Formel 1: Mercedes-Ärger über Dummheit

Bagnaia zu Viñales: «Adrenalin spielt böse Streiche»

Von Nora Lantschner
Viñales und Bagnaia im Kiesbett von Kurve 12

Viñales und Bagnaia im Kiesbett von Kurve 12

Im fünften Sonntag-Rennen der MotoGP-Saison schied Titelverteidiger Pecco Bagnaia (Ducati) in Le Mans zum bereits dritten Mal aus, dieses Mal nach einer unglücklichen Kollision mit Maverick Viñales.

Der Frankreich-GP war für Pecco Bagnaia schon in der fünften Runde vorbei, als er im Kampf um Platz 3 mit Maverick Viñales kollidierte und im Kiesbett von Kurve 12 landete.

«Ich habe Schmerzen am Fußknöchel», seufzte der Italiener. «Es scheint nichts gebrochen zu sein, aber es hat sich jetzt viel Flüssigkeit angesammelt und ist angeschwollen. Man muss also ein bisschen abwarten. Der Knöchel ist verstaucht, aber bis Mugello haben wir Zeit, von dem her sind wir entspannt», verwies er auf die knapp vierwöchige Pause bis zum Heim-GP am 11. Juni.

Zum Unfallhergang meinte der Ducati-Star: «Es kann viele Sichtweisen geben. Aus meiner Sicht hat er mich sauber überholt, war aber etwas weit. Ich war innen auf meiner Linie und, als er auf die Linie zurückgefahren ist, hat er einfach versucht, seine normale Linie einzunehmen – aber ich war da. Es waren unglückliche Umstände, ganz klar ein Rennunfall. Wir hätten es aus meiner Sicht aber verhindern können. Er hätte vielleicht mehr aufpassen können, nicht auf die Linie zurückzukehren, als gäbe es mich nicht. Und ich hätte vielleicht versuchen können, es besser zu managen und das Gas zuzudrehen. Ich habe ihn aber nicht gesehen, er hat mich wahrscheinlich nicht beachtet – und es ist das passiert, was passiert ist.»

«Es ist schade. In fünf Rennen ist das jetzt das dritte Mal, dass wir die Pace hatten, um zu gewinnen, und es nicht geschafft haben. Ich hätte jetzt lächelnd hier sitzen können, das ärgert mich am meisten», ergänzte der Titelverteidiger, dessen Vorsprung in der WM wieder auf einen Punkt schmolz.

«In dem Moment war die Pace langsam», ärgerte sich Bagnaia mit Blick auf den Rennverlauf. «Jedes Mal, wenn ich mir sage, dass ich ein bisschen warten muss, passiert etwas – entweder ich mache einen Fehler oder ich stürze aus einem anderen Grund, wie heute. Ich glaube, dass es besser ist, dem Instinkt zu folgen, statt mir vorzunehmen, ruhig zu bleiben. In der Runde, in der ich gestürzt bin, habe ich mir in Kurve 7 gesagt: ‚Okay, jetzt überhole ich Márquez.‘ Aber dann habe ich mir gedacht: ‚Nein, es ist nicht der richtige Moment, ich warte ein bisschen‘ – und dann bin ich gestürzt.»

Nach der zunächst hitzigen Konfrontation im Kiesbett gab es eine Aussprache mit Viñales. «Ich bin nicht wütend auf Maverick», betonte Bagnaia. «Gewisse Momente der Anspannung müsste man von der Öffentlichkeit fernhalten, das ist nicht schön. Ich war damit nicht einverstanden, die Reaktion hat mir nicht wirklich gefallen, das war etwas zu aggressiv. Das kann aber vorkommen, das Adrenalin und die Anspannung spielen manchmal böse Streiche.»

«Wir hatten ein Treffen mit den Stewards und ich habe ausdrücklich darum gebeten, dass auch Maverick dabei war», verriet der 26-jährgie Italiener. «Wenn solche Dinge passieren, ist es aus meiner Sicht richtig, dass beide Fahrer mit den Stewards sprechen, um alles zu klären. Ich habe auch vorgeschlagen, dass das künftig immer der Fall sein sollte, wenn es um eine Strafe oder um einen Kontakt mit Sturz geht. Denn bisher war es so, dass sie zunächst mit einem und dann mit dem anderen Fahrer gesprochen haben.»

«Heute habe ich das gemeinsame Meeting vorgeschlagen, weil es aus meiner Sicht richtig war, dass wir unsere Sichtweisen darlegen – die zu Beginn anders waren, aber am Ende haben wir uns auf eine Sichtweise geeinigt. Miteinander zu reden ist immer der beste Weg, um die Dinge anzugehen.»

«Meiner Meinung nach zählen wir beide zu den fairsten Fahrern im Feld, es waren wirklich unglückliche Umstände», bekräftigte Bagnaia.

Ergebnisse MotoGP-Rennen Le Mans/F (14.05.):

1. Marco Bezzecchi (I), Ducati, 27 Rdn in 41:37,970 min
2. Jorge Martin (E), Ducati, +4,256 sec
3. Johann Zarco (F), Ducati, +4,795
4. Augusto Fernández (E), KTM, +6.281
5. Aleix Espargaró (E), Aprilia, +6,726
6. Brad Binder (ZA), KTM, +13,638
7. Fabio Quartararo (F), Yamaha, +15,023
8. Fabio Di Giannantonio (I), Ducati, +15,826
9. Takaaki Nakagami (J), Honda, +16,370
10. Franco Morbidelli (I), Yamaha, +17,828
11. Danilo Petrucci (I), Ducati, +29,735
12. Lorenzo Savadori (I), Aprilia, +36,125
13. Jonas Folger (D), KTM, +49,808
– Marc Márquez (E), Honda, 2 Runden zurück
– Jack Miller (AUS), KTM, 3 Runden zurück
– Alex Rins (E), Honda, 13 Runden zurück
– Joan Mir (E), Honda, 15 Runden zurück
– Luca Marini (I), Ducati, 22 Runden zurück
– Alex Márquez (E), Ducati, 22 Runden zurück
– Francesco Bagnaia (I), Ducati, 23 Runden zurück
– Maverick Viñales (E), Aprilia, 23 Runden zurück

MotoGP-Ergebnis Sprint, Le Mans (13.05.):

1. Martin, Ducati, 13 Rdn in 19:59,037 min
2. Brad Binder, KTM, + 1,840 sec
3. Bagnaia, Ducati, + 2,632
4. Marini, Ducati, + 3,418
5. Marc Márquez, Honda, + 3,541
6. Zarco, Ducati, + 4,483
7. Bezzecchi, Ducati, + 5,224
8. Aleix Espargaró, Aprilia, + 6,359
9. Viñales, Aprilia, + 8,336
10. Nakagami, Honda, + 9,439
11. Rins, Honda, + 12,388
12. Di Giannantonio, Ducati, + 14,125
13. Morbidelli, Yamaha, + 15,121
14. Mir, Honda, + 15,383
15. Alex Márquez, Ducati, + 15,591
16. Petrucci, Ducati, + 19,415
17. Savadori, Aprilia, + 26,992
– Quartararo, Yamaha, 4 Runden zurück
– Folger, KTM, 5 Runden zurück
– Augusto Fernández, KTM, 8 Runden zurück
– Miller, KTM, 12 Runden zurück

WM-Stand nach 10 von 40 Rennen:

1. Bagnaia, 94 Punkte. 2. Bezzecchi 93. 3. Binder 81. 4. Martin 80. 5. Zarco 66. 6. Marini 54. 7. Viñales 49. 8. Miller 49. 9. Quartararo 49. 10. Rins 47. 11. Aleix Espargaró 42. 12. Alex Márquez 41. 13. Morbidelli 40. 14. Augusto Fernández 30. 15. Di Giannantonio 25. 16. Oliveira 21. 17. Nakagami 21. 18. Pedrosa 13. 19. Marc Márquez 12. 20. Folger 7. 21. Mir 5. 22. Petrucci 5. 23. Pirro 5. 24. Savadori 4. 25. Raúl Fernández 3. 26. Bradl 2.

Konstrukteurs-WM:

1. Ducati, 174 Punkte. 2. KTM 103. 3. Aprilia 80. 4. Honda 73. 5. Yamaha 58.

Team-WM:

1. Mooney VR46 Racing, 147 Punkte. 2. Prima Pramac Racing 146. 3. Red Bull KTM Factory Racing 130. 4. Ducati Lenovo Team 104. 5. Aprilia Racing 91. 6. Monster Energy Yamaha 89. 7. LCR Honda 68. 8. Gresini Racing 66. 9. GASGAS Factory Racing Tech3, 37. 10. CryptoDATA RNF 28. 11. Repsol Honda 17.

Diesen Artikel teilen auf...

Mehr über...

Siehe auch

Kommentare

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.

Würze in der MotoGP-Suppe: Für Schärfe ist gesorgt

Von Michael Scott
Schlag auf Schlag ging es in den letzten Wochen in Sachen MotoGP-Transfers für 2025. Ducati sieht sich mit der Verpflichtung von Marc Marquez top aufgestellt – für Zündstoff im Werksteam der Roten ist ebenfalls gesorgt.
» weiterlesen
 

TV-Programm

  • So. 23.06., 21:15, Hamburg 1
    car port
  • So. 23.06., 22:15, ORF Sport+
    Formel 2: FIA-Meisterschaft
  • So. 23.06., 23:10, Motorvision TV
    Tourenwagen: Supercars Championship
  • Mo. 24.06., 00:00, Motorvision TV
    Australian Motocross Championship
  • Mo. 24.06., 03:00, DMAX
    Richard Hammond's Car Workshop
  • Mo. 24.06., 04:20, Motorvision TV
    Top Speed Classic
  • Mo. 24.06., 04:45, Motorvision TV
    Bike World
  • Mo. 24.06., 05:15, ORF 1
    Formel 1: Großer Preis von Spanien
  • Mo. 24.06., 05:35, Motorvision TV
    Nordschleife
  • Mo. 24.06., 05:50, SPORT1+
    Motorsport: 24-Stunden-Rennen von Le Mans
» zum TV-Programm
5