Casey Stoner zu Marc Márquez: «Es braucht Zeit»

Von Nora Lantschner
Marc Márquez (28)

Marc Márquez (28)

Der zweifache MotoGP-Weltmeister Casey Stoner (36) spricht über die Verletzungen als Teil des Rennfahrer-Daseins und die schwierige Situation von Honda-Star Marc Márquez.

Als Marc Márquez im April 2021 in Portimão 265 Tage nach dem Oberarm-Bruch vom 19. Juli 2020 in Jerez und insgesamt drei Operationen in die MotoGP-WM zurückkehrte, konnte er die Tränen nach dem siebten Platz im Comeback-Rennen nicht zurückhalten. Die Bilder gingen um die Welt. Fünf Grand Prix später gelang dem Repsol-Honda-Star auf dem Sachsenring die Rückkehr auf das höchste Treppchen – es war sein erster Sieg nach 581 Tagen.

Zwei weitere Siege in Austin und Misano sowie ein zweiter Rang in Aragón folgten, dann aber kam für Marc Márquez der nächste Rückschlag: Seit einem Offroad-Trainingsunfall am 30. Oktober leidet der achtfache Weltmeister unter Sehstörungen. Auch wenn er inzwischen wieder das Training im Hinblick auf die Saison 2022 aufnahm, ist nicht klar, wann er sich erstmals auf ein MotoGP-Bike schwingen wird.

Die Verletzungsmisere wirft bei Beobachtern und Fans Fragen auf: Wird Marc Márquez wieder der Alte? Wie sehr wirken sich Verletzungen auf den Kopf eines Fahrers aus?

«Verletzungen beeinflussen dich definitiv, das ist ein Teil des Rennfahrens», meinte Casey Stoner dazu. Der zweifache MotoGP-Weltmeister, der seine aktive Karriere 2012 im Alter von nur 27 Jahren beendete, ergänzte: «Ich glaube, ich war besonders gut darin – und Marc ist auch sehr gut darin – diese Dinge wegzuschieben, besonders wenn du weißt, wo der Fehler lag. Wir machen alle Fehler, wir haben alle einmal zu hart gepusht und sind gestürzt… Das gehört beim Rennfahren einfach dazu. Du musst versuchen, das Beste aus dir und dem Motorrad herauszuholen. Ich glaube, es geht mehr darum, aus diesen Fehlern zu lernen und sie nicht zu wiederholen.»

«Wenn ich in einer Session stürzte, dann gab es – bis auf ernsthafte Verletzungen – nie etwas, das mich davon abgehalten hätte, auf einem anderen Bike wieder zurück auf die Strecke zu gehen und sogar schneller zu sein, solange das Set-up einigermaßen ähnlich war», erzählte Stoner. «Ich hatte nie wirklich Angst, mir war es in gewisser Hinsicht aber schon bewusst, ich wollte nie stürzen. Ich bekam aber nie Angst wegen eines Fehlers, den ich gemacht hatte.»

Der heute 36-jährige Australier räumte aber auch ein: «Bei Marc ist die Situation ein bisschen anders, weil er eine sehr große Verletzung durchgemacht hat, mit einer sehr langen Genesungszeit und vielen Komplikationen. Das fordert seinen Tribut, das wird eine Weile dauern, es mental und körperlich hinter sich zu lassen.»

Wie lange es nach einer Verletzungspause dauern würde, körperlich wieder voll fit zu sein, würden die Leute oft unterschätzen, so Stoner. «Es dauert unglaublich lange. Ich erinnere mich an meine Operation am Knöchel, als ich ein paar Monate nicht laufen durfte, und die Muskeln bauen so schnell ab, wenn man sie nicht beanspruchen darf. Um die Jahre an Training wieder aufzubauen, brauchen sein Arm und seine Schulter viel Zeit.»

Dazu gab der 45-fache GP-Sieger zu bedenken: «Es gibt auch keinen Weg, um das Fahren eines MotoGP-Bikes zu imitieren. Wie viel man auch trainiert oder auf einer Superbike-Maschine sitzt, das kommt nicht einmal annährend an das heran, was dir auf einem MotoGP-Bike abverlangt wird.»

«Und natürlich gibt es die Angst, dass diese Verletzung wieder passieren könnte», ergänzte Stoner. «Es ist unmöglich sich vorzustellen, was Marc durchmacht, aber die letzten eineinhalb Jahre waren für ihn sicherlich schwierig.»

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