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Pit Beirer: Liebesschwur mit Raul Fernández erneuert
KTM-Motorsport-Direktor Pit Beirer musste lange und mit vielen Managern verhandeln, bis der MotoGP-Deal mit Raúl Fernández für 2022 wasserdicht war.
MotoGP
Im Artikel erwähnt


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KTM Factory Racing hat nach der Saison 2020 den hochtalentierten Jorge Martin an Ducati und Pramac verloren, und im Vorjahr weckten die Siege der Rookies Pedro Acosta (Moto3) und Raúl Fernández Begehrlichkeiten bei Teams wie Sky VR46 und Petronas-Yamaha. Aber KTM-Sportdirektor Pit Beirer ließ sich diesmal nicht mehr überrumpeln und tat alles, um die beiden Ausnahmekönner bei KTM zu halten.
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Deshalb fährt Moto3-Weltmeister Acosta jetzt als Rookie in der Morto2-WM 2022 beim erfolgreichen Red Bull KTM-Ajo Team neben Neuzugang Augusto Fernandez und Raul Fernández rückte mit Moto2-Weltmeistrer Remy Gardner ins KTM Tech3 MotoGP-Team auf. Aber selbst im Oktober mutmassten manche Berichterstatter noch, Raul Fernández werde zu Yamaha abwandern. Erst als dort Darryn Binder als Fahrer neben Andrea Dovizioso bestätigt wurde, kehrte Ruhe ein. Pit Beirer verheimlicht aber nicht, dass der Vertrag mit Raul Fernández (21) im Herbst neu formuliert werden musste. Denn ursprünglich waren für den achtfachen Moto2-Saisonsieger, Vizeweltmeister und Junioren-Weltmeister von 2018 zwei Jahre in der Moto2-Klasse vorgesehen.
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Wie hat sich Yamaha vorgestellt, dass sie Raul Fernández, der bei KTM schon 2013 im Red Bull Rookies-Cup fuhr, aus dem bestehenden Vertrag loseisen könnten? Beirer: "Das haben wir bis heute nicht herausgefunden. Aber die Chronologie war so, dass wir für 2022 eine einseitige Option auf Raúl hatten. Sie hat aber nicht automatisch eingeloggt, sondern wir mussten sie auf ein bestimmtes Datum einlösen, das war Ende Mai, um den Vertrag zu verlängern. Zu diesem Zeitpunkt haben wir die Option rechtlich eingelöst. Wir hatten dann eine Riesendiskussion, weil Raúl eigentlich im Frühjahr gar nicht in die MotoGP wollte. Er hat uns zu diesem Zeitpunkt gesagt, er werde sowieso bei uns bleiben, er hat uns aber ersucht, ihn zwei Jahre in der Moto2 fahren zu lassen. Also haben wir das formal so stehen lassen. Wir haben die Option eingelöst, also die rechtliche Grundlage für den Verbleib bei uns geschaffen. Aber die Klasse für 2022 haben wir damals noch offen gelassen."
Während der Sommerpause 2021 wurde eine neue Vereinbarung unterschrieben, diesmal wurde die Teilnahme an der MotoGP-WM fixiert. Fernández machte aber kein Hehl daraus, dass er lieber im Red Bull KTM Factory fahren wollte als bei Tech3. Bei Red Bull waren aber Binder und Oliveira für 2022 schon gesetzt.
KTM machte Raul Fernández dann weitere Zugeständnisse, auch finanzieller Natur, außerdem wurde Bruder Adrian Fernández ins Ajo-Moto3-Team befördert. Und beim Tech3-Team wurde Manpower-mäßig noch einmal aufgerüstet. Mit dem Spanier Esteban Garcia (er war bei Yamaha 2021 noch Crew-Chief von Maverick Viñales) ist seit September wieder bei KTM und agiert als neuer Technical Coordinator beim französischen Tech3-KTM-Team, er bildet die Schnittstelle zum Werk. Dazu arbeiten bei den Grands Prix inzwischen acht KTM-Techniker im Tech3-Team von Hervé Poncharal, das seine Schlagkraft bereits 2020 durch zwei MotoGP-Siege von Miguel Oliveira bewiesen hat.
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"Im vergangenen Sommer wurde also noch einmal eine neue Vereinbarung mit Rául und seinem Management unterschrieben", schilderte Pit Beirer. "Das war wie eine zweite Heirat. Damit wurde der Liebesschwur noch einmal wiederholt und das Eheversprechen ein zweites Mal bestätigt. Ich habe nur von Nebenschauplätzen gehört, dass vor und nach der Optionsverlängerung Gespräche mit anderen Teams und Werken hab, die wir nicht gut fanden." Zur Verwirrung hat auch beigetragen, dass Raúl Fernandez von der Managementfirma "2KARS" mit Jordi Arilla (ehemaliger Generaldirektor von GASGAS), den beiden Dakar-Helden Nani Roma und Marc Coma sowie Ex-Crossfahrer Hannes Kinigadner gemanagt wird, die alle aus dem Offroad-Business kommen, dazu mischt sich Vater Carlos gerne ein und dazu ein Rechtsanwalt. "Wenn man mit vier Managern sprechen muss, macht das die Verhandlungen nicht einfacher", fasst Pit Beirer zusammen.
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