Miguel Oliveira (KTM): «Welchen Preis hat ein Traum?»

Von Nora Lantschner
Ein nachdenklicher Miguel Oliveira

Ein nachdenklicher Miguel Oliveira

2021 ist ein schwieriges und trauriges Jahr für die Motorrad-Szene. «Wir üben einen gefährlichen Sport aus», weiß auch Red Bull-KTM-MotoGP-Ass Miguel Oliveira (26).

Mit Jason Dupasquier (19), Hugo Millán (14) und Dean Berta Viñales (15) ließen seit Ende Mai gleich drei talentierte Teenager auf der Rennstrecke ihr Leben. Die tragische Unfallserie stößt Sicherheitsdebatten an und wirft Fragen auf, da geht es auch den MotoGP-Stars nicht anders.

«Es fing schon im Idemitsu Asia Talent Cup an, wo ein Fahrer verstorben ist», erinnerte Miguel Oliveira an den 20-jährigen Afridza Munandar, der im November 2019 in Sepang tödlich verunglückte. «Dann Jason, Hugo und zuletzt Dean… Ich habe keine Antworten. Ich habe viele Fragen, um zu versuchen zu verstehen, warum diese Dinge passieren.»

«Am Ende des Tages üben wir aber einen gefährlichen Sport aus. Das muss jeder wissen. Aber welchen Preis hat es, einen Traum zu verfolgen? Ich glaube nicht, dass es ein Menschenleben wert ist. Jeder, der auf einem Rennmotorrad auf die Strecke geht, muss sich bewusst sein, wie gefährlich es ist, und wissen, was im Umfeld passiert und ob es das Risiko wirklich wert ist. Das hat jeder einzelne in der Hand», betonte der 15-fache GP-Sieger.

«Natürlich können über die Regeln und das Format der Meisterschaften viele Debatten geführt werden. Ich glaube aber, im Endeffekt läuft es auf drei Dinge hinaus: Fahrer, Bike, Reife. Das muss angesprochen werden, das muss vorhanden sein, wenn Kids mit 14, 15 oder 19 Jahren auf ein Motorrad steigen», unterstrich der 26-jährige Portugiese.

«Wir sind eine Familie, die mit dem Rennsport groß geworden ist. Wenn so eine Tragödie passiert, reden wir darüber und versuchen zu verstehen, wie alles besser funktionieren kann», ergänzte der Red Bull-KTM-Werksfahrer. «Wir haben gesehen, dass es in der Formel 1 große Fortschritte in Sachen Sicherheit gab. Auf einem Motorrad sind wir aber so ungeschützt, dass es schwierig wird – für die FIM und die Dorna.»

«Einerseits muss man den Youngstern und so vielen wie möglich eine gute Chance bieten, um eine Zukunft im Sport zu haben. Gleichzeitig ist es aber schwierig, das ganze Umfeld zu kontrollieren und wie die Dinge gemacht werden», gab Oliveira zu bedenken. «Von diesen Fragen rede ich. Ich habe aber großes Vertrauen in die FIM und in die Dorna. Das sind zwei sehr starke und fähige Organisationen. Ich glaube, dass es in ihrem eigenen Interesse ist, vor allem auf die Sicherheit ihre Fahrer zu schauen und zweitens auch auf das Image, dass der Sport in der Gesellschaft abgibt. Ich glaube, wir sind in guten Händen», bekräftigte der dreifache MotoGP-Sieger.

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