Formel 1: Selbst Nico Hülkenberg war überrascht

Marc Márquez (Honda/4.): «Es war erst das 2. Rennen»

Von Günther Wiesinger
Marc Márquez fiel beim Japan-GP eine Riesenlast von den Schultern. «Denn ich hatte keine Schmerzen, deshalb konnte ich Oliveira im Finish attackieren», freute sich der erleichterte Superstar.

Wenn es noch eines weiteren Beweises dafür bedurft hätte, dass die Honda Racing Corporation in der MotoGP-WM ohne Marc Márquez auf verlorenem Posten steht, so wurde er beim GP von Japan in Motegi geliefert. Der Repsol-Honda-Star hielt schon am Freitag im Trockenen bei seinem zweiten Rennen nach der vierten Oberarm-Operation (sie geschah am 2. Juni) stark mit, glänzte im nassen FP2 am Samstagvormittag mit der großartigen Bestzeit, sicherte sich dann im nassen Q2 sensationell die Pole-Position – und kämpfte im 24-Runden-Rennen heute bis zur Zielflagge um einen Podestplatz.

Bei Repsol-Honda war die Erleichterung zu spüren, denn der Superstar ist auf dem besten Weg zurück zu seiner Bestform (2019 gewann er zwölf von 19 WM-Rennen, dazu kamen sechs zweite Plätze), auch wenn er heute denn ersten Podestplatz 2022 um 3,6 Sekunden gegen Jorge Martin verpasste. Aber Honda darf wieder hoffen, auch wenn jetzt 15 Grand Prix ohne Podestplatz hingenommen werden mussten, das ist die längste Misserfolgsserie für das  Werksteam des japanischen Giganten in der Königsklasse.

Ein Blick auf die Ergebnisliste unterstreicht die Vormachtstellung von Marc Márquez bei Honda: 12. Pol Espargaró. 13. Alex Márquez. 20. Nakagami, der allerdings nach dem Aragón-Crash stark angeschlagen ist.

«Ich bin wirklich, wirklich happy, besonders weil es ein solides, konstantes Rennen war», stellte der sechsfache MotoGP-Weltmeister zufrieden fest. «Am Wichtigsten ist, dass ich während der gesamten Renndistanz keinen Schmerz gespürt habe. Der Arm hat sich zwar träge angefühlt, ich fühlte mich am Ende müde. Aber mir hat nichts weh getan, das ist wichtig, denn aus diesem Grund konnte ich Oliveira in den letzten zwei Runden noch angreifen. Es ist lange her, dass ich in den letzten zwei Rennrunde noch imstande war, einen Vordermann zu attackieren. Vor meiner vierten Oberarm-Operation hatte ich in dieser Rennphase immer Schmerzen. Dadurch war es in der Vergangenheit immer schwierig, die Konzentration zu bewahren.»

«Heute bin ich zwar müde geworden, aber sonst hatte ich alles unter Kontrolle», setzte Marc fort. «Ich bin happy.»

«Mit solchen Ergebnissen wie hier, auch in den Trainings, steigt mein Selbstvertrauen», versicherte der 59-fache MotoGP-Sieger. «Allmählich werde ich etwas ruhiger. Wie ich am Freitag gesagt habe, auf dieser Piste kommen die Schwachstellen unseres Bikes weniger zum Tragen. Aus diesem Grund war ich vom FP1 weg schnell. Wir fahren mit demselben Motorrad wie in Aragón. Aber wir sind näher an den Gegnern dran. Das hilft uns viel.»

«Das einzige Unglück im Rennen war, dass ich den weichen Hinterreifen genommen habe», bedauerte Márquez. «Ich wollte am Beginn damit gleich attackieren, doch ich hatte in der ersten Runde ein kleines Problem. Dadurch habe ich viel Zeit verloren, viele Fahrer haben mich überholt. Zum Glück konnte ich dann das Mapping ändern, dadurch ist dieses Problem verschwunden. Es war nur ein kleines Problem, aber wenn du in einem dichten Pulk steckst, sind die Auswirkungen groß. Nachher konnte ich mein Rennen in Ruhe abspulen.»

Fühlt sich Marc körperlich nahe bei 100 Prozent? «No, no», winkte er ab. «Für eine einzelne Runde bin ich nicht weit davon entfernt, so fahren zu können, wie ich mir das vorstelle. Aber wenn es darum geht, überraschende Ereignisse oder Schreckmomente zu kontrollieren, zum Beispiel ein Schütteln des Motorrads beim Bremsen oder bei einem Richtungswechsel, habe ich noch etwas Mühe. Da kann ich noch daran arbeiten und mich verbessern. Wir dürfen nicht vergessen: Das war erst das zweite Rennen nach meiner Rückkehr.»

MotoGP-Ergebnis, Motegi (25. September):

1. Miller, Ducati, 24 Rdn in 42:29,174 min
2. Brad Binder, KTM, + 3,409 sec
3. Martin, Ducati, + 4,136
4. Marc Márquez, Honda, + 7,784
5. Oliveira, KTM, + 8,185
6. Marini, Ducati, + 8,348
7. Viñales, Aprilia, + 9,879
8. Quartararo, Yamaha, + 10,193
9. Bastianini, Ducati, + 10,318
10. Bezzecchi, Ducati, + 16,419
11. Zarco, Ducati, + 16,586
12. Pol Espargaró, Honda, + 17,456
13. Alex Márquez, Honda, + 18,219
14. Morbidelli, Yamaha, + 19,012
15. Crutchlow, Yamaha, + 19,201
16. Aleix Espargaró, Aprilia, + 25,473
17. Di Giannantonio, Ducati, + 27,006
18. Raúl Fernández, KTM, + 29,374
19. Gardner, KTM, + 29,469
20. Nakagami, Honda, + 43,294
– Bagnaia, Ducati, 1 Runde zurück
– Rins, Suzuki, 10 Runden zurück
– Darryn Binder, Yamaha, 10 Runden zurück
– Tsuda, Suzuki, 13 Runden zurück
– Nagashima, Honda, 15 Runden zurück

MotoGP-WM-Stand (nach 16 von 20 Rennen):

1.Quartararo 219 Punkte. 2. Bagnaia 201. 3. Aleix Espargaró 194. 4. Bastianini 170. 5. Miller 159. 6. Brad Binder 148. 7. Zarco 138. 8. Martin 120. 9. Viñales 113. 10. Rins 108. 11. Oliveira 106. 12. Marini 101. 13. Bezzecchi 80. 14. Mir 77. 15. Marc Márquez 73. 16. Pol Espargaró 47. 17. Nakagami 46. 18. 18. Alex Márquez 42. 19. Morbidelli 28. 20. Di Giannantonio 23. 21. Dovizioso 15. 22. Darryn Binder 10. 23. Gardner 9. 24. Raúl Fernández 8. 25. Crutchlow 3. 26. Bradl 2.

Konstrukteurs-WM:
1. Ducati 371 Punkte (Titelgewinner). 2. Aprilia 226. 3. Yamaha 221. 4. KTM 181. 5. Suzuki 134. 6. Honda 113.

Team-WM:
1. Ducati Lenovo Team 360 Punkte. 2. Aprilia Racing 307. 3. Prima Pramac Racing 258. 4. Red Bull KTM Factory 254. 5. Monster Energy Yamaha 247. 6. Gresini Racing 193. 7. Suzuki Ecstar 185. 8. Mooney VR46 Racing 181. 9. Repsol Honda 122. 10. LCR Honda 88. 11. WithU Yamaha RNF 28. 12. Tech3 KTM Factory 17.


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