Valentino Rossi: Papa Graziano war gegen Rücktritt

Von Frank Weeink
Nach 26 WM-Jahren beendete Valentino Rossi (42) beim Saisonfinale im vergangenen November seine aktive MotoGP-Karriere. Dabei wollte sein Vater Graziano Rossi (67) unbedingt sehen, wie der Sohn auch mit 46 noch fährt.

SPEEDWEEK.com sprach mit Valentino Rossi schon über Sport-Ikonen wie Kevin Schwantz, Michael Jordan und Diego Armando Maradona. Wie wichtig war für den Werdegang des neunfachen Weltmeisters und 115-fachen GP-Siegers aber sein Vater Graziano, selbst dreifacher GP-Sieger und WM-Dritter 1979 auf Morbidelli in der Klasse 250 ccm?

Vale, ist Papa Graziano eine Ikone für dich?

Ja, er ist sehr wichtig, er war sozusagen eine ikonische Person in meinem Leben. Ich fahre Motorrad, weil er ein Rennfahrer war. Er pushte mich nicht, aber sein Einfluss auf mich war sehr groß. Ich schaute ihm zu und wollte immer selbst fahren.

Mein Vater ist ein merkwürdiger Kerl. Er ist nicht normal, im echten Leben. (Er lacht.)

Unsere ganze Kommunikation dreht sich hauptsächlich um Motorräder. Er war kein sehr guter Vater, ich meine... Wenn ich mit ihm zusammen war, dann bedeutete  zu spielen für ihn immer, Motorrad zu fahren. Er ging mit mir nie in den Park und spielte nie Fußball mit mir. Wenn wir zusammen Zeit verbrachten, dann schaute er mich an und sagte: «Was machen wir jetzt? Ah, ich habe ein kleines Motorrad gebaut; los geht’s!»

Als ich noch klein war, war das erste, woran ich mich erinnere, dass ich um ihn herumfuhr und er sagte: «Nein, nicht so, du musst es so machen.»

Graziano meinte auch einmal, du würdest weiterfahren, bis du 46 Jahre alt bist.

Ja, er machte sehr viel Druck in die Richtung. Aber ich sagte ihm: «Verdammt, Graziano… Ich bin jetzt 42 und bin 25 Jahre lang gefahren.» Und er entgegnete: «Nein, du darfst nicht aufhören! Was willst du dann machen, wenn du aufhörst?»

Eine andere Sache, die ich von ihm gelernt habe – und die sehr wichtig für mich ist – war, nicht alles zu ernst zu nehmen. Das ist seine Art und Weise, wie er es schon immer gemacht hat. Das lernte ich von Graziano.

Du sagst, dein Vater sei nicht normal, also ist wahrscheinlich Mama Stefania die «normale Person» in deiner Familie. Graziano ist aber nicht der Vater von Luca Marini. Wer also hat dir das Talent in die Wiege gelegt?

Tja! Auf dem Papier wäre einfacher zu sagen, dass es von Graziano kommt. Aber Luca hat gezeigt, dass das Talent von meiner Mutter kommt. Und auch meine Mama ist nicht sehr normal. (Er lacht.) Sie hat einen Abschnitt ihres Lebens mit Graziano verbracht, also ist sie sicherlich nicht normal!

Als Luca mit dem Motorradfahren anfing und gutes Talent und guten Speed zeigte, sagte ich zu Graziano: «So, dann kommt das Talent also von Stefania, nicht von dir!» Er entgegnete: «No, no.»

Aber wir können immer darüber lachen.

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