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Danny Aldridge: Wie werden Aero-Pakete kontrolliert?

Von Günther Wiesinger
Danny Aldridge mit der Aerodynamik-Schablone

Danny Aldridge mit der Aerodynamik-Schablone

Als MotoGP Technical Director ist der Engländer Danny Aldridge für die Legalität der MotoGP-Bikes zuständig. Für SPEEDWEEK.com erklärt er die aktuellen Vorschriften bei den Aero Packages.

Seit Ducati in der Saison 2016 die Winglets eingeführt hat und dann alle anderen Hersteller gegen diese aerodynamischen «Auswüchse» und Devices zuerst verdammt und dann zähneknirschend kopiert haben, sehen wir jedes Jahr bei der Aerodynamik der MotoGP-Bikes neue Modeerscheinungen. 2019 siegte Ducati in Doha mit einem umstrittenen Hinterradspoiler («spoon»). Im Vorjahr tauchte Ducati mit den Pokémon-Flügeln am Heck auf, die bald sogar von Honda und Suzuki nachgeahmt wurden und jetzt bei HRC teilweise wieder verschwunden sind.

SPEEDWEEK.com erkundigte sich bei Danny Aldridge, dem Technical Director MotoGP, nach den jüngsten Vorschriften. Bekannt ist: Jedes Team muss am Tag vor dem ersten Training beim Saisonstart für jeden Fahrer individuell einen ersten Aero Body homologieren, und während der Saison ist dann ein Update erlaubt. Das bedeutet: Jedes Team kann für seine zwei MotoGP-Fahrer vier unterschiedliche «Aero Packages» pro Saison homologieren.

Danny, jeder Fahrer darf also 2023 wie bisher zwei unterschiedliche «Aero Bodys» pro Saison verwenden?

Ja, und die Aerodynamik wird in vier Sektionen unterteilt. Du hast den «main aero body», der aus der Hauptverkleidung besteht. Ein weiterer Sektor umfasst den vorderen Kotflügel. Dazu kommt die Area A, das ist der Bereich beim Hinterrad, er umfasst im Grunde den «spoon». Dazu kommt ein Sektor mit der Bezeichnung «Others». Dazu gehören zum Beispiel die Abdeckungen für die Vordergabel.

Aber bei der Aerodynamik sind jetzt neue Bezeichnungen zu hören, zum Beispiel Diffuser, Air Induct, es geht um Downforce, also um Abtrieb usw. Die Aerodynamik spielt bei der Entwicklung der Bikes längst die wichtigste Rolle. Ducati und Aprilia haben eine Vorreiterrolle übernommen.

Ich kümmere mich nicht um den Zweck der aerodynamischen Hilfen, solange sie den Vorschriften entsprechen.

Wir haben seit einigen Jahren eine Messmethode, eine Schablone aus Aluminium, und solange die Verkleidung in unsere «jig» hineinpasst, ist alles alles in Ordnung.

Allerdings: Es sind keine beweglichen Flügel erlaubt!

Und die erlaubten Größen der Flügel haben sich seit Jahren nicht verändert? Bei Aprilia scheinen sie fortwährend zu wachsen?

Nein, an den Abmessungen hat sich nichts geändert. Sie sind unverändert gültig.

Honda hat in Sepang auch eine sehr schmale, Aero-Version ausprobiert.

Ja, solange alles in die Schablone passt, kümmert uns das nicht.

Was ist zum Beispiel die maximal erlaubte Breite?

Das variiert auf den unterschiedlichen Ebenen. Ganz unten sind es zum Beispiel 600 Millimeter, weiter oben sind es 550 Millimeter.

Es wird auch in zwei Positionen gemessen. Einmal Standard und einmal mit dem aktivierten Ride Height Device. So erhalten wir bei jedem Bike eine maximale und eine minimale Höhe. Bei der Messung mit eingeschaltem Ride Height Device laden wir ca. 80 kg auf den Sitz; das ist das ungefähre Gewicht eines Fahrers mit Bekleidung.

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