Jack Miller (Rang 2): «Der 4. Sektor gehört Ducati»

Von Günther Wiesinger
Jack Miller verlor im Q2 von Aragón 0,366 sec auf seinen Ducati-Teamkollegen Pecco Bagnaia. Aber er gibt sich noch nicht geschlagen – und will noch etwas aus dem Hut zaubern.

Pecco Bagnaia und Jack Miller wiederholten in Aragón im MotoGP-Qualifying das Ducati-Performance von 2018m, als Lorenzo und Dovizioso die ersten zwei Startplätze eroberten. Mit 1:46,688 min blieb «JackAss» aber immerhin 0,366 sec hinters einem Lenovo-Ducati-Teamkollegen Bagnaia. Aber in den Rennen war das MotorLand in den letzten Jahren kein siegreiches Pflaster für Ducati: Seit Casey Stoner 2010 hat hier keine Desmosedici gewonnen.

Das könnte sich ändern, denn mit 1:46,322 min unterbot Bagnaia die sechs Jahre alt Marc Márquez-Bestzeit auf der 5,077 km langen und mit sieben Rechtskurven und 10 Linkskurven gespickten Piste (längste Gerade: 968 Meter) um 0,322 Sekunden. Zum Vergleich: Taka Nakagami (er fährt seinen 200. GP) stand 2020 in Aragón mit 1:46,882 min (= 171,0 km/h) auf der Pole-Position.

«Ich hatte hier 2029 viel Spaß, aber im Vorjahr hatte ich bei beiden Grand Prix die ganze Zeit Mühe», bekannte Jack Miller. «Aber schon kurz nach dem Rausfahren aus der Box am Freitag im FP1 habe ich gespürt, dass sich die Zeiten geändert haben. Unser Bike hat sofort fantastisch funktioniert. Ich fahre jetzt das dritte Jahr bei Ducati, aber ich hatte noch nie ein Motorrad, das so gut einlenkt wie dieses. In der Zielkurve hier ist das besonders deutlich zu spüren. Solche Kurven haben uns in der Vergangenheit immer alles vermasselt, das konnten wir das Bike nie auf der Linie halten. Aber jetzt ist alles anders. Der letzte Sektor gehört uns, den haben wir in Besitz genommen. Wir fahren einfach unsere Linie durch, wir bemühen uns, dort den Hinterreifen schonend zu behandeln. Wir sind dort einfach schnell. Der letzte Sektor hat mich gerettet, denn im ersten hatte ich Mühe. Ich konnte im Q2 noch einmal steigern und noch ein paar Tricks auspacken.»

«Das Motorrad funktioniert gut, meine Rennpace ist in Ordnung», stellte Miller zufrieden fest. «Ich habe heute viele Runden gedreht, ich fühle mich ziemlich müde. Aber wir haben viele Infos gesammelt. Wir wissen genau, wie sich die Reifen morgen am Rennende verhalten werden. Ich fühle mich gut vorbereitet. Aber wir haben trotzdem noch etwas Arbeit zu erledigen.»

Denn Jack will seinen dritten Saisonsieg feiern – und den ersten MotoGP-Triumph von Bagnaia verhindern. «Wir werden am Abend die Daten noch genau anschauen und danach trachten, noch ein paar Zehntel zu finden», kündigte der 26-jährige Australier an.

Übrigens: Mit Bagnaia, Miller, Martin, Bastianini und Zarco stehen fünf Ducati auf den ersten zehn Plätzen!

«Es war ein großer Schock für mich, als wir gesehen haben, dass der Soft-Hinterreifen so lange durchhält. In der Früh war es heute kühl, ich bin ca. 20 Runden damit gefahren, und er war wirklich konstant. Ich konnte immer 1:48 min fahre, das hat mich persönlich überrascht. Als es am Nachmittag heißer wurde, hatte ich meine Zweifel. Und schon im FP3 konnte ich damit meine beste Zeit nicht in den ersten zwei Runden fahren, was normal mit dem Soft-Compound die ideale Phase ist. Aber ich konnte im FP3 immerhin zweimal hintereinander 1:47,0 min rausquetschen. Aber es gab eine gelbe Flagge, und als ich Pecco überholt habe, war mir klar, dass eine Runde gestrichen wird. Immerhin habe ich mir das Q1 gespart. Bei der zweiten 1:47,0-min Runde hatte der Soft schon fünf Runden hinter sich, das habe ich noch nie erlebt. Wenn man bedenkt, wie alt der Asphalt hier ist, überrascht mich das. Es ist ja auch ziemlich heiß hier. Hard-Front und Soft-Rear, das hört sich wie eine seltsame Kombination an. Aber sie funktioniert!»

Zur Erinnerung der WM-Stand: 1. Quartararo 206 Punkte. 2. Mir 141. 3. Zarco 137. 4. Bagnaia 136. 5. Miller 118. 6. Binder 108. 

MotoGP, Aragón, Q2-Ergebnis (11. September):

1. Bagnaia, Ducati, 1:46,322 min
2. Miller, Ducati, 1:46,688 min, + 0,366 sec
3. Quartararo, Yamaha, 1:46,719, + 0,397
4. Marc Márquez, Honda, 1:46,736, + 0,414
5. Martin, Ducati, 1:46,878, + 0,556
6. Aleix Espargaró, Aprilia, 1:46,883, + 0,561
7. Mir, Suzuki, 1:47,162, + 0,840
8. Pol Espargaró, Honda, 1:47,194, + 0,872
9. Bastianini, Ducati, 1:47,278, + 0,956
10. Zarco, Ducati, 1:47,288, + 0,966
11. Nakagami, Honda, 1:47,366, + 1,044
12. Binder, KTM, 1:47,932, + 1,610

Die weitere Startaufstellung:
13. Lecuona, KTM, 1:47,508
14. Alex Márquez, Honda, 1:47,542
15. Crutchlow, Yamaha, 1:47,613
16. Petrucci, KTM, 1:47,708
17. Marini, Ducati, 1:47,741
18. Oliveira, KTM, 1:47,750
19. Viñales, Aprilia, 1:47,764
20. Rins, Suzuki, 1:47,790
21. Rossi, Yamaha, 1:47,863
22. Dixon, Yamaha, 1:48,146

 

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