Marc Márquez: «Leidenschaft und Ziel unverändert»

Von Nora Lantschner
Marc Márquez (29)

Marc Márquez (29)

Repsol-Honda-Star Marc Márquez war in Motegi nach seiner ersten Zielankunft seit der vierten Oberarm-OP sichtlich erleichtert. Vor dem Buriram-GP bemüht er sich aber weiterhin, die Erwartungen zu bremsen.

Nach dem beachtlichen vierten Rang im Mobility Resort Motegi freute sich Marc Márquez über ein solides, konstantes und vor allem schmerzfreies Rennen. Er betonte aber auch: «Ich habe den Arm nicht vergessen, auch wenn es ein gutes Wochenende war. Es stimmt aber auch, dass mir die regnerischen Verhältnisse am Samstag geholfen haben, mich zu schonen. Genauso hat es mir geholfen, von der Pole-Position loszufahren. Ich bin immer ehrlich: Ich glaube, dass es an einem normalen Wochenende kein vierter, sondern ein siebter, achter oder neunter Platz geworden wäre.»

Der 59-fache MotoGP-Sieger ist überzeugt, dass sich seine körperliche Verfassung Rennen für Rennen verbessern wird. Wo aber liegt das Limit des viermal operierten Arms? Kann Marc Márquez wieder der Marc aus der Saison 2019 mit 18 Top-2-Ergebnissen aus 19 Rennen werden? «Es sind zwei Dinge – der Level des Arms und der Level des Motorrads», schickte der Repsol-Honda-Star voraus. «Natürlich verbessert sich der Level des Arms immer weiter und wird auch in den kommenden Rennen besser werden. Das ist sicher, weil die Muskeln stärker werden. Wie groß aber der Unterschied sein wird, das weiß ich nicht.»

«Fahren wie 2019? Wir haben nicht mehr 2019, wird sind im Jahr 2022», fuhr Márquez dann fort. «Die Motorräder verändern sich, mit der Aerodynamik und allem. Das Motorrad wird in dieser neuen MotoGP also immer wichtiger. Ich habe am Sonntag im Rennen gesehen, dass es wirklich schwierig ist zu überholen. Denn wenn du hinter jemandem herfährst, kannst du das Motorrad nicht stoppen, weil die Wirkung der Aerodynamik ausbleibt. Wenn du hinter jemandem fährst, hast du auch mit mehr Wheelie-Neigung zu kämpfen, weil wieder der Effekt der Aerodynamik fehlt. Vorher war es einfacher, jemandem zu folgen. Jetzt kannst du es für eine Runde machen, aber über die Renndistanz ist es schwieriger.»

«Es geht also um zwei Dinge: Bei der Verfassung des Arms wissen wir, dass sie sich mit mehr Rennen verbessern wird. Dazu müssen wir das Motorrad verbessern», fasste der achtfache Weltmeister zusammen.

Wie bewahrt sich der 29-jährige Spanier trotz der Verletzungsmisere und den Schwierigkeiten der vergangenen Jahre die Motivation? «Die Leidenschaft hält die Motivation aufrecht», erwiderte Marc. «Meine Leidenschaft und mein Ehrgeiz sind unverändert seit 2013, als ich in die MotoGP-WM gekommen bin. Ich habe dieselbe Leidenschaft für das Motorradfahren und dieselbe Motivation – und ich verfolge dasselbe Ziel, ich will in jedem Jahr um den Titel kämpfen. Dann gibt es natürlich Jahre, in denen wir das können, und andere, in denen es nicht möglich ist. Mein Ziel ist aber anzutreten, um zu versuchen Rennen zu gewinnen und um die Weltmeisterschaft zu kämpfen. Dafür sind wir gerade nicht bereit, aber ich bleibe motiviert, denn wenn du an den Punkt kommen willst, musst du dafür arbeiten.»

Die nächste Gelegenheit dazu bietet sich am kommenden Wochenende in Buriram, wo Márquez nach zwei Siegen in den Jahren 2018 und 2019 noch ungeschlagen ist. «Das Ziel für dieses Wochenende ist, wie in Japan ein komplettes Wochenende abzuliefern. Natürlich würde ich auch gerne wieder vorne mitkämpfen, aber ich glaube nicht, dass diese Erwartungshaltung realistisch ist. Es ist auch nicht unser Ziel. Wir sind hier, um weiter Schritt für Schritt aufzubauen.»

MotoGP-Ergebnis, Motegi (25. September):

1. Miller, Ducati, 24 Rdn in 42:29,174 min
2. Brad Binder, KTM, + 3,409 sec
3. Martin, Ducati, + 4,136
4. Marc Márquez, Honda, + 7,784
5. Oliveira, KTM, + 8,185
6. Marini, Ducati, + 8,348
7. Viñales, Aprilia, + 9,879
8. Quartararo, Yamaha, + 10,193
9. Bastianini, Ducati, + 10,318
10. Bezzecchi, Ducati, + 16,419
11. Zarco, Ducati, + 16,586
12. Pol Espargaró, Honda, + 17,456
13. Alex Márquez, Honda, + 18,219
14. Morbidelli, Yamaha, + 19,012
15. Crutchlow, Yamaha, + 19,201
16. Aleix Espargaró, Aprilia, + 25,473
17. Di Giannantonio, Ducati, + 27,006
18. Raúl Fernández, KTM, + 29,374
19. Gardner, KTM, + 29,469
20. Nakagami, Honda, + 43,294
– Bagnaia, Ducati, 1 Runde zurück
– Rins, Suzuki, 10 Runden zurück
– Darryn Binder, Yamaha, 10 Runden zurück
– Tsuda, Suzuki, 13 Runden zurück
– Nagashima, Honda, 15 Runden zurück

MotoGP-WM-Stand (nach 16 von 20 Rennen):

1.Quartararo 219 Punkte. 2. Bagnaia 201. 3. Aleix Espargaró 194. 4. Bastianini 170. 5. Miller 159. 6. Brad Binder 148. 7. Zarco 138. 8. Martin 120. 9. Viñales 113. 10. Rins 108. 11. Oliveira 106. 12. Marini 101. 13. Bezzecchi 80. 14. Mir 77. 15. Marc Márquez 73. 16. Pol Espargaró 47. 17. Nakagami 46. 18. 18. Alex Márquez 42. 19. Morbidelli 28. 20. Di Giannantonio 23. 21. Dovizioso 15. 22. Darryn Binder 10. 23. Gardner 9. 24. Raúl Fernández 8. 25. Crutchlow 3. 26. Bradl 2.

Konstrukteurs-WM:
1. Ducati 371 Punkte (Titelgewinner). 2. Aprilia 226. 3. Yamaha 221. 4. KTM 181. 5. Suzuki 134. 6. Honda 113.

Team-WM:
1. Ducati Lenovo Team 360 Punkte. 2. Aprilia Racing 307. 3. Prima Pramac Racing 258. 4. Red Bull KTM Factory 254. 5. Monster Energy Yamaha 247. 6. Gresini Racing 193. 7. Suzuki Ecstar 185. 8. Mooney VR46 Racing 181. 9. Repsol Honda 122. 10. LCR Honda 88. 11. WithU Yamaha RNF 28. 12. Tech3 KTM Factory 17.

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