Jack Miller (Ducati/2.): «Pecco fährt eindrucksvoll»

Von Günther Wiesinger
Jack Miller sparte nach dem zweiten Startplatz in Le Mans nicht mit Komplimenten für seinen Teamkollegen Pecco Bagnaia.

Ducati-Lenovo-Werksfahrer Jack Miller vermutete schon am Freitag, dass im Qualifying eine 1:30-min-Runde möglich sein würde. Und er sollte sich nicht täuschen, doch sein Teamkollegen Pecco Bagnaia übertrumpfte ihn um hauchdünne 0,069 Sekunden. Regenspezialist «JackAss» hat 2021 in Le Mans im Regen gewonnen, auch morgen ist wieder mit nassen Verhältnissen zu rechnen.

Jack Miller, der im BMW Best Qualifyer Award vor Bagnaia an vierter Stelle liegt, musste seinem Teamkollegen die 50. MotoGP-Pole-Position von Ducati überlassen. Aber er präsentierte sich trotzdem in guter Laune.

«Schon im FP3 in der Früh hat es sich unglaublich angefühlt, denn der Grip war vorhanden, die Rundenzeiten waren beachtlich. Es war eindrucksvoll, wie gut sich der Reifen auspressen ließ. Besonders hier in le Mans, wo man in so vielen Kurven in starker Schräglage beschleunigt, gab es kein Rutschen. Wir hatten beinahe zu viel Grip. Am Nachmittag waren die Top-Rundenzeiten schwieriger zu finden. Ich bin in der Früh als Fünfter schon 1:30,8 min gefahren, aber das hat mich viel Mühe gekostet, ich wusste, im Quali wäre mir mit einem Windschatten sehr geholfen.»

Denn Zarco und Bagnaia legten im FP3 bereits 1:30,5 min vor!
«Pecco war dann im Q2 das perfekte Ziel für mich, denn er sitzt in der Box neben mir», schilderte Miller. «Ich habe ihn beobachtet und geschaut, wann er losfährt. Das hat gut funktioniert. Ja, es war eindrucksvoll. Gut, ich bin 1:30,5 min gefahren. Aber wenn man Peccos Runde betrachtet, sie war beeindruckend. Er war heute der Beste im Hause Ducati. In Turn 6 habe ich eine schwarze Spur von seinem Vorderreifen gesehen. Er hat dadurch die Ideallinie etwas verfehlt, aber er hat das Bike zurück in die Spur gebracht. Es ist wirklich erstaunlich, was der Bursche zeigt. Und ich sitze ja auf dem exakt gleichen Motorrad.»

«Die Pace war das ganze Wochenende atemberaubend», ergänzte Miller, dessen Platz im Werksteam von Martin und Bastianini in Gefahr geraten ist. «Alle fahren sehr schnell. Der Rundenrekord ist schon gepurzelt, obwohl er einige Zeit Bestand hatte.»

Tatsächlich wurde die bisherige 1:31,747-min-Bestmarke von Johann Zarco (Ducati) regelrecht pulverisiert.

«Auch die Racepace wird morgen zertrümmert», vermutet Jack Miller. «Zumindest wenn es trocken bleibt.»

Zur Erinnerung: Die beste Rennrunde gelang bisher Fabio Quartararo (Yamaha) in 1:33,048 min.

Miller geniesst bisher das tadellose Wetter. «Und es ist fantastisch, schon im Training so viele Fans zurück an der Strecke zu haben», frohlockte der Australier. «Ich werde zwar heute wegen des Lärms in meinem Motorhome im Fahrerlager nicht den besten Schlaf finden. Aber Hauptsache, ich erlebe morgen einen guten Tag.»

Wegen des Wetters zerbricht sich Jack nicht den Kopf. «Das Wetter können wir nicht beeinflussen. Wir müssen es nehmen, wie es kommt. Ich werde nicht sehr gestresst sein, wenn es regnet. Wenn es trocken bliebe, wäre es mir lieber. Trockenrennen bedeuten immer weniger Stress. Aber nach dem großartigen Qualifying ist unser Job am Sonntag wesentlich einfacher. Denn besonders hier kann man die Gegner schwer überholen, sogar wenn sie 1,5 oder 2 sec langsamer sind. Jemanden zu schnappen, der nur 0,1 oder 0,2 sec langsamer ist, ist fast aussichtslos.»

MotoGP-Ergebnis, Le Mans, Q2 (14. Mai):

1. Bagnaia, Ducati, 1:30,450 min
2. Miller, Ducati, 1:30,519, min + 0,069 sec
3. Aleix Espargaró, Aprilia, 1:30,609, + 0,159
4. Quartararo, Yamaha, 1:30,688, + 0,238
5. Bastianini, Ducati, 1:30,711, + 0,261
6. Zarco, Ducati, 1:30,863, + 0,413
7. Mir, Suzuki, 1:30,943, + 0,493
8. Rins, Suzuki, 1:30,977, + 0,527
9. Martin, Ducati, 1:31,068, + 0,618
10. Marc Márquez, Honda, 1:31,148, + 0,698
11. Pol Espargaró, Honda, 1:31,526, + 1,076
12. Nakagami, Honda, 1:31,595, + 1,145

Die weitere Startaufstellung:
13. Bezzecchi, Ducati, 1:30,940 min
14. Viñales, Aprilia, 1:31,271
15. Marini, Ducati, 1:31,363
16. Di Giannantonio, Ducati, 1:31,487
17. Oliveira, KTM, 1:31,547
18. Brad Binder, KTM, 1:31,610
19. Morbidelli, Yamaha, 1:31,617
20. Dovizioso, Yamaha, 1:31,618
21. Alex Márquez, Honda, 1:31,763
22. Gardner, KTM, 1:31,820
23. Darryn Binder, Yamaha, 1:32,596
24. Fernández, KTM, 1:32,767


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