni mit Suzuki das 24-Stunden-Rennen in Le Mans gewonnen, zusätzlich kümmert er sich um die MotoGP-Testarbeit von Suzuki und er arbeitet als TV-Experte. Ein Multitalent in der Motorrad-Szene.

Als Joan Mir 2020 den MotoGP-WM-Titel mit Suzuki gewann, war das für einen etwas ganz Besonderes, obwohl er selbst nicht für die Ergebnisse des Spaniers verantwortlich war. Der französische Rennfahrer Sylvain Guintoli agiert seit vielen Jahren als Testfahrer für das Suzuki-Werksteam und ist erheblich an der Entwicklung der GSX-RR beteiligt. Seit diesem Jahr fährt der Superbike-Weltmeister von 2014 auch in der Langstrecken-WM für Suzuki, außerdem ist er als TV-Experte bei der MotoGP unterwegs. Wie bekommt er das alles unter einen Hut?

«Ich habe viel zu tun und das ist sehr aufregend für mich. In der Hauptrolle bin ich MotoGP-Testfahrer für Suzuki, doch zusätzlich bin ich in diesem Jahr in der Endurance-WM unterwegs, was eine sehr schöne Herausforderung für mich ist, denn so bin ich als Rennfahrer zurück auf der Strecke», strahlte der Franzose im Interview. «In den letzten Jahren habe ich nur ein paar Wildcards absolviert und war zusätzlich Kommentator beim Fernsehen, jedoch nur hier und da. In letzter Zeit habe ich das allerdings immer öfters gemacht und es macht mir Spaß, den Sport von beiden Seiten zu sehen. Motorräder sind meine Welt und auch wenn es viel Arbeit ist, macht es mir viel Freude.»

Wie ist es nicht auf dem Bike zu sitzen und die anderen Fahrer und Teams zu interviewen? «Die TV-Rolle bei BT Sport war anfangs recht schwierig, denn es ist nicht einfach live vor der Kamera Fragen zu beantworten, besonders in der Boxengasse, wo es sehr laut ist. Für mich ist diese Aufgabe die, die am meisten Zeit benötigt, um alles zu verstehen», gibt Guintoli zu. «Wenn man aber einmal dabei ist, nach einiger Zeit, macht es wirklich Freude. Ich bin jedoch ehrlich: Motorradfahren ist das einzige, wo ich wirklich weiß, was ich zu tun habe, denn ich mache das seit 25 Jahren und es fühlt sich fast einfach an.»

Manchmal ist es sicherlich eine unangenehme Situation, wenn man bestimmte Fragen stellen muss, oder? «Ich weiß, wie es ist, wenn man auf der Seite der Fahrer steht, deshalb versuche ich sehr respektvoll zu sein und keine schwierigen oder unangepassten Fragen zu stellen. Ich versuche immer etwas Positives zu erwähnen und ich frage oft über die guten Seiten der Dinge. Ich möchte die MotoGP von ihrer guten Seite präsentieren und dabei sollen sich meine Gesprächspartner wohlfühlen», sagte der 39-Jährige.

Guintoli weiter: «Bei den verschiedenen Aufgaben gibt es immer viele Gemeinsamkeiten. MotoGP-Motorräder und Superbikes sind sehr verschieden, aber es gibt immer eine Verbindung zwischen den Maschinen. Ein Job kann dich immer für den anderen inspirieren. Man findet immer einige interessante Faktoren, die du zur Kenntnis nimmst und wovon du lernen kannst. Das Leben ist immer wie ein Schultag, denn du lernst ständig etwas, auch nach vielen Jahren noch.»

Hilft dir deine Arbeit als Testfahrer für deine Endurance-Tätigkeit? «Als Testfahrer fährt man viele Runden, manchmal 100 am Tag, es ist ein wirklich gutes Training für ein Endurance-Event», erklärte der Suzuki-Pilot. «Im Le-Mans-Langstrecken-Rennen über 24 Stunden legt man etwa 300 Runden zurück, dafür muss man in der Lage sein, die Konzentration und den Speed hochzuhalten, außerdem musst du einen klaren Kopf bewahren.»

Wie erholt man sich von einem harten Rennen? «Bei mir gibt es auch nach einem anspruchsvollen Wochenende keinen Tag, wo ich mir denke: Heute entspanne ich mich einmal», betonte der ehemalige Superbike-Weltmeister und fügte abschließend hinzu: «Ich mache stattdessen einfach die normalen Dinge, vielleicht ein paar Aufgaben, die nicht so anstrengend sind. Mit den Kindern und der Familie verbringe ich sehr viel Zeit, wir genießen die Zeit und lachen gemeinsam, wir essen etwas Gutes und all das ist viel Entspannung für Seele und Körper.»

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